Filmfest im Cineplex am 31. Januar mit Kurzfilmen junger Nachwuchsregisseure

Sehlection mit Vollblut- Filmemacher Nelson Berger

07.07.2017 | Stand 04.01.2021, 17:27 Uhr
Ulrike Engel

Der 18-jährige Filmregisseur und Sehlection-Veranstalter Nelson Berger wollte nur einmal seinen Traum verwirklichen und Filme vor einem Publikum in einer ansprechenden Location präsentieren. Doch sein Event kam letztes Jahr so gut an, dass er am 31. Januar im Cineplex sein Sehlection Kurzfilm Fest veranstalten kann. Nachwuchsregisseure bis 30 Jahre dürfen dort ihre Filme weitab vom Mainstream präsentieren. Gezeigt werden maximal 15 Filme jeden Genres, wobei das Sehlection Fest horrorfreie Zone bleibt.

ERDING Auch Nelson Berger wird einen Kurzfilm präsentieren – diesmal mit melancholischem Fokus. Dabei ist es eine echte Herausforderung für ihn, sentimentale, traurige Stimmungen einzufangen und filmtechnisch zu kommunizieren. Die Eltern und der Freundeskreis hatten sich nämlich schon lange von ihm einen solchen, cineastischen Schwerpunkt in einem Projekt gewünscht. Mit „No Future“ hat Nelson Berger allerdings absolut nichts am Hut. Der Jungfilmemacher weiß, was er will. Mit Nebenjobs verdient er sich das Geld für sein Equipment. Der aufgeweckte 18-Jährige hatte schon mit neun Jahren eine kreative Ader. Bücher schreiben war damals seine Passion. Schreiben wurde ihm irgendwann zu langweilig, er wollte seine Figuren visuell darstellen und begann mit dem Filmemachen mit zwölf Jahren. Los ging es im hauseigenen Garten, der zu Kulisse seiner ganz persönlichen „Star Wars“ -Interpretation wurde. Das Thema „Zelluloid“ beschäftigt Nelson Berger inzwischen täglich, schließlich will er sich in verschiedenen Richtungen weiterentwickeln. An der Fachoberschule für Gestaltung macht er dieses Jahr sein Abitur und will dann an der Filmhochschule studieren. Er liebt die Arbeit im Team und möchte nach seinem Abschluss an der FOS einige spezifische Praktika absolvieren, um seinen Horizont zu erweitern. Einziges von den Eltern gesponsertes Ausstattungselement ist ein Arbeitsrechner mit extra viel Leistungsvermögen. Meist dreht er zu Hause. Oft überlassen ihm auch Kumpels aus der Umgebung ihre Wohnung für einen Dreh. Die engagierten Schauspieler sind teils Freunde, teils Absolventen der Schauspielschule, aber auch Studenten aus Deutschland sowie ein Akteur aus Wien gehört zur Crew. Die Darsteller arbeiten momentan noch ohne Gage, bekommen aber Verpflegung und die Reisekosten bezahlt. Der rege Jungfilmemacher hat bereits ein neues Projekt am Start, ein Drehbuch aus seiner Feder ist fertig für einen abendfüllenden, zweistündigen Streifen. Mit seinem Basisteam hat er bereits einen Trailer zum Film gedreht. Diesmal handelt es sich um Science Fiction-Stoff, es gibt keine Supporter, keine Geldgeber. Dennoch möchte Nelson Berger den deutschen Film möglich machen. Welche Pläne hat er noch? „Im Bereich Dokumentarfilm würde ich gern einen Versuch starten“, so Nelson Berger. Der junge Filmemacher aus Pretzen bei Aufhausen ist selbst begeisterter Kinogänger. Sein Idol ist Christopher Nolan. Sein Lieblings-Film-Ressort: Actionfilme mit tiefsinniger Story, aber auch technischen Speed-Elementen mit Thrill. Zu seinen Lieblingsfilmen zählen „Herr der Ringe“ und „Metropolis“. Fasziniert war er 2012 von dem Stummfilm „The Artist“. „Forrest Gump“ ist für ihn ein außergewöhnlicher Streifen mit Tiefenwirkung. Von den Besuchern des Film Festes wünscht er sich, dass sich alle ein eigenes Bild machen und den Newcomern die Chance geben, ihre Intentionen filmtechnisch zu kommunizieren und wirken zu lassen. Nelson Berger freut sich auf zahlreiche Gäste am 31. Januar ab 20 Uhr im Cineplex Erding. Karten gibt es noch telefonisch unter (08122) 964 910 oder unter www.cineplex.de.

Erding