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05.09.2012 Bayerisch Gmain

Biwak unter Extrem-Bedingungen:

Papert klettert neue Route am Mount Asgard


Es gibt Neuigkeiten von Kletterin Ines Papert. Per E-Mail meldet sich die 38-jährige aus Kanada, wo ihr in Begleitung der beiden Kanadier Jon Walsh und Joshua Lavigne die Eröffnung einer neuen Route am „Mount Asgard“ in Baffin Island gelungen ist.

Der Berg ist nach Asgard, dem Heim der Götter in der nordischen Mythologie benannt. Er besteht aus zwei Plateau-Gipfeln, die mit einem Sattel verbunden sind, hat eine Höhe von 2.015 Metern und wurde im Jahre 1953 zum ersten Mal bestiegen. 1976 war der Berg die Kulisse für den James Bond-Film „Der Spion der mich liebte“.


Über Ottawa und Iqualuit reisten Ines Papert aus Bayerisch Gmain und ihre Kollegen in das 1500-Seelendorf “Pangnirtung” im südöstlichen Teil der Insel. Im „Ort des Karibubullen“ angekommen, ging es per Fischerboot 30 Kilometer über den Fjord, ehe sich das dreiköpfige Team schwer beladen zu Fuß entlang des Weasel Valley im Auyuittuq National Park über die Moränenlandschaft zum Mount Asgard durchkämpfte.

 


Nach dreitägigem Fußmarsch – zum Teil durch hüfttiefes Wasser – konnte das Basislager auf dem Turnerglacier beim Mount Asgard eingerichtet werden. Nach einem Ruhetag wurde zum Warm-Up der Mount Loki über den 700 Meter hohen Südpfeiler (Neuseeländerroute) bestiegen. Zwei Tage später, um zwei Uhr in der Früh, ging es dann zum eigentlichen Ziel: zur Erstbegehung der Nordwestwand des Südpfeilers am Mount Asgard. Das Trio marschierte über den sehr brüchigen Vorbau in Richtung Wandmitte. Aufgrund von massivem Steinschlag – ausgelöst durch die hohen Temperaturen in der Wand – mussten Papert und Kollegen mangels Ausweichmöglichkeiten gut geschützt unter einem Felsdach biwakieren. Am nächsten Tag wurde nach 1000 Meter Kletterei der Gipfel des Mount Asgard im Alpinstil erreicht. Ein plötzlicher Wetterumschwung und aufkommender Sturm erschwerten nicht nur die letzten beiden Seillängen, sondern verwehrten Papert, Walsh und Lavigne auch jede Sicht am Gipfel.

 

Zur eigentlichen Crux wurde unter diesen bedrohlichen Bedingungen der Abstieg über brüchiges, nasses und extrem rutschiges Schrofengelände auf der Südseite des Bergs. Nach einem äußerst ungemütlichen Biwak besserte sich das Wetter so weit, dass der Abstieg über den Gletscher fortgesetzt werden konnte. Ines Papert dazu in ihrer Email: „Mit einem so schnellen Erfolg haben wir nicht gerechnet. Entsprechend sind wir sehr zufrieden. 29 Seillängen, 1200 Meter Wandhöhe, ohne Portaledge, ohne Fixseile, leicht
und schnell, in unserem favorisierten Stil, dem Alpinstil, zu klettern, ist ein sehr passables Ergebnis. Wir haben keine Bohrhaken verwendet – alles clean. Bis auf einen vereisten Kamin und einen vom starken Regen nassen Zug in der Ausstiegslänge konnten wir alles onsight klettern. Weil Jon Walsh nach Ankunft im Basecamp die traurige Nachricht vom Tod seines Vaters erhielt, mussten wir früher als geplant aus Baffin abreisten.“

 

Ihrer Route gaben die Drei den Namen „Sensory Overload“, zu deutsch Reizüberflutung. Am Mount Asgard traf Ines Papert übrigens ihre Nachbarn: Die Huberbuam Thomas und Alexander waren zur gleichen Zeit an der Westwand zugange.

Autor: kb
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