03.07.2019, 10:53 Uhr

Erlebnis Bauernhof Der Bauernhof als Lernort

Schüler mit Erlebnisbäuerin Martina Weber beim Melken. (Foto: pm/aelf-dg)Schüler mit Erlebnisbäuerin Martina Weber beim Melken. (Foto: pm/aelf-dg)

Auftaktveranstaltung zu den Projektwochen „Erlebnis Bauernhof“ an der Abt Joscio Grundschule Niedalteich.

NIEDERALTEICH Heutzutage ist es nicht mehr selbstverständlich, dass Kinder wissen, wo die Milch herkommt, was ein Haus- von einem Wildschwein unterscheidet oder welches Ei dem Huhn und welches der Gans gehört. All diesen Fragen konnten die Grundschüler der Abt Joscio Schule in Niederalteich auf den Grund gehen. Im Rahmen der diesjährigen Auftaktveranstaltung zu den Projektwochen „Sommer.Erlebnis.Bauernhof“ stellte das Amt für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten Deggendorf (AELF) einen Lernzirkel zum Thema „Erlebnis Bauernhof“ zur Verfügung. Die Begeisterung war riesig.

Gleich am Morgen haben sich die 2. Klassen der Schule in der Aula versammelt. Dort gibt es zu diesem Zeitpunkt bereits viel zu entdecken. In der ganzen Aula sind Lernstationen rund um die Landwirtschaft aufgebaut. Schulleiter Armin Neubauer zeigt sich erfreut über die Aktion in seiner Schule. Dr. Josef Freundorfer, Leiter des AELF Deggendorf, stellte in seinem Grußwort heraus, das der Bauernhof ein idealer Lernort und somit eine gute Ergänzung für den Unterricht sei. „Auf einem Bauernhof kann man Biodiversität – eine große Vielfalt an Pflanzen und Tieren in ihren Lebensräumen – erleben und beobachten. Die Kinder können mit allen Sinnen, mit Kopf, Herz und Hand, lernen, woher unser Essen herkommt, welche Formen der Landbewirtschaftung es gibt, was Regionalität und Nachhaltigkeit bedeuten und bekommen zeitgleich ein realistisches Bild der Landwirtschaft vermittelt“, so Freundorfer.

Einstimmung auf den Bauernhof

Die Schüler/innen hatten extra ein Bauernhof-Lied vorbereitet, dass sie mit Freude den anwesenden Gästen vortrugen. Katharina Stadler vom AELF Deggendorf stellte den Lernzirkel vor, den die Klassen im Anschluss durchlaufen durften. Da der Lernzirkel nur eine Ergänzung zum Bauernhofbesuch darstellt, gab Erlebnisbäuerin Martina Weber noch einen Einblick in die Lern- und Erlebniswelt, die die Kinder auf dem landwirtschaftlichen Betrieb erwartet.

Bauernhofexperten auf Erkundungstour

Nach der Pause konnte es dann endlich losgehen. Eingeteilt in Gruppen starteten die Kinder mit dem Lernzirkel. Dabei gab es allerhand zu erkunden. Als gar nicht so einfach stellte sich das Melken am Gummi-Euter heraus. Unter der Anleitung von Erlebnisbäuerin Martina Weber und mit etwas Übung entwickelten sich dabei aber wahre „Melk-Weltmeister“. Weiter ging es zur „Schweine-Station“. Nachdem die Unterschiede zwischen Haus- und Wildschein gefunden waren, ging es ans „Schweine füttern“. Was frisst ein Schwein und in welchen Mengen? Diese Fragen können die Kinder jetzt bestimmt beantworten. Als weiteres Highlight stellte sich die „Getreide-Station“ heraus. Hier konnten die Schüler selbst Haferflocken quetschen. Das Rezept fürs nächste Frühstücksmüsli gab es natürlich dazu. Zu erforschen gab es aber noch viel mehr, wie zum Beispiel Schafprodukte erfühlen oder Vogel-Eier dem richtigen Geflügel zuzuordnen. Langweilig wurde es den Schülern an diesem Vormittag somit wirklich nicht.

Nachdem der Lernzirkel erfolgreich absolviert war, hatte sich die Klasse eine kleine Stärkung verdient. Die Pfannkuchen aus den Produkten, die uns der Bauernhof liefert, Eier, Mehl und Milch mit frischem Obst belegt, erfreuten sich größter Beliebtheit bei den Kindern.

Die Wertschätzung regionaler Produkte steigern

Der Lernzirkel „Erlebnis Bauernhof“ steht der Schule noch die ganze Woche zur Verfügung. An den sechs Lernstationen werden den Kindern auf anschauliche und interaktive Art und Weise die verschiedenen Bereiche der Landwirtschaft näher gebracht.

Dies ist besonders in der heutigen Zeit von großer Bedeutung. In der Gesellschaft ist immer mehr der Trend zu beobachten, dass das Wissen rund um die Landwirtschaft abnimmt. Heimische Lebensmittel verlieren an Wertschätzung und der bewusste Umgang mit Natur und Umwelt geht zunehmend verloren. Um diesen Trend entgegenzuwirken, hat das Staatsministerium für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten das Förderprogramm „Erlebnis Bauernhof“ ins Leben gerufen. Es ermöglicht den 3. bis 4. Klassen der Grundschulen sowie allen Förderschul- und Übergangsklassen einen kostenlosen Besuch auf einem qualifizierten Bauernhof. Seit dem Start im Jahr 2012 haben bayernweit bereits über 190.000 Kinder und knapp 10.000 Klassen das kostenlose Angebot in Anspruch genommen. Dieser Erfolg soll in den nächsten Jahren noch weiter ausgebaut werden.

Projektwochen für den verstärkten Dialog

Jedes Jahr finden dazu die Projektwochen im Rahmen des Programms „Erlebnis Bauernhof“ statt. Die Projektwochen geben den Ämtern für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten die Möglichkeit das Programm verstärkt zu bewerben und durch attraktive Veranstaltungen zu ergänzen. So sollen in Zukunft zunehmend mehr Kinder in den Schulen erreicht werden.

Bauernhofbesuch als Abschluss

Die Auftaktveranstaltung mit dem Lernzirkel ist nicht der letzte Termin für die Schüler der Abt Joscio Schule. In knapp drei Wochen tauschen die vierten Klassen das Klassenzimmer mit dem Bauernhof der Erlebnisbäuerin Martina Weber. Dort können die Schüler im Lernprogramm mit allen Sinnen viel Interessantes über das Leben der Tiere und die Arbeit des Bauers auf dem Hof lernen.


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