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29.03.2012 Salzburg

Mehr Gasthaus, neue Lok, elegante Infotafeln:

Neues im Salzburger Freilichtmuseum

Freilichtmuseum Mauthaus
Foto: Freilichtmuseum Salzburg
Das Salzburger Freilichtmuseum hat nach der Winterpause seine Pforten wieder geöffnet. Am Samstag, 31. März, findet der „Traditionelle Ostermarkt“ statt, der sich in den vergangenen Jahren wegen des besonderen Angebotes zu einer außerordentlich beliebten Veranstaltung entwickelt hat.

Die Saison 2012 bringt eine ganze Reihe von Neuerungen und Verbesserungen für die Besucherinnen und Besucher des Museums. Besonders im Bereich „Besucherservice“ wurde bereits während der Winterpause viel Vorarbeit geleistet, damit die Gäste des Museums gleich von Saisonbeginn an bzw. noch im Frühjahr von diesen Neuerungen profitieren können.

 

Erweiterung der Gastronomie 
Ein vielfacher Besucherwunsch geht endlich in Erfüllung. Das Museumsgasthaus „Salettl“ wird erweitert. Aufgrund der steigenden Besucherzahlen und der geringen Platzkapazität der Salettl-Gaststube, kam es – besonders an Regentagen – immer wieder zu Engpässen und Wartezeiten. Nun entsteht gleich neben dem Gasthaus zusätzlich ein historischer Pavillon mit neunzig Sitzplätzen. Der neuneckige Holzbau stammt aus dem Jahr 1940 und diente ursprünglich als Holzlager. Die Einrichtung für den Pavillon stammt größtenteils aus dem ehemaligen Salzburger Gasthaus „Kaiser Karl“ (Noppinger) in der Maxglaner Hauptstraße. Die Fertigstellung und Inbetriebnahme des Pavillons stellt für die Museumsgastronomie eine große Entlastung dar. Der Probebetrieb wird voraussichtlich Mitte April aufgenommen, offizielle Eröffnung ist Sonntag, 13. Mai.

 

Neue Infotafeln in den Museumsobjekten


Lange waren sie im Einsatz und erfüllten ihren Zweck. Die sogenannten „Haustafeln“, auf denen die einzelnen Bauten und weitere Ausstellungsgegenstände des Freilichtmuseums beschrieben und erklärt werden, stammen aus dem Jahr 1990 und wurden damals in Eigenregie gestaltet und gefertigt. Diese werden nun durch neu gestaltete, elegante und optisch sich von der Umgebung abhebende Infotafeln aus dem Grafikbüro von Fritz Pürstinger ersetzt. Der Austausch der über 100 Tafeln wird im Mai abgeschlossen sein.

 

Neuer Internetauftritt


Neu ist der Internetauftritt des Salzburger Freilichtmuseums. Die rasante Entwicklung auf diesem Sektor machte einen „Relaunch“ der Homepage notwendig. Das Ergebnis ist ein ästhetisch gelungener und informativer Webauftritt, der Lust darauf macht, das Museum nicht nur virtuell zu besuchen sondern aufgrund der gelungenen Präsentation auch tatsächlich vor Ort kennenzulernen.

 

Englischsprachiger Museumsführer


Bereits im vergangenen Jahr wurde ein erweiterter und aktualisierter, 248 Seiten umfassender Museumsführer herausgegeben. Diesem zur Seite steht ab sofort ein druckfrischer Museumsführer in englischer Sprache. Das handliche Buch stellt in übersichtlicher Weise die Bauten des Salzburger Freilichtmuseums vor. Gerade für das ständig wachsende Segment der nichtdeutschsprachigen Besucher bildet der neue „Guide“ eine wichtige Ergänzung der musealen Präsentation.

 

Neue Lokomotive
Aller guten Dinge sind drei. Derzeit stehen bei der Museumsbahn die beiden Lokomotiven „Gaisberg“ und „Untersberg“ im Einsatz, heuer wird zur Verstärkung eine weitere dazukommen. Um für alle Eventualitäten gerüstet zu sein, gab das Freilichtmuseum bei der auf Feldbahnloks spezialisierten Lokfabrik SCHÖMA in Diepholz (Niedersachsen) eine weitere Diesellokomotive in Auftrag. Die neue Lok verfügt etwa über dieselbe Leistung wie die bereits vorhandenen Maschinen (ca. 60 PS). Der Unterschied liegt in der Technik: der geringere Dieselverbrauch verursacht weniger Emissionen und die Wasserkühlung ergibt ein wesentlich leiseres Motorengeräusch als bei den „alten“ Loks. Getauft wird die neue Lokomotive auf den Namen „Großglockner“. Die Ankaufskosten in Höhe von 110.000 Euro übernimmt dankenswerter Weise der Förderverein des Museums. Die Loktaufe findet im Rahmen eines „Eisenbahnfestes“ am Sonntag, 13. Mai, statt.

 


Neben der Erweiterung und Verbesserung der musealen Serviceleistungen gibt es auch in inhaltlicher Hinsicht Neuigkeiten.

