31.01.2018, 11:43 Uhr

Kooperationsprojekt P-Seminar Chemie enthüllt Metallskulptur

(Foto: RoKo)(Foto: RoKo)

Ergebnis einer erfolgreichen Zusammenarbeit zwischen Robert-Koch-Gymnasium und Berufsschule I.

DEGGENDORF Nun war es endlich soweit! Nach einem Jahr intensiver Auseinandersetzung mit Metallen im Rahmen des P-Seminars Chemie konnten die Schüler voller Stolz ihr Ergebnis der Schulfamilie präsentieren: Eine vier Meter hohe Edelstahlskulptur für den Außenbereich des neuen Robert-Koch-Gymnasiums.

Ihrer Lehrerin Monika Trum ist es gelungen, dieses bis dahin einzigartige schulartübergreifende Kooperationsprojekt zwischen der Berufsschule I und dem RoKo-Gymnasium zu initiieren und auch zu verwirklichen. Großartige Unterstützung bekam sie dabei sowohl von den beiden Schulleitungen, als auch vom Fachbetreuer für Metalltechnik, Michael Bauer, und von den beiden Metallbau-Lehrern Roland Bernreiter und Ludwig Lummer, die den Praxisteil in der Berufsschulwerkstatt übernahmen.

Während dieser Zeit machten die Gymnasiasten ganz neue Erfahrungen in dem Bereich des praktischen Arbeitens. Sie setzten sich mit dem vielseitigen Werkstoff Metall intensiv auseinander und erlernten dabei Fertigkeiten, wie Feilen, Körnern, Flexen, Pressen, Bohren und Plasmaschneiden, die in dem normalen Schulalltag nicht vermittelt werden können. „Der ein oder andere Arbeitsauftrag brachte uns ziemlich ins Schwitzen und zeigte uns, dass handwerkliches Arbeiten in einer Werkstatt in keinster Weise mit Schulbank drücken, Mathe- oder Latein-Unterricht zu vergleichen ist“, berichtete Lukas Härtinger den Gästen bei der Enthüllungsrede. Auch der Fall, dass mal ein perfekt manikürter Fingernagel abbrach oder die Kleidung verstaubte, machte den Abiturienten nichts aus. Voller Begeisterung, Tatendrang und mit einem bemerkenswerten Teamgeist erledigten sie bravourös unter Einhaltung der Sicherheitsbestimmungen sämtliche Aufgaben. Da waren sogar die beiden Metallbauexperten manchmal verblüfft, welches handwerkliche Geschick diese Gruppe zeigte.

Nach vielen gemeinsamen kreativen Runden stand das Konzept dieser Skulptur fest, das den Gästen vorgestellt wurde. „Wir entschieden uns für eine Leiter, die die Schulische Laufbahn am Gymnasium symbolisieren soll. Die vier Buchstaben unseres Schullogos stellen die Robert-Koch-Schüler dar. Die neun Sprossen stehen für die – man bemerke - neun Jahrgangsstufen. Die gebogenen Holme wurden bewusst gewählt, um die möglichen Höhen und Tiefen des schulischen Werdegangs zu verdeutlichen“, erklärt Florian Kufner den Gästen. Der steile Beginn bis zur ersten Sprosse stellt den Übergang von der Grundschule zum Gymnasium dar. Der Schulwechsel ist für die jüngsten Gymnasiasten zu Beginn des Schuljahres eine große Herausforderung, um die Vielzahl von Veränderungen und Neuerungen zu bewältigen. Das R ist zum einen noch auf dem Sockel verankert. Dies soll den Rückhalt durch das Elternhaus, der gerade in der Anfangszeit sehr wichtig ist, darstellen. Zum anderen wagt das R aber schon selbst den Schritt auf die erste Sprosse. Als „Eyecatcher“ fungieren die Sprossen 4, 5 und 6, die die regelmäßige Anordnung durchbrechen. „Uns war es ein besonderes Anliegen, die kritische Phase der Mittelstufe zu charakterisieren“, begründete Sophia Hundsrucker, „Jeder, der diese Phase durchlebt hat, weiß, dass körperliche Veränderungen und emotionale Achterbahnfahrten schulische Probleme bringen können!“ Nach ereignisreichen neun Schuljahren bildet das Abitur, dargestellt als Edelstahlschriftzug am Ende der Leiter, den krönenden Abschluss mit einem gold gefärbten I-Punkt. Als Basis der Skulptur dient der 1,2 Tonnen schwere Granitsockel, der das stabile Fundament aus Elternhaus und Schulfamilie darstellt. Dieser Stein steht für die Festigkeit und für den Zusammenhalt der Schulfamilie des Robert-Koch-Gymnasiums und für den Rückhalt der eigenen Familie als wichtige Basis für eine erfolgreiche Schulzeit.

Mit großem Beifall und bewundernden Blicken wurde diese außergewöhnliche Arbeit der Schülerinnen und Schüler gewürdigt. Nicht zuletzt ist dieses Projekt auch durch die Mithilfe externer Partner und Sponsoren zustande gekommen. Die Firma Metallbau Trum GmbH spendete sämtliche Edelstahlmaterialien und stand jederzeit mit Rat und Tat der Gruppe zur Seite. Auch die Sparkasse Deggendorf und das Granitwerk VGB Naturstein GmbH unterstützten dieses Seminar. Ein großer Dank gilt auch den Berufsschülern, die komplexere Schweiß- und Lackierarbeiten für die Gymnasiasten aus Sicherheitsgründen übernahmen. „Wir sind direkte Schulnachbarn“, bemerkte der Fachbetreuer Bauer von der Berufsschule 1 am Ende der Veranstaltung, „ und doch hat es über 40 Jahre gedauert, bis es zu einer Zusammenarbeit mit dem Gymnasium gekommen ist!“ Monika Trum ist es gelungen, Brücken zwischen den verschiedenen Schularten und Schülergruppen zu schlagen und auf Augenhöhe gemeinsam zu arbeiten. Zur Krönung dieses beeindruckenden Ergebnisses konnte der Schulleiter Heinz-Peter-Meidinger einen Tag nach der Enthüllung dem Seminar voller Stolz verkünden, dass diese kreative Projekt-Idee vom Ministerialbeauftragten für die Gymnasien in Niederbayern als Vorrundensieger des „P-Seminar-Preises 2018“ für den Bezirk Niederbayern ausgewählt wurde und eine Würdigung Mitte Februar stattfindet. Auf das Ergebnis des Finales im April in München mit der Ehrung der vier besten Seminarteams in Bayern durch das Bildungsministerium und durch Vertreter der Bayerischen Wirtschaft darf man gespannt sein.


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