„Red Diamonds“ sind „Verein des Monats“

Ihr größtes Hobby ist die Show

27.06.2018 | Stand 09.01.2021, 13:39 Uhr
Ulrike Aigner
−Foto: n/a

Wer tanzt, ist immer kreativ. Wer in der Gruppe tanzt, ist sogar so etwas wie ein Allrounder: Es geht um Choreographie, Akrobatik, Kostüme und Technik. Denn das größte Hobby ist die Show. Beim Showtanz sind die „Red Diamonds“ ganz in ihrem Element.

VELDEN Für ihren Sport sind sie rund um die Uhr im Einsatz – ehrenamtlich. „Ein zweites Hobby habe ich nicht“, formuliert es schmunzelnd Kristina Hötschl, Trainerin und Kassierin des Veldener Vereins. Dieses ehrenamtliche Engagement hat auch die Jury überzeugt: Die „Red Diamonds“ sind der dritte „Verein des Monats“, einer gemeinsamen Aktion der VR-Bank Landshut und des Wochenblatts.

Mit dieser Aktion wollen die VR-Bank Landshut und das Wochenblatt das ehrenamtliche Engagement in den Vereinen unterstützen und fördern. Nun sind die „Red Diamonds“ gekürt worden. Damit bekommt der Verein unter anderem die Möglichkeit, sich online und auf der Facebook-Aktionsseite „VR-Bank Landshut“ zu präsentieren.

Wer den Verein in Velden besucht, spürt gleich den besonderen Teamspirit. Zu viert kommen die „Red Diamonds“ zum Interview. Hier geht alles „Hand in Hand“ wie auch das Engagement im ganzen Vereinsleben. „Wir machen alles miteinander und das zeichnet uns aus“, sagt Kristina Hötschl. „Wir“ – das ist das Trainerteam Kristina Hötschl, Stefanie Artmann, Stefanie Hetzel und Judith Klein.

Sie alle sind sie schon lange bei den „Red Diamonds“ dabei. Was die vier und auch die anderen rund 80 Mitglieder verbindet, ist die Liebe zum Showtanz. „Wir haben ganz klassisch mit Showtanz begonnen, erzählt Stefanie Artmann, Trainerin und auch 2. Vorsitzende. Das war im Jahr 2002, als der Verein in Velden aus der Taufe gehoben wurde.

Große Verschnaufspausen gibt es im Vereinsjahr nicht. Die Saison beginnt Anfang Mai. Zweimal in der Woche treffen sich die „Red Diamonds“ zum Training, immer montags und samstags. Dazu gibt es im Herbst ein Trainingslager, damit im Dezember das 20-minütige Programm steht. Das aktuelle Programm heißt übrigens „Verrückte Welt – Eintritt frei.“ Das Credo der „Red Diamonds“ bei der Konzeption ihrer Programme: „Wir wollen es locker und tänzerisch umsetzen.“

Ist ein Programm erst mal geboren und im Dezember präsentiert, sind oft auch schon die Ideen und Pläne für die nächsten Themen und Choreographien da. Was wird also im Dezember als nächstes präsentiert? Stefanie Artmann ist da sehr geheimnisvoll, denn es gibt ein eisernes Gesetz in der Gruppe – und das ist Stillschweigen. Erst im Dezember wird das große Programm-Geheimnis gelüftet. Aber eines verrät die Trainerin schon jetzt: „Wir versuchen, uns immer wieder zu steigern.“

Der Verein hat zwei Tanzgruppen. Da ist zum einen die Showgruppe der „Großen“, die „Red Diamonds“. Derzeit besteht die Formation aus 31 Mitgliedern: 25 Damen und sechs Herren. Die sechs Herren – das ist durchaus bemerkenswert und zahlenmäßig ein neuer Rekord. Die komplette Truppe absolviert nicht nur etwa 30 Auftritte im Jahr, auch weit über die Veldener und Landshuter Grenzen hinaus. Auch auf Ranglistenturnieren und Meisterschaften im Schautanz mit Hebefiguren nehmen die „Red Diamonds“ teil, auch dies mit wachsendem Erfolg. Bei einem Mastercup-Turnier konnten sich so die „Red Diamonds“ zuletzt nicht nur einen dritten Platz, sondern auch einen guten Namen ertanzen.

Natürlich ist für genügend Nachwuchs bei den „Red Diamonds“ gesorgt: Es gibt die „Little Diamonds“, die zweite Gruppe des Vereins. Derzeit 31 Mädchen im Alter zwischen fünf und 15 Jahren machen hier ihre ersten Showtanz-Erfahrungen.

Der Spaß am Tanzen bleibt dabei immer im Vordergrund – und auch die gute Atmosphäre in den Gruppen. „Natürlich müssen wir in unserem Sport diszipliniert und auch einmal streng sein. Aber es bleibt immer familiär und menschlich“, sagt Kristina Hötschl. Das gute Miteinander und die Harmonie im Verein strahlen die „Red Diamonds“ auch nach außen aus: „Das bekommen wir auch immer wieder von außen an uns herangetragen. Das macht uns schon ein bisschen stolz.“

Ein so gut funktionierender Verein kommt nicht von ungefähr. Ob nun Kristina Hötschl, Stefanie Artmann, Stefanie Hetzel oder Judith Klein: Fast alle von ihnen haben im Verein eine Doppelfunktion: Trainerin – Vorstandsmitglied, Trainerin - Tänzerin oder ähnliches. Alles ehrenamtlich, anders ginge es nicht – vom Trainingsbetrieb bis hin zur Organisation eines Sommerfests. Doch auch diese Tatsache schweißt zusammen, bei all den Aufgaben, die immer wieder auf einen zukommen. „Ich weiß gar nicht, wie viele Steinchen wir schon gemeinsam auf unsere Kostüme geklebt haben“, erzählt Klein schmunzelnd.

Zu diesem Kreativteam, das sich inklusive Training dreimal in der Woche trifft, kommen viele private Helfer, die kein Geld verlangen. Denn Showtanz braucht auch gute Technik, vom Licht bis zum Ton. Außerdem gibt es zwei Kräfte, die ab Juli fast nur am Telefon sitzen und Auftritte und Buchungen einholen, oder auch Unterstützer, die sich um Flyer und Marketing kümmern. Auch das ist unverzichtbar.

Showtanz und ein immer besseres Programm kosten aber auch Geld: Programm, Equipment, Kostüme. Dazu kommen die nicht wenigen Fahrtkosten, besonders die langen Strecken zu den Meisterschaften gehen ins Geld. „Wir sind jedes Jahr auf Spenden angewiesen“, betonen die Vier der „Red Diamonds“. Daher haben sie im Rahmen der VR-Bank-Aktion „Verein des Monats“ auch einen ganz besonderen Wunsch: „Es wäre unser Herzenswunsch, dass nächste Saison unsere Busfahrten übernommen werden.“

Die Bewerbungen für den „Verein des Jahres“ gehen natürlich weiter. Mitmachen können alle Clubs, eingetragene und nicht eingetragene Vereine, gemeinnützige, soziale und kulturelle Einrichtungen. Das Prozedere ist einfach: Das Teilnahmeformular kann auf der Homepage der VR-Bank Landshut (www.vrla.de) heruntergeladen werden. Die kreative Bewerbung – mit einem Foto oder Kurzfilm – einsenden an die E-Mail-Adresse verein@wochenblatt.de. Alle eingesendeten Teilnahmebögen bleiben über den kompletten Kampagnenzeitraum im „Topf“ und werden von einer wechselnden Jury gesichtet und bewertet.

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