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05.09.2012 Deutschland

Fast 1,3 Millionen Diebstähle in Deutschland:

Touristenziele auch Diebstahlhochburgen


Diebstahlhochburgen sind nach einer neuen Studie: Köln, Düsseldorf, Frankfurt/ Main, Hamburg und Berlin. München und sind Stuttgart relativ sicher. Leider werden nur 43 Prozent der Diebstähle aufgeklärt.

Fast 57 Millionen Touristen besuchten 2011 die deutschen Großstädte (über 100.000 Einwohner). Gerne präsentieren die sich mit deutscher Geschichte und weltoffen. Doch, dass in den deutschen Städten für Einwohner und Touristen nicht immer eitel Sonnenschein herrscht, belegt nun eine Studie des Online-Reiseportals ab-in-den-urlaub.de. Die deutschen Städte werden immer mehr zum Tummelplatz von Kriminellen.

 

So stieg allein die Zahl der Diebstahldelikte in Deutschland (einfacher Diebstahl gemäß §242 StGB) von 1,23 Millionen Fällen im Jahr 2010 auf fast 1,3 Millionen im Jahr 2011. Das ist ein Plus von fast 60.000 Diebstählen.


Fest steht: Zum ersten Mal seit 2007 nähern sich die Diebstahlwerte wieder der 1,3 Millionen-Marke an. Besonderen Anteil an dieser Steigerung haben die stark urbanisierten Gebiete in Deutschland wie Nordrhein-Westfalen (+27.308 Delikte) sowie die Stadtstaaten Berlin (+12.033 Delikte) und Hamburg (+4.097 Delikte). Aber auch das als „sicher“ geltende Ländle Baden-Württemberg trägt mit fast 4.000 Delikten zusätzlich ein Übriges dazu bei. Ein Problem: Zum Teil haben organisierte Diebesbanden, auch aus Osteuropa, Deutschlands Städte fest im Griff. Aber auch die sogenannte Beschaffungskriminalität trägt zum Anstieg der Delikte bei.

 

Unsicheres Pflaster für Bewohner und Besucher: Köln, Düsseldorf, Frankfurt am Main und Hamburg


Die deutschen Tourismushochburgen wie Berlin, Hamburg, Köln, Düsseldorf oder Frankfurt/ Main sind für Bewohner wie Touristen, wenn es um Diebstähle geht, ein unsicheres Pflaster. Allein in diesen fünf Städten ereigneten sich im Jahr 2011 fast 300.000 Diebstähle! Was man bisher eigentlich nur aus südeuropäischen Metropolen kennt, findet sich mittlerweile auch in deutschen Städten. Komplette Handtaschen werden etwa im Gedränge z.B. in Bahn oder Bus ausgeräumt. Handys, Geldbörsen oder andere, leicht zugängliche Dinge wechseln blitzartig den „Besitzer“. Auch besonders oft im Visier der Diebe: Ladengeschäfte für den "kleinen Ladendiebstahl zwischendurch".


Ganz oben im Diebstahlranking: Düsseldorf. In der rheinischen „Schicki-Micki“-Metropole wurden 2011 26.888 einfache Diebstähle angezeigt. Das sind 4.539 Diebstähle pro 100.000 Einwohner (EW) und 105% über dem bundesdeutschen Studienschnitt. Also Besucher sollten bei Menschenansammlungen auf der Königsallee auf ihre Wertsachen achten. Auf Platz zwei, nur rund 50 Kilometer rheinaufwärts, findet sich im Diebstahlranking Köln. Die „Klüngel“-Stadt bringt es auf immerhin 38.441 Diebstähle. Das sind 105 Stück pro Tag und 3.779 pro 100Tsd.. EW. Somit liegt das Diebstahlepizentrum der Republik wohl oder übel am Rhein.


Auf Platz drei folgt eine Stadt jenseits der NRW-Landesgrenzen. In Frankfurt am Main wurden 23.291 Delikte im Jahr 2011 gezählt. Das bedeutet für die Bankenmetropole 3.368 Diebstähle pro 100Tsd. EW. Hier scheint das Geld für die Ganoven auch „auf der Straße zu liegen“. Knapp dahinter folgt Hamburg. Rund um Alster und Elbe verzeichneten die Behörden 3.347 Fälle pro 100Tsd. EW. Insgesamt bringt es die Touristenhochburg im Norden auf 60.215 Diebstähle nach § 242 StGB.


Eigenartigerweise landet auf Platz fünf der Diebstahlhochburgen die kleinste Kommune in der Studie. das Städtchen Heide in Schleswig Holstein. Die 20Tsd-Einwohner-Stadt verzeichnete 692 Diebstähle im Jahr 2011. Das macht statistisch betrachtet 3.325 Delikte pro 100Tsd. EW. Dass sich die Behörden nicht gänzlich verzählt haben, belegt die Deliktanzahl aus dem Jahr 2010: 628 gemeldete Diebstähle.



„Sicheres Pflaster“: München, Dresden, Potsdam, Erfurt, Rostock

 

Dass sich Einwohner und Gäste in vielen deutschen Städten durchaus noch auf die Straßen und Plätze trauen und auch das eigene Heim ohne Sorgen verlassen können, beweisen 37% der untersuchten Städte, die als „sicher“ eingestuft wurden. Im Verhältnis wenige Diebstähle erwarten Einwohner und Touristen im württembergischen Aalen. Im Jahr 2011 ereigneten sich 794 Delikte. Das ergibt eine Quote von 1.206 Diebstählen pro 100Tsd. EW. Ebenfalls als relativ sicher bewertet wurden Städte wie Esslingen (1.210 Delikte je 100Tsd. EW), Fürth (1.265 je 100Tsd. EW), Salzgitter (1.283 je 100Tsd. EW), Balingen (1.352 je 100Tsd. EW), Suhl (1.368 je 100Tsd. EW) oder Ingolstadt (1.447 je 100Tsd. EW),


Erwähnenswert ist die Sicherheitslage in einigen Kommunen über 200.000 Einwohnern. So wurden auch Dresden, Stuttgart, München, Erfurt, Augsburg, Chemnitz und Rostock als „sicher“ bewertet. Diese Städte weisen nicht mehr als 2.000 Diebstähle je 100Tsd. Einwohner auf.


Ebenfalls positiv: Elf von 16 Bundesländern gelten als „sicher“. Im bundesdeutschen Vergleich schneiden Bayern (1.036 Delikte je 100Tsd. EW), Thüringen (1.146 je 100Tsd. EW) und Baden-Württemberg (1.195 je 100Tsd. EW) am besten ab.

 

Tipps für Betroffene:

 

Achtung: Einfach Diebstähle werden nicht von der Hausratversicherung abgedeckt. Das heißt für die Betroffenen, dass sie auf dem Schaden sitzenbleiben. Dennoch sollte der Diebstahl unbedingt der Polizei gemeldet und Anzeige gegen Unbekannt erstattet werden. Sollten Bank- und Kreditkarten abhanden gekommen sein, sollten die Betroffenen schnellstmöglich alle Bank- und Kreditkarten sperren lassen. (u. a. EC-Karte: 01805/021021, VISA: 0800/8118440, Master Card: 0800/8191040). Erst danach steht die Bank für Schäden ein. Bei Telefonkarten gilt Ähnliches. Nach einem Handy-Klau sollte der Kundendienst des Kartenbetreibers informiert werden, so dass die SIM-Karte umgehend gesperrt wird.

Autor: Andrea Obele/pm
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