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02.05.2012 Bayern

Tipps zur Wanderausrüstung:

Das muss mit auf Wandertour!


Wandertouren bieten nicht nur schöne Erlebnisse in der freien Natur, sondern sind auch eine ideale Möglichkeit, Kraft und Ausdauer zu trainieren. DSV aktiv zeigt, mit welcher Ausrüstung jede Tour in die Berge zu einem gelungenen Wanderausflug wird.

Funktionswäsche schützt und hält warm

 

Bei Outdoor-Aktivitäten empfiehlt es sich immer, sich nach dem „Zwiebelprinzip“ zu kleiden, bei dem mehrere dünne und atmungsaktive Schichten übereinander getragen werden. Technische Bekleidung gibt es von zahlreichen Herstellern, wichtig ist: Wenn das Prinzip funktionieren soll, müssen alle Lagen aus Funktionsmaterial gefertigt sein! Schon bei der Unterwäsche sollte am besten auf Baumwolle verzichtet werden. Alternativen gibt es von Outdoor-Herstellern aus atmungsaktivem Material oder gar aus Merinowolle – die hält auch in feuchtem Zustand warm und trocknet zudem sehr schnell. Diejenigen, die das „textile Gefühl“ bevorzugen, können auf ein Material-Mix mit bis zu 30 Prozent Baumwolle zurückgreifen – auch damit ist ein Weiterleiten und schnelles Abtrocknen von Feuchtigkeit noch gewährleistet. Wer sich allerdings auf eine Mehrtagestour begibt und eine schnelle Wäsche zwischendurch plant, ist mit Polyamid- und Polyestergeweben am besten bedient. Eine leichte Fleecejacke sollten Wanderer bei kühler Witterung und in großer Höhe dabei haben: Im Gebirge kann sich das Wetter schlagartig ändern.

 

Wind-, Nässe- und Kälteschutz

 

Gegen Wind und Nässe sind Softshells als äußere Schicht wahre Alleskönner. Im Frühjahr und Herbst oder in hochalpinen Bereichen darf die Jacke von innen auch gerne leicht angeraut oder mit einem Fleece-Futter ausgestattet sein. Für den reinen Wind- und Nieselschutz gibt es dünne Softshells, die mit geringem Packmaß und Gewicht überzeugen. Wasserdicht sind sie allerdings nicht, daher darf eine leichte Regenjacke oder ein Poncho auf keiner Tour fehlen! Um gegen einen Wetter- oder Temperatursturz gewappnet zu sein, sollten im Hochgebirge auch Handschuhe und Mütze zur Grundausstattung gehören.

 

Schuhe für jedes Gelände

 

Für die Auswahl des Schuhs ist die Passform das wichtigste Kriterium. Für leichte Wanderungen auf präparierten Wegen sind niedrige Hiking-Schuhe die erste Wahl. Für das Gebirge eignen sich feste und hohe Wanderstiefel mit griffiger Profilsohle. Dabei kann der Wanderer zwischen verschiedenen Sohlen auswählen, von weichen, für Trekking und einfaches Wandern bei jeder Witterung, bis hin zu harten Sohlen, für den Einsatz an Klettersteigen und im Hochgebirge. Reine Lederschuhe sorgen in der Regel für ein besseres Klima im Schuh, müssen jedoch gut eingefettet werden, um Wasser abzuhalten. Bergstiefel mit atmungsaktiver Membran eignen sich für diejenigen, die oft in feuchtem Gelände, in der nassen Jahreszeit oder im Eis unterwegs sind. Der Sportfachhandel bietet erstklassige, individuelle Beratung. Zusätzlich empfiehlt es sich, vor dem Kauf mindestens zwei bis drei ähnliche Modelle auszuprobieren. Spezielle Wandersocken aus Funktionsfasern leiten die Feuchtigkeit vom Fuß weg und sorgen durch dickere Dämpfungszonen für blasenfreies Wandern.

 

Praktische Accessoires


Wer sich sportlich betätigt, muss auf ausreichend Flüssigkeit achten. Je nach Tourlängegehören bis zu zwei Liter Getränke ins Gepäck. Eine volle Brotzeitdose, Riegelund Obst sollten ebenfalls nicht fehlen. Nüsse und Studentenfutter sind eineoptimale Zwischenmahlzeit, sie spenden viel Energie und sind gut bekömmlich.Praktiksch verstaut ist die Verpflegung in einem Tourenrucksack. Die Größe desRucksacks richtet sich nach dem Einsatz. Für Tagestouren mit Schutzbekleidung,Fernglas und Verpflegung reicht ein Volumen von 15 bis 25 Litern. Wer zusätzlicheine Kletter- oder Klettersteig-Ausrüstung mitnehmen will, sollte sich für 35 bis 45Liter entscheiden und auf einen ordentlichen Hüftgurt Wert legen, der das Tragenerleichtert. Diese Größen eignen sich auch bestens für eine Hüttentour. Auch beim Rucksack ist die Passform wichtig. Passend für jede Rückenlänge, bietenviele Hersteller schon ab mittleren Rucksackgrößen verstellbare Tragesysteme oderverschiedene Größen an. Wie bei den Schuhen, sollte man mehrere Rucksackmodelle– am Besten bepackt – probieren und sich im Fachhandel beraten lassen. Dasgilt auch für Teleskop-Stöcke, die beim Wandern – beim Auf- und Abstieg – eine gelenkentlastende Hilfe sind. Außerdem sorgen sie dafür, dass der Körper insgesamtgleichmäßiger belastet wird.


Orientierung und Erste Hilfe



Zur Orientierung unerlässlich ist eine topographische Wanderkarte im Maßstab 1:50.000. Wer ein Navigationsgerät benutzt, muss bedenken, dass nicht immer und überall Satellitenempfang möglich ist und dass die Akkulaufzeiten begrenzt sind. In jedem Fall ist ein aufgeladenes Handy mit eingespeicherten Notfallnummern und ein vollständiges Erste-Hilfe-Set ein Muss auf jeder Tour in die Berge.

 

Sonnenschutz



Die Wirkung der Sonne sollte keineswegs unterschätzt werden – selbst bei bewölktem Himmel ist die UV-Strahlung in den Bergen hoch und verursacht Hautschäden. Daher gehört eine gute Sonnenbrille mit UV-A- und UV-B-Schutz sowie eine Sonnencreme zur Outdoor-Standardausrüstung. Je größer der Schutzfaktor der Creme ist, desto länger hält der Sonnenschutz an. Die Sonnencreme sollte großzügig aufgetragen werden. Je älter Sonnenschutzprodukte sind, desto mehr büßen sie an Wirksamkeit ein! Ein Hut mit breiter Krempe schützt zusätzlich vor Verbrennungen im Gesicht, an den Ohren oder im Nacken.

Autor: Andrea Obele
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