Universität Regensburg

Innovatives Forschungsprojekt „CyberMentor“ ausgezeichnet

05.03.2020 | Stand 10.01.2021, 9:05 Uhr
Uni Regensburg/Pressemitteilung
−Foto: n/a

Ein „Leuchtturmprojekt zur Stärkung von Frauen in MINT“ nannte die Jury des Stifterverbandes für die Deutsche Wissenschaft das Regensburger Programm „CyberMentor“. In der vom Stifterverband ausgeschriebenen „MINTchallenge empowerMINT – Talent kennt kein Geschlecht“ gewann „CyberMentor“ den zweiten Platz und 3.000 Euro Preisgeld.

Regensburg. „CyberMentor“ ist das größte deutschlandweite Online-Mentoring-Programm zur Förderung von Mädchen und Frauen in MINT und wurde bereits zum vierten Mal mit einem Preis ausgezeichnet. Der Stifterverband schreibt mehrmals im Jahr Challenges zu unterschiedlichen Themen aus. Das Ziel: Wegweisende Projekte, die das Interesse von Frauen an MINT-Studiengängen stärken, in der Öffentlichkeit bekannt zu machen und dadurch auch andere Hochschulen zu eigenen Programmen zu inspirieren.

„CyberMentor“ gewinnt den zweiten Platz der „MINTchallenge empowerMINT – Talent kennt kein Geschlecht“. Den ersten Preis erhält das Projekt „Open:MINT“ der Hochschulen Bremerhaven und Wismar, das die Vernetzung von Schülerinnen, Studentinnen und Mentorinnen in den Vordergrund stellt. „CyberMentor“ wird für die Unterstützung von MINT-interessierten Mädchen und jungen Frauen bei ihrer Studien- und Berufswahl ausgezeichnet. Seit 2005 wurden bereits über 6.500 Schülerinnen im Alter von elf bis 18 Jahren für mindestens ein Jahr ehrenamtlich von einer persönlichen Mentorin aus Wirtschaft oder Wissenschaft begleitet. Die Mentorinnen regen die Schülerinnen zu MINT-Aktivitäten an und geben Hinweise, welche Studiengänge und Berufsbilder für die Mentees interessant sein könnten. Die Mentees werden auf der Online-Plattform individuell begleitet. So können die Mentorinnen die Schülerinnen gezielt fördern und durch ihr Vorbild Geschlechterstereotype abbauen. Ferner können sich die Teilnehmerinnen mit anderen MINT-interessierten Mädchen und Frauen auf der Plattform vernetzen und gemeinsam an interdisziplinären Projekten arbeiten. Wirtschaft, Wissenschaft und Gesellschaft profitieren von diesem Engagement.

Zur optimalen Förderung der Teilnehmerinnen wird „CyberMentor“ systematisch wissenschaftlich begleitet und auf der Grundlage der dabei gewonnenen Erkenntnisse kontinuierlich verbessert. Die Wirksamkeit des Programms ist eindrucksvoll dokumentiert: Mehr als 70 Prozent der befragten „CyberMentor“-Teilnehmerinnen entscheiden sich nach der Schule für ein MINT-Studium oder einen MINT-Beruf. Die Forschung zeigt, dass sich MINT-interessierte Mädchen mit größerer Wahrscheinlichkeit für ein MINT-Studium entscheiden, wenn MINT in möglichst vielen relevanten Bereichen ihres Umfelds – etwa Familie, Freundeskreis und Schule – als geeignet für Mädchen bewertet wird. Deshalb achtet „CyberMentor“ darauf, dass die teilnehmenden Schülerinnen in möglichst vielen Bereichen ihres Alltags gezielt mit MINT-Angeboten gefördert werden. Das „CyberMentor“-Programm kooperiert hierfür beispielsweise mit der Junior-Ingenieur-Akademie sowie im Rahmen von „CyberMentor Plus“ mit Schulen in ganz Deutschland, an denen MINT-Fachlehrkräfte spezielle MINT-AGs für die teilnehmenden Schülerinnen anbieten.

Die Finanzierung von „CyberMentor“ erfolgt durch verschiedene Unternehmen, Stiftungen und Ministerien (Bayerisches Staatsministerium für Unterricht und Kultus, Ministerium für Wirtschaft, Arbeit und Wohnungsbau Baden-Württemberg). Das „CyberMentor“-Programm wird von Prof. Dr. Heidrun Stöger, Lehrstuhl für Pädagogik (Schulpädagogik) an der Universität Regensburg, und Prof. Dr. Dr. Albert Ziegler, Lehrstuhl für Pädagogische Psychologie und Exzellenzforschung an der Universität Erlangen-Nürnberg, geleitet.

„CyberMentor“ wurde in den vergangenen Jahren für seine Erfolge in der MINT-Mädchenförderung mehrfach ausgezeichnet. Bei den „Ada Awards“ 2016 wurde „CyberMentor“ in Brüssel zur „Digital Impact Organization of the Year“ ernannt. Die Begleitforschung des Programms wurde 2017 von der Harvard Kennedy School ausgezeichnet sowie in das „Gender Action Portal“ aufgenommen, das nach strengen wissenschaftlichen Kriterien optimale Interventionen zur Steigerung des Frauenanteils in MINT auswählt. Zudem erhielt „CyberMentor“ den „Schwarzkopf Million Chances Award“ 2019 in der Kategorie „Move up“ für die Unterstützung von MINT-interessierten Mädchen und jungen Frauen bei ihrer Studien- und Berufswahl.

Als weiteres Projekt stellte sich die gemeinsame Initiative der Universität Regensburg und der OTH Regensburg „MINT-Girls Regensburg“ der „MINTchallenge“ des Stifterverbands. Die Initiative wurde unter die „10 Best Practice Projekte“ gewählt. Damit sind die „MINT-Girls Regensburg“ Teil des „MINTkompass“ und dienen als Vorbild, um zu zeigen wie Hochschulen mit Herausforderungen in der MINT-Bildung umgehen. Seit 2014 bietet das Projekt „MINT-Girls Regensburg“ unter der Leitung von Dr. Stephan Giglberger, MINT-Beauftragter der Universität, und Armin Gardeia, Leiter der Jungen Hochschule, Schülerinnen ab der zehnten Jahrgangsstufe in Workshops, Experimenten und Vorlesungen die Möglichkeit, sich mit spannenden Themen aus Mathematik, Informatik, Naturwissenschaft und Technik auseinanderzusetzen.

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