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21.05.2012 Becrhtesgaden

Lamatrekking:

Entschleunigung mit Leisetretern


Foto: Finkenzeler
Am sagenhaften Untersberg: Lamawandern für Gestresste

Spucken die?” – das ist die meistgestellte Frage, die Klaus Finkenzeller, Besitzer von zehn Lamas und Lamatrekking-Führer, zu beantworten hat. Die Antwort lautet: „Ja vielleicht, wenn man innerhalb der Herde gerade zufällig im Weg der Spuckrichtung steht, aber eigentlich nie, wenn die Lamas ein Halfter tragen”, lacht der aus München „zuagroaste” Berchtesgadener.

 

Die Leisetreter strahlen Ruhe aus

 

Die kamelartigen Leisetreter sind die Ruhe selbst und deshalb wie geschaffen als Begleiter für Trekkingtouren. Entschleunigung ist das Stichwort, das genau auf unsere etwa dreistündigen Wanderungen passt”, so Finkenzeller, der selbst die Liebe zu den Lamas entdeckte, als er einen Ausgleich zum stressigen Joballtag am Reichenhaller Krankenhaus suchte. „Es ist auch immer wieder verwunderlich, wie in eine Gruppe lärmender Kinder nach einer halben Stunde Wanderung Ruhe einkehrt.”
Ruhe, Abschalten, die Stille auf sich wirken lassen – das passiert auf den Lamawandertouren. Sogar mit denen, die sich eigentlich gar nicht wirklich Zeit für eine richtige Auszeit nehmen wollen: „Ich hatte mal einen Gast dabei”, schmunzelt Finkenzellers Ehefrau Regina, „der hat vorher schon mehrmals betont, dass sie nicht länger gehen kann als eine Stunde. Ich habe extra eine kurze Runde ausgewählt, aber ihr Lama hat uns einen Strich durch die Rechnung gemacht. Das ließ sich nämlich soviel Zeit, dass wir an die zwei Stunden unterwegs waren.”

 


Mehrere Touren hat Finkenzeller im Angebot, nicht nur Kinder, auch Pärchen oder Senioren sind beim Lamahof am Untersberg gern gesehen. Zunächst lernen die Besucher die Tiere in der Herde auf der Koppel kennen. „Das ist wichtig, denn der Charakter vom Lama und dem Führer sollten schon zusammenpassen”, so der Lamaexperte. „Meist suchen sich die Lamas den Menschen aus, mit dem sie wandern wollen.” Bestechlich sind die Lamas aber nicht: Leckerli gibt es keine.

 

Mensch und Lama müssen passen

 

Finkenzeller dazu: „Den Lamas ist es Belohnung genug, wenn sie mitgehen dürfen.” Wer meint, die Lamas mit ihren großen, tiefgründigen Augen und den langen Wimpern seien Schmusetiere, der irrt. Die trittsicheren Tiere aus den Anden haben auch in der Herde keinen Körperkontakt, achten darauf, die „Privatsphäre” des anderen nicht zu stören.
Mehr Infos – auch über Finkenzellers Ambitionen als Autor über und mit Lamas, die übrigens auch schon dreifache TV-Stars sind (Abendschau, Unser Land, Bayerntour) – gibt es unter www.lamawandern.de.
 

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Autor: Andrea Obele
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