03.12.2019, 09:00 Uhr

Ausstellung in der Berufsschule Mit Emotionen gegen jugendlichen Leichtsinn

Eröffnung der Wanderausstellung „Schatten - ich wollte doch leben!“ (Foto: ADAC)Eröffnung der Wanderausstellung „Schatten - ich wollte doch leben!“ (Foto: ADAC)

ADAC Ausstellung will Fahranfänger der Beruflichen Schulen Altötting wachrütteln

ALTÖTTING. „Bisher habe ich immer gedacht: Mir wird schon nichts passieren. Aber die Schicksale der tödlich verunglückten Jugendlichen zeigen, dass man sich nie zu sicher sein darf“, betont Sebastian (20) und Katrin (18) ergänzt: „Ich bin sehr betroffen und will in Zukunft auf jeden Fall vorsichtig fahren.“

Diese und ähnliche Reaktionen von Schülern löst die vom ADAC Südbayern initiierte Ausstellung „Schatten – Ich wollte doch leben!“ aus, in deren Mittelpunkt sechs lebensgroße, geschwärzte Figuren stehen. Jede Silhouette steht für einen jungen Menschen, der bei einem Verkehrsunfall ums Leben kam. Besonders betroffen macht dabei die Tatsache, dass es sich hierbei nicht um fiktive Fälle handelt, sondern sich jeder Unfall real ereignet hat. Ziel ist es, junge Fahranfänger zu sensibilisieren und für einen sicheren und verantwortungsvollen Umgang mit individueller Mobilität zu gewinnen.

Der Automobilclub steht nicht nur für die unbestritten positiven Seiten individueller Mobilität, sondern stellt ebenso die Schattenseiten und Gefahren dar. Die Texte, die sich auf den Schatten-Figuren befinden, erzählen die tragischen Schicksale. Als Boten aus dem Schattenreich der Toten sollen sie Emotionen wecken und Gleichaltrige vor einem ähnlichen Schicksal warnen. Ziel ist es, die Jugendlichen zum Nachdenken anzuregen, Anlass für Gespräche zu geben und so die Anzahl der Verkehrstoten zu reduzieren. Denn das Risiko, im Straßenverkehr tödlich zu verunglücken, ist bei jungen Fahrern dreimal höher als bei anderen Verkehrsteilnehmern.

Mangelnde Erfahrung, unzureichende Fahrzeugbeherrschung und jugendlicher Leichtsinn erhöhen das Unfallrisiko für junge Leute. Sie erkennen die Gefahren im Straßenverkehr oft zu spät oder gar nicht. 2018 gingen nach Angaben des Bayerischen Innenministeriums die Verkehrsunfälle mit Personenschaden unter Beteiligung junger Erwachsener (18 bis 24 Jahre) gegenüber dem Vorjahr erneut um 3,1 Prozent auf 13.600 zurück. Auch die von jungen

Erwachsenen verursachten tödlichen Verkehrsunfälle reduzierten sich dabei deutlich um 23,9 Prozent auf 86 (2017: 113), dennoch ist jeder Verkehrstote einer zu viel.

Unzählige Gedenkkreuze an den Straßen sind ein trauriges Zeugnis dafür und erinnern an diejenigen, die aus ihrem oft jungen Leben gerissen wurden. Noch bis 13. Dezember sind die Silhouetten an den Beruflichen Schulen in Altötting in der Neuöttinger Straße 64c ausgestellt.

„Ich freue mich, dass der ADAC Südbayern meine Idee übernommen hat und die Ausstellung so erfolgreich ist“, so die Designerin Marlene Schlund. Seit dem Auftakt im November 2009 hat die Ausstellung an zahlreichen südbayerischen Berufs- und Realschulen sowie Gymnasien Station gemacht. Das Konzept wurde mittlerweile auch vom ADAC Nordbayern, ADAC Mittelrhein, ADAC Württemberg und dem österreichischen Automobilclub übernommen.

Das Foto zeigt: (v.l.): Klaus Werkstetter (BRK-Leiter Altötting), Wolfgang Aigner (Leiter Rettungswache Altötting), Moderator Alexander Kreipl (ADAC Südbayern), Landrat Erwin Schneider, Gerhard Tanfeld (Krisenintervention BRK Altötting), Bezirksrätin Gisela Kriegl, Jürgen Neumerkel von der örtlichen Polizei, und Werner Holzhammer, ständiger Vertreter des Schulleiters.


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