 

Sonderausstellung 2012:„Die Summe eines Lebens. Erinnerungen und der Umgang mit den Dingen“

 

Das Salzburger Freilichtmuseum zeigt in seiner Sonderausstellung 2012 in der Galerie der Eingangshalle einen Teil des Nachlasses von Theresia Gugg (1921–2003), der von ihrer Tochter Marianne Gugg zur Verfügung gestellt wurde. Theresia Gugg sammelte ein Leben lang Dinge des Alltags. Die Gründe für das „Aufheben“ sind nicht bekannt, die Auswahl bei ihrer Sammelleidenschaft erfolgte subjektiv und ohne roten Faden. Theresia Gugg sammelte weder bewusst noch gezielt, sondern – wie viele Menschen der Kriegsgeneration – bewahrte einfach auf, warf nichts weg.
Auf diese Weise entstand eine Art „Lebensmuseum“. Im Rahmen der Sonderausstellung werden dabei folgende Themen angesprochen: Wie unterscheidet sich das Ansammeln von Theresia Gugg vom musealen Sammeln? Wie geht ein Museum mit einem solchen Nachlass um? Und schließlich: Der Umgang der Tochter Marianne Gugg mit dem Nachlass ihrer Mutter, indem sie die Alltagsobjekte aus ihrem ursprünglichen Zusammenhang nimmt, diese zu „Kunstwerken“ verarbeitet und die Erinnerung auf diese Weise ästhetisiert.

 

Neues Gebäude „Ötzschlaghütte“ im Aufbau

 


Das jüngste Bauvorhaben des Freilichtmuseums, die so genannte „Ötzschlaghütte“ aus dem Lungau, wird heuer fertiggestellt. Die Hütte stammt aus Seetal im Lungau und diente von 1928 bis Mitte der 1990er Jahre als Jagdhütte. 2006 wurde sie von Mitarbeitern des Freilichtmuseums abgetragen und anschließend aus dem unwegsamen Gelände von einem Hubschrauber ins Tal geflogen. Es war dies die erste vom Freilichtmuseum durchgeführte Hubschrauberbergung.
Die Hütte ist im Holzblockbau errichtet, das steile Pfettendach mit Brettschindeln gedeckt. Der ebenerdige Teil der Hütte diente als Rast- und Essplatz, während der Dachboden, der nur von außen mittels einer Leiter erreichbar war, mit zwei Holzpritschen und Strohsäcken das Schlaflager bildete. Der Standort im Freilichtmuseum befindet sich im Waldstück zwischen den Baugruppen „Pongau“ und „Lungau“.

 

Neues Objekt in Planung: Mauthaus Glocknerstraße (Foto)


Nach der Eröffnung der Großglockner Hochalpenstraße im Jahr 1935 bestanden auf der Strecke zwischen Fusch und Heiligenblut viele Jahrzehnte lang mehrere Mautabschnitte. Das Mauthaus der ehemaligen Mautstelle „Guttal“ auf 1.863 m Seehöhe gibt es bis heute. Dank des Entgegenkommens der Großglockner-Hochalpenstraßen AG geht dieses Mauthaus aus dem Jahr 1935 nun in den Bestand des Freilichtmuseums über. Es ist einerseits ein Beispiel für ein historisches ländliches Gebäude außerhalb der bäuerlichen Baukultur, andererseits kann es als Zeugnis eines prägenden Stücks Salzburger Verkehrsgeschichte angesehen werden.


Das Mauthaus wird noch in diesem Jahr von Museumsmitarbeitern Stück für Stück abgetragen und im kommenden Jahr im Freilichtmuseum im Bereich „Pinzgau“ wieder aufgebaut. Das Museum erhält damit ein interessantes Hausobjekt, das mit der touristischen Erschließung der Tauernregion im Zusammenhang steht. Im Mauthaus selbst werden die Museumsbesucher über die Geschichte der berühmten Gebirgsstraße am Fuße des Großglockners informiert.

 

Vergrößerung des Parkplatzes
Die geplante und äußerst wichtige Vergrößerung des Parkplatzes, durch die etwa 100 Pkw-Plätze und 5 Abstellplätze für Busse gewonnen werden können, hängt noch von der Zustimmung des Grundeigentümers ab.

 

Veranstaltungsüberblick 2012


Die heurige Saison wird durch ein dichtes Veranstaltungs- und Festprogramm bestimmt. Abgehalten werden u.a. wieder die beliebten Traditionsveranstaltungen „Maibaumaufstellen“, „Handwerkertag“, „Kinderfest“ und „Kirtag“. Auch das „Stiegl-Sommerfest“ findet heuer wieder statt. Neu sind u.a. der Theatertag „Vorhang auf“ mit dem Salzburger Amateurtheaterverband sowie die Veranstaltung „Watzmann, Salz und Königssee“, die das benachbarte Berchtesgadener Land zum Inhalt hat.

Autor: Andrea Obele
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