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04.07.2012 Bayern

Wie gefährlich sind Hochtouren?

Fünf tote Bergsteiger in der Schweiz


Am Dienstag, 3. Juli, stürzten fünf Bergsteiger aus Deutschland am Lagginhorn (4010 m) im Schweizer Kanton Wallis tödlich ab. Der Unfall ereignete sich gegen 13 Uhr im Abstieg kurz unterhalb des Gipfels, die Unfallursache ist derzeit noch ungeklärt. Es herrscht auch noch keine Klarheit darüber, ob die Bergsteiger angeseilt waren oder nicht.

Wie gefährlich sind Hochtouren?


Bergtouren auf die hohen, vergletscherten Berge der Alpen werden im Bergsteiger-Jargon als Hochtouren bezeichnet. Das Risiko, auf einer Hochtour tödlich zu verunglücken, ist sehr gering: Laut Bergunfallstatistik des Deutschen Alpenvereins kamen im Jahr 2011 insgesamt sieben DAV-Mitglieder auf einer Hochtour ums Leben – bei insgesamt rund 950.000 Mitgliedern.



Mit oder ohne Seil – wie sichert man auf Hochtouren?


Im hochalpinen Gelände wird meistens per Seil gesichert. Je nach Situation gibt es unterschiedliche Methoden: Während es auf flachen und mittelsteilen Gletschern üblich ist, in Seilschaft ohne Fixpunkt unterwegs zu sein, empfiehlt es sich für steilere Passagen, an Fixpunkten zu sichern, um Mitreißunfälle zu verhindern. Allerdings fehlen oftmals die nötigen Felsblöcke, Haken oder Ähnliches. Erfahrene Bergsteiger gehen in solchen Fällen nicht selten seilfrei. Am Berg ist es in einigen Situationen eine große Herausforderung, die angemessene Sicherungsmethode zu finden. Unter dem Strich bleibt bei Hochtouren also immer ein Restrisiko, das man durch Erfahrung, Können, die richtige Ausrüstung und entsprechende körperliche Fitness auf ein Minimum reduzieren kann.



Tipps für möglichst sichere Hochtouren:


Können: Die für Hochtouren nötigen Sicherungsmethoden lernt man in speziellen Kursen, die zum Beispiel die Sektionen des DAV anbieten.

 

Ausrüstung: Über die übliche Bergsteigerausrüstung hinaus sind steigeisenfeste Schuhe, Pickel und Steigeisen nötig. Außerdem Seil, Gurt sowie Schlingen und Karabiner für die Spaltenbergung.

 

Erfahrung: An Hochtouren tastet man sich langsam heran – von leichten und kurzen über längere und schwierigere Bergwanderungen, von leichten Hochtouren zu schwierigeren Unternehmungen. In diesen Schritten erlangt man auch die für Hochtouren nötige körperliche Fitness.

 

Akklimatisation: An Höhen oberhalb von rund 3500 Meter muss sich der Körper gewöhnen. Wer also eine Hochtour machen möchte, sollte sich vor Ort genug Zeit nehmen, um zunächst niedrigere Touren zu unternehmen und erst nach ein paar Tagen an die hohen Berge zu gehen.

Autor: Andrea Obele