29.10.2012 Bayern

Alpine Sicherheits- und Navigations-App:

App für sicheres Bergwandern

App rother
Foto: Rother
Obwohl Bergwandern ebenso wie Skifahren Aktivitäten sind, die bis ins hohe Alter betrieben werden können, geben viele ältere Menschen aus Angst vor Unfällen oder Orientierungsschwierigkeiten diese Aktivitäten irgendwann auf.

Um dieser Problematik entgegenzuwirken, wurde das europäische Verbundprojekt DOSSy (Digital Outdoor and Safety System) ins Leben gerufen. Es hat die Zielsetzung, eine App für Mobiltelefone zu entwickeln, die älteren Menschen für Outdoor-Aktivitäten in der freien Natur und speziell in der Bergwelt Navigations-, Lokalisierungs- und Sicherheitsfunktionen bereitstellt.


Koordinator des DOSSy-Projekts ist die Universität St. Gallen in der Schweiz. Weitere Projektteilnehmer sind Augmentra (die Entwickler von ViewRanger, der führenden GPS-App für Aktivitäten im Freien), Curena (Betreiber einer Notruf- und Service-Zentrale), der Bergverlag Rother (einer der führenden europäischen Verlage für Wanderführer und Outdoorliteratur), das Deutsche Rote Kreuz Herten (Träger einer der grössten DRK Notrufzentralen), der Schweizer Alpen Club sowie die Hochschule für Angewandte Wissenschaften St. Gallen. Das Projekt läuft im Rahmen des Ambient Assisted Living Joint Programme (AALJP), eines Förderprogramms der Europäischen Kommission, das darauf abzielt, die Lebensqualität älterer Menschen zu verbessern und das Angebot und die Nutzung kommerzieller Dienstleistungen für diese Zielgruppe voranzutreiben.


Das Projektkonsortium hat sich zum Ziel gesetzt, eine App zu entwickeln, die sowohl den Genuss als auch die Sicherheit beim Ausüben von Outdoor-Aktivitäten erhöhen soll. Die App wird u.a. einen Wanderführer mit hochwertigen Routeninformationen sowie einen intelligenten Navigationsassistenten umfassen, so dass Nutzer die Möglichkeit haben, entsprechend ihrer individuellen Mobilität geeignete Wanderwege auszuwählen und diesen dank GPS mit einem guten Gefühl zu folgen.

 

Zur Erhöhung der Sicherheit wird die App ein Tracking-System beinhalten, das dafür sorgt, dass Wanderer von ihren Mitwanderern oder auch von Suchtrupps lokalisiert werden können. Entsprechende Benachrichtigungen können dabei manuell versendet oder von einem eingebauten Tracking-Tool (nach Erreichen definierter GPS-Kontrollpunkte entlang der Wanderroute) automatisch ausgelöst werden. Die App wird darüber hinaus mit einer Notruf-Zentrale verbunden sein, welche in kritischen Situationen benachrichtigt und mit den entsprechenden GPS-Daten versorgt wird und darauf hin Rettungstrupps los schicken kann. Und schließlich wird die App auch darauf ausgerichtet sein, die Wetterbedingungen permanent zu überwachen, um den Wanderer und die Notruf-Zentrale über eine plötzliche Verschlechterung des Wetters – eine der Hauptgefahren beim Wandern – zu informieren.


Zur Entwicklung der App bringt das Projektkonsortium alle dafür notwendigen Kompetenzen mit. ViewRanger wird bereits weltweit von Outdoor-Aktivisten sowie von internationalen Such- und Rettungsdiensten für die Navigation und Lokalisierung genutzt. ViewRanger ist somit auch die Softwareplattform, auf deren Basis DOSSy realisiert werden wird. Curena ist als Betreiber einer Notruf- und Service-Zentrale eine Spezialistin für das Management von Notfallsituationen mit älteren Menschen. Der Bergverlag Rother bringt eine hohe Expertise im Bereich Wanderführer und Outdoorliteratur mit. Der Schweizer Alpen Club und das Deutsche Rote Kreuz Herten besitzen eine außergewöhnlich große Erfahrung im Bereich Bergrettung bzw. allgemeine Rettungsdienste.


Peter Schenkel, Projektkoordinator des DOSSy-Projekts vom Institut für Wirtschaftsinformatik der Universität St. Gallen meint dazu:
„DOSSy ist ein wirklich aufregendes Entwicklungsprojekt, dass jede Menge Erfahrung und hochmoderne Technologien in einem Konsortium zusammenführt. Outdoor-Aktivitäten tragen ganz erheblich zu einer Erhöhung der Lebensqualität speziell älterer Menschen bei. Die zu entwickelnde App wird einen erheblichen Beitrag dazu leisten, dass ältere Menschen ihre gewohnte Mobilität und Unabhängigkeit behalten können.”

 

DOSSy ist ein auf 24 Monate ausgelegtes Entwicklungsprojekt. Das Budget des Projekts beläuft sich auf 1,6 Millionen Euro. Das Projekt wird mit 734 000 Euro von der Europäischen Kommission gefördert.

Autor: Andrea Obele/pm
Weitere Nachrichten aus dem selben Ort: