Bundesbedarfsplan in der Kritik

Landrätin kritisiert Südostlink als völlig überdimensioniert

02.11.2020 | Stand 12.02.2021, 19:17 Uhr
RLA/Pressemitteilung
−Foto: n/a

Landrätin Tanja Schweiger hat sich persönlich an den Bundesminister für Wirtschaft und Energie, Peter Altmaier, gewandt. Der Entwurf für ein Gesetz zur Änderung von Bestimmungen des Bundesbedarfsplangesetzes sei in den Augen vieler Wissenschaftler genau das Gegenteil einer „sicheren, preisgünstigen, verbraucherfreundlichen, effizienten und umweltverträglichen Versorgung der Bevölkerung mit Elektrizität“.

Regensburg. Der Landkreis Regensburg werde zudem in vielen Bereichen der neun betroffenen Landkreisgemeinden stark in Mitleidenschaft gezogen. Alleine im „Falkensteiner Vorwald mit Donaurandspalte und Regental“ ergibt sich neben der Kreisstraße R43 eine dauerhaft waldfreie Fläche von etwa 6,6 Hektar und läuft damit der Landschaftsschutzverordnung zuwider, so Tanja Schweiger.

Die geplante Trasse stelle einen massiven Eingriff in den Gehölz- und Waldbestand dar; im Landkreis Regensburg müssten dafür etwa 12 Hektar Fläche in Anspruch genommen werden. Sämtliche Vorschlagstrassen seien zudem mit erheblichen Eingriffen in Natur und Landschaft verbunden, teilweise mit nicht ausgleichbaren Beeinträchtigungen des Landschaftsbildes und des Naturgenusses. Der Vorschlagskorridor tangiert auch mehrere Wasserschutzgebiete. Die alleine im Landkreis betroffene Gesamtfläche der Bodendenkmäler und Verdachtsflächen wird nach Angabe des Bayerischen Landesamtes für Denkmalpflege auf circa 132 Hektar geschätzt.

In ihrem Schreiben zeigt Landrätin Tanja Schweiger aber auch Alternativen auf. Zum einen decke die Stromerzeugung aus erneuerbaren Energien über das Gesamtjahr betrachtet im Landkreis Regensburg in der Bilanz mittlerweile etwa 75 Prozent des Gesamtstromverbrauchs ab, Tendenz steigend. Zum anderen könne die im Norden erzeugte Energie für grünes Gas genutzt werden, das über das bestehende über 520.000 km lange Gasnetz transportiert werden könne. Sie bittet Bundesminister Altmaier deshalb darum, den Bundesbedarfsplan zu überarbeiten und Alternativen zu entwickeln, wie etwa Investitionen in die Speicherung von Strom aus erneuerbaren Energien.

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