24.10.2015, 08:56 Uhr

Skandal S&K-Millionenbetrug: TÜV soll kräftig mitgeholfen haben

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Der TÜV Süd hat offenbar enger mit der insolventen Immobiliengruppe S&K zusammengearbeitet als bisher bekannt. Der Skandal hatte auch Regensburg erreicht, weil Geschäftspartner und Ablegerfirmen in Regensburg angesiedelt waren.

DEUTSCHLAND Die Staatsanwaltschaft Frankfurt ermittelt gegen drei TÜV-Mitarbeiter wegen des Verdachts auf Beihilfe zum gewerbsmäßigen Betrug. Derzeit müssen sich die S&K-Gründer wegen bandenmäßigen Betrugs und Untreue vor dem Landgericht Frankfurt am Main verantworten. Ihnen wird vorgeworfen, Anleger mit unrealistischen Renditeversprechen um geschätzt 240 Millionen Euro betrogen zu haben.

Eine Tochter des TÜV Süd hatte S&K im August 2011 bescheinigt, das Unternehmen habe "Immobilien mit einem Verkehrswert von gut 101 Millionen Euro im Bestand". Eigene Rechnungen zum Wert der Häuser stellte der TÜV jedoch nicht an, er verließ sich ganz auf die Angaben von S&K. Gut 92.000 Euro zahlte S&K für den TÜV-Süd-Stempel. Mit ihm warb die Firma noch bis kurz vor dem Kollaps Ende Februar 2013. Laut Anklageschrift zu S&K ließ sich der TÜV einspannen, um der Firma einen seriösen Anstrich zu geben. S&K bestand schriftlich darauf, dass der TÜV nicht prüfen dürfe, ob die Immobilien im Grundbuch eingetragen waren oder der Kaufpreis auch überwiesen wurde. Im Mai 2012 schrieb ein TÜV-Vertreter an S&K, beim TÜV gingen vermehrt Anrufe zur Richtigkeit der Zertifikate ein, das habe im Haus zu Überprüfungen geführt. Dennoch unternahm der TÜV offenbar nichts dagegen, dass S&K weiter Anleger mit dem Siegel lockte.

Der TÜV Süd argumentiert, er habe die Angaben von S&K nicht geprüft. Man habe bloß An- und Verkäufe aufgelistet und gegenüber S&K bestätigt. Die Bescheinigungen seien lediglich für den internen Gebrauch gedacht gewesen. Zu den weiteren Vorwürfen will sich der TÜV Süd im Detail wegen der laufenden Ermittlungen nicht äußern.


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