07.11.2018, 09:53 Uhr

Studiengänge hautnah testen Künstliche Intelligenz bei TastING

Schüler beim TastING mit dem Galileoteleskop. (Foto: THD)Schüler beim TastING mit dem Galileoteleskop. (Foto: THD)

Auch heuer bot die Technische Hochschule Deggendorf (THD) motivierten Schülern an zwei Tagen in den Herbstferien an, diverse Ingenieursstudiengänge hautnah zu testen. 40 Zehnt- bis Zwölftklässler von regionalen Schulen, auch aus München oder Passau, waren mit dabei.

DEGGENDORF Die gewählten Studiengänge Technische Physik, Maschinenbau, Elektrotechnik, Interaktive Systeme, Bauingenieurwesen und Umwelttechnik warteten mit spannenden und extra für die jungen Gäste ausgetüftelten Programmen auf. Den Auftakt machte Dr. Robert Hable, Forschungsleiter „Big Data Analytics“ am Campus in Grafenau. Sein Vortrag „Statistik: eine Reise von Planetenbahnen zu Data Mining und künstlicher Intelligenz“.

Hier erfuhren die Zuhörer, dass schon der berühmte Mathematiker Carl Friedrich Gauß im 18. Jahrhundert mit statistischen Methoden Planetenbahnen berechnen konnte, um den aus dem Blick verschwundenen, aber neu entdeckten Zwergplaneten Ceres im Orbit wiederzufinden. Nichts anderes als damals Gauß tun heute statistische Verfahren - oder moderner ausgedrückt: Lern-Algorithmen. Sei es beim Finden von Zusammenhängen in Klimadaten oder beim Einsortieren von E-Mails in Spam oder Nicht-Spam. Immer liegt eine von Hand programmierte Rechenanweisung zugrunde. „Künstliche Intelligenz,“ so Dr. Hable, „ist immer nur so schlau wie ihr menschlicher Programmierer!“ Auch wenn die öffentliche Debatte derzeit anderes suggeriere.

Unter dem Titel „Bastelst du noch oder sprichst du schon?“, referierte Prof. Peter Johann Schmieder über Rhetorik und richtiges Auftreten von IngenieurInnen. Diese sitzen keineswegs im stillen Kämmerlein, sondern arbeiten mit verschiedensten Fachleuten im Team, oft auch international, um technische Probleme zu lösen. Sehr lebendig und anschaulich verdeutlichte Prof. Schmieder, dass nicht nur die Idee und das Wissen rund um die Ingenieurstechnik den Erfolg bringen, sondern auch die Fähigkeit, dieses überzeugend zu kommunizieren. Hier sei die Rhetorik ein wichtiger Schlüssel zum Erfolg – „selbst im technikaffinen Silicon Valley“, so Prof. Schmieder.

Weitere Vorlesungen und Workshops drehten sich um die Themen „Linsen schleifen und polieren“, „Bau eines Galileoteleskops“ , „Funktionsweise des humanoiden Roboters Pepper“, „Werkzeuge für die Spritzgussmaschine“ oder „Geheimnisse rund ums Wasser“. Insgesamt gab es an den beiden Tagen je Studiengang drei Projektblöcke. Der erste TastING-Tag wurde abgerundet von einem Besuch in der Werkstatt des studentischen Vereins Fast Forest. Dort konnten sich die TeilnehmerInnen über Teamwork und die verschiedenen Disziplinen beim Bau eines Rennautos informieren.

Beim Round Table am zweiten TastING-Tag beantworteten IngenieurInnen der Firmen Streicher, Caverion und Micro Epsilon die Fragen der Schülerinnen und Schüler. Außerdem war ein Gesprächstisch mit Studierenden eingerichtet worden, an dem man alles über den Studienalltag erfahren konnte.


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