31.01.2012 Reit im Winkl
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Faszinierende Winterwelt:

Wandern auf Schneeschuhen


Foto: Chiemgau Tourismus
Fast so verwunschen wie in einem Winter-Märchen muten die Pfade an, die man nur mit Scheeschuhen erklimmen kann...

Der Schnee knirscht unter unseren Tritten. Gleichmäßig. Sonst ist weder von unten im Tal noch aus dem Winterwald ein Ton zu hören – bis sich ein Vogel hoch oben im Gipfel lauthals über die Störung unserer Schneeschuh-Wandertruppe beschwert.


Abseits von Loipen, Pisten und Wegen gehört die stille, faszinierende Winterwelt neben den Tourenskigängern nur noch den Schneeschuhwanderern und eben den Tieren, die hier mitten im Wald zuhause sind. Schneeschuhwandern gehört im Chiemgau seit Jahren zum Programm für Gäste und Einheimische. Die Wintersportorte Inzell, Ruhpolding, Reit im Winkl, Schleching, Bergen und Marquartstein offerieren geführte Touren, verleihen moderne Ausrüstung und geben wertvolle Tipps, wo man ungestört, aber sicher die erste Spur in den jungfräulichen Schnee ziehen kann.


Wir befinden uns heute auf der gut ausgeschilderten Hausbergrunde, einem der ausgewiesenen Schneeschuh-Wanderwege in Reit im Winkl. Und auch, wenn das Scheeschuhwandern ein natürlicher Bewegungsablauf ist: Bei dem pappigen Schnee ist es teils ganz schön anstrengend – und alle sind froh, dass die Runde am Tag zuvor schon von anderen Schneeschuh-Trägern gespurt wurde. Schnell und steil geht es vom Festsaal an der Tiroler Straße ü̈ber den Hausberg bergan zur Eckkapelle, wo die erste kurze Rast zum Verschnaufen einlädt.


Der Blick über die Schulter eröffnet immer wieder, wenn der Wald sich lichtet, tolle Aussichten auf die umliegende Bergwelt. Tief verschneit hängen die Äste über den schmalen Pfad, den wir begehen, immer wieder heißt es ducken und nicht mit dem Rucksack hängen bleiben.


Zwischen drei und sechs Stunden dauern die Wanderungen durch die Wälder rund um Reit in Winkl oder hinauf auf die Hemmersuppen- oder Winklmoos-Alm. „Die Lust auf Natur nimmt auch im Winter immer weiter zu. Daher merken wir seit einigen Jahren einen enormen Zuwachs an Schneeschuhwanderern, die Spaß an Bewegung in unberührter Natur haben“, bestätigt der ausgebildete Skilehrer Andras Mühlberger.


Die Freude an der Bewegung in frischer Luft und der „normale“ Bewegungsablauf, der keine besondere Technik erfordert, machen Schneeschuhwandern insbesondere bei älteren Menschen und Familien so beliebt.  Natürlich spielt auch der Kostenfaktor eine Rolle. Schon ab 150 Euro ist die Schneeschuhausrüstung zu haben und nachfolgende Kosten, wie beim Skifahren, gibt es nicht.
Wer den Sport erstmal testen möchte, kann in den Chiemgauer Sportgeschäften für sieben Euro am Tag Schneeschuhe und Stöcke ausleihen. Die örtlichen Tourist-Informationen bieten darüber hinaus mehrmals wöchentlich geführte Schneeschuhwanderungen an und geben Tipps für sicheres Wandern in den Chiemgauer Bergen.


Die Gruppe am heutigen Tag hat mittlerweile über die Lieberg-Forsthütte den höchsten Punkt der Tour erreicht und schon einiges der Zwiebelprinzip-Kleidung in den Rucksack wandern lassen, denn warm ist ob der ungewohnten Anstrengung allen geworden. Leider wird der ersehnte Blick auf den Gipfel des Großglockner durch Wolken verwehrt. Dafür kann man kurz darauf, als wir den Wald verlassen, genau erkennen, wie viel Schnee hier eigentlich liegt: Zwei Meter hoch über dem normalen Wanderweg stapfen wir mit den Schneeschuhen dahin - unglaublich, welche Schneemassen hier im Frühjahr tauen werden.


Besonders deutlich zeigt eine Scheestange am (nur zu vermutenden) Wegesrand, in welcher Höhe wir uns befinden: Einer der Schneeschuhwanderer bleibt nämlich an einer durch den Schnee verstecken Spitze einer solchen Stange hängen…
Nach etwa drei Stunden erreichen wir die Hutzenalm, deren Wirt Reiner mit sensationellen Kaspressknödeln und einem nicht weniger leckeren Kaiserschmarrn den Wanderern wieder zu Kräften verhilft.


Nach der gemütlichen Einkehr geht es bergab zurück ins Tal – teilweise wird jetzt selbst im Tiefschnee gespurt, mit viel Spaß dabei hangabwärts gelaufen.


Alle sind sich jetzt einig: Trotz schwerem Pappschnee und seltener Sonnenstrahlen: Die Tour war ein besonderes Erlebnis und muss wiederholt werden!

 

Schneeschuhtouren

 

In Reit im Winkl gibt es ausgewiesene Schneeschuh-Wanderwege für jede Kondition: z. B. eine einfache Wanderung vom Parkplatz Benzeck-Lifte über den gewalzten Winterwanderweg bis zum Ortsteil Blindau und dann weiter zum Klausenberg. Auf der fünf Kilometer langen Strecke müssen 150 Höhenmeter bezwungen werden. Eine anspruchsvolle Wanderung ist von der Hindenburghütte (1.206 Meter) zum Straubinger Haus (1.551 Meter). Von Blindau gibt es einen Bustransfer bis zur Hindenburghütte.



In Inzell geht es mit Schneeschuhen vom Wanderparkplatz beim Forsthaus Adlgaß (795 Meter) entweder um den Frillensee (922 Meter), Gehzeit 3,5 Stunden oder auf die Bäckeralm auf 1.067 Meter, Gehzeit 3 Stunden.



In Ruhpolding zieht es Gipfelstürmer mit den Schneeschuhen auf den 1.450 Meter hohen Unternberg. Gehzeit: 2 Stunden

 

Einen Film über die Wanderung gibt es beim RFO.

 

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Autor: Andrea Obele

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