Auf vielbefahrener Straße

Tote Katze lag tagelang mitten in Schwandorf

08.07.2017 | Stand 05.01.2021, 11:55 Uhr
Rainer Wendl
−Foto: n/a

Erst war Sonja B. aus Schwandorf geschockt, dann empört: Am Dienstag letzter Woche war sie gerade erst frisch aus dem Krankenhaus entlassen, als sie gegen 18 Uhr in der Wackersdorfer Straße Augenzeuge eines traurigen Vorfalls wurde:

SCHWANDORF Eine grau-weiß getigerte Katze wurde auf Höhe Sparkasse/ Schützenheim von einem Auto erfasst und schwer verletzt. Der Lenker des nachfolgenden Fahrzeugs konnte nicht mehr reagieren und überrollte das Tier, das keine Überlebenschance mehr hatte.

„Ich habe sofort bei der Polizei angerufen und die Sache gemeldet“, erzählt die Schwandorferin. Der Ordnungshüter am anderen Ende der Leitung habe sich für die Information bedankt und die sofortige Beseitigung des Kadavers angekündigt. Als Sonja B. jedoch am Mittwochmittag die Stelle wieder passierte, lag das arme Tier immer noch da, weitere 24 Stunden später war immer noch nichts passiert.

„Das darf doch nicht wahr sein“, schimpft sie deshalb. „Da liegt tagelang ein totes Tier an einer stark befahrenen Straße, aber keiner scheißt sich was drum!“, spricht sie Klartext.

Bei der Polizeiinspektion Schwandorf kann man den Ärger der Tierliebhaberin nachvollziehen, bittet aber auch um Verständnis: „Bei uns werden die Fälle nach ihrer Wichtigkeit abgearbeitet, und da kommen tote Katzen halt erst am Schluss“, sagt Dienstgruppenleiter Oskar Daube. Natürlich müsse so ein Kadaver möglichst schnell weg von der Straße, stellt er klar.

„Wir melden das in der Regel auch immer umgehend dem Bauhof, der dann für die Beseitigung sorgt. Aber im Eifer des Gefechts kann so etwas auch einmal in Vergessenheit geraten, bei denen wie bei uns.“

Der Zorn von Sonja B. bleibt jedoch und richtet sich in erster Linie gegen den Unfallverursacher, den Fahrer eines dunklen SUV. „Der war viel zu schnell dran, unverantwortlich innerhalb einer geschlossenen Ortschaft. Und er hat sich auch nicht gekümmert, sondern ist einfach weiter gefahren“, klagt sie. „Ich hoffe sehr, dass er wenigstens ein schlechtes Gewissen hat.“

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