Ermittlungen

Raubmord: Tätersuche im Fall Dieter L. ist auch nach über einem Jahr nicht abgeschlossen

10.07.2017 | Stand 08.01.2021, 12:42 Uhr
pm / uh
−Foto: n/a

Gerade jährte sich der Überfall auf den Unternehmer Dieter L. der in der Nacht vom 21. auf den 22. Dezember 2014 in seinem Haus überfallen und verletzt wurde. Der damals 76-Jährige starb vier Wochen später im Krankenhaus.

WERNBERG-KÖBLITZ Die Kripo Amberg ermittelt seither in alle Richtungen. In der Bevölkerung fällt hinsichtlich der Wohnungseinbrüche in der Region häufig das Wort "Bandenkriminalität". Jedoch stehen seit beinahe einem Jahr die getrennt lebende Ehefrau und ihr Lebensgefährte im Fokus der Ermittlungen. Jüngste Medienberichte veranlassen die Verteidigung zu einer Stellungnahme. Seit Frühjahr 2015 ermittelt die Polizei auch gegen die getrennt lebende 52-jährige Ehefrau und ihren 26-jährigen Lebensgefährten.

In einigen Medienberichten wurde im Anschluss der Anschein einer intakten Ehe des Ehepaars Lowe erweckt, innerhalb derer die Ehefrau einen "Liebhaber"hatte. Richtig sei jedoch, dass das Ehepaar L. bereits seit einigen Jahren getrennt lebte. Sowohl Dieter L. als auch seine getrennt lebende Ehefrau hatten neue Lebenspartner.

"Wir können nicht verstehen, warum sich die Ermittlungen so lang hinziehen. Die Vergleichsspuren meines Mandanten wurden den Ermittlungsbehörden zum Abgleich mit den Spuren am Tatort bereits vor über sechs Monaten zur Verfügung gestellt. Die lange Auswertungszeit ist vor allem in Hinblick auf ein Mordermittlungsverfahren unter Zugrundelegung forensischer Erfahrungswerte kaum nachvollziehbar", so Rechtsanwalt Thomas Winkelmeier, der den Lebensgefährten von Frau L. vertritt. "Mein Mandant ist Polizist in München und seit Bekanntwerden der Anschuldigungen beamtenrechtlich suspendiert. Daher wäre aus unserer Sicht eine schnellere Aufklärung wünschenswert", so Winkelmeier weiter.

"Für die Verteidigung wird der Anschein erweckt, dass zum jetzigen Zeitpunkt andere Täterkreise im Ermittlungsvordergrund stehen, statt nunmehr den Makel zu beheben, der durch die Ermittlungen gegen unsere Mandanten erzeugt wurde. In den Medien wird zudem suggeriert, dass ein Haftbefehl im Raum stehe, der lediglich wegen fehlender Fluchtgefahr nicht vollzogen werde. Dies entspricht in keinster Weise unserem Kenntnisstand der Ermittlungen", sagt Rechtsanwalt Robert Hankowetz, Verteidiger von Frau L..

Entgegen der gesetzlichen Vorgaben werde die Verteidigung über den aktuellen Stand des Ermittlungsverfahrens weitgehend im Dunklen gelassen.

Schwandorf