11.11.2017, 08:32 Uhr

Triathlon Challenge trennt sich von Tajsich – Stadt Regensburg traute sich nicht!

Die Challenge Regensburg ist politisch, aber auch bei Anwohnern umstritten. Foto: ce (Foto:Eckl)Die Challenge Regensburg ist politisch, aber auch bei Anwohnern umstritten. Foto: ce (Foto:Eckl)

Die Challenge Family GmbH, die Namensgeberin der beiden Challenge-Triathlons 2016 und 2017 in Regensburg, hat sich vom lokalen Veranstalter Purendure und damit von Thomas und Sonja Tajsich getrennt. Die Purendure will dennoch 2018 in Regensburg Veranstaltungen durchführen, weil die Verträge mit der Stadt Regensburg gültig seien.

REGENSBURG Paukenschlag in der Triathlon-Szene: Wie die Challenge Family GmbH am Freitag bekannt gab, trennt man sich vom lokalen Veranstalter, der Purendure, von Thomas und Sonja Tajsich. In der Erklärung, die unserer Zeitung vorliegt, heißt es wörtlich:

„Die Challenge Family GmbH trennt sich mit sofortiger Wirkung von ihrem Lizenznehmer, der Purendure Event GmbH & Co. KG, dem Ausrichter des Challenge Regensburg. Purendure ist somit nicht mehr berechtigt, die für den 12. August 2018 geplante Langdistanz-Triathlonveranstaltung unter dem Namen „Challenge Regensburg“ durchzuführen.

Grund für die vorzeitige Auflösung des eigentlich noch bis Ende 2020 bestehenden Vertrags sind aus Sicht der Challenge Family mehrere Vertragsverstöße von Purendure, die eine außerordentliche Kündigung unumgänglich machen. Darunter fallen insbesondere geschäftsschädigendes Verhalten des Regensburger Challenge-Organisators Tom Tajsich, beispielsweise destruktive Äußerungen über die Challenge Family in einem Interview beim Triathlon-Podcast www.triathlon-szene.de am 26. Oktober 2017. Ebenso bezieht sich die Challenge Family auf die öffentliche Ankündigung einer Challenge Family Half, die Purendure vertraglich nicht ausrichten darf sowie weiterer nicht genehmigter Triathlon-Wettkämpfe am 12. August 2018.“

Challenge-Geschäftsführer Zibi Szlufcik bedauert: „Leider wurden unsere Bemühungen, dauerhaft eine Challenge Regensburg zu etablieren, von unserem Lizenznehmer massiv konterkariert, so dass wir keine Vertrauensbasis für eine weitere Zusammenarbeit mehr sehen.“

Tajsich indes äußerte sich gegenüber besagtem Internet-Portal bereits. Er kündigte dort an, dass die Challenge „statt findet.“ Wörtlich sagte er dem Portal: „Das Rennen wird stattfinden. Wir haben gültige Verträge mit der Stadt. Die Stadt will das Rennen, die Athleten wollen das Rennen und wir als Veranstalter wollen das Rennen. Mit oder ohne Challenge. Ich gehe jedoch davon aus, dass das Rennen 2018 unter dem Challenge-Label ausgetragen wird. Die einseitige Kündigung seitens des Challenge Geschäftsführers Sibi Slufcik ist aus meiner Sicht nicht rechtens.“

Gegenüber Sport eins äuerte sich Tajsich so: „Aus unserer Sicht wird das Rennen auf jeden Fall stattfinden. Zum Gebaren von Herrn Slufzik möchte ich mich nicht äußern, allerdings fügt es sich nahtlos in den Eindruck ein den ich von ihm gewonnen habe. Das Interview auf Triathlon Szene kann sich jeder ansehen und mir ist niemand bekannt (außer Slufcik), der irgendetwas anderes darin sieht außer einer faktenbasierenden Diskussion. Das Obstacle Race und die Mitteldistanz werden in Abstimmung mit der Stadt Regensburg und bekanntlich unter dem Namen„Empire Rac“ durchgeführt. Dies hat mit der Challenge Family nichts zu tun, da Herr Slufzik es nicht wollte.“

Die Challenge in Regensburg indes ist zumindest umstritten. Zweimal fand der Wettbewerb bislang in der Domstadt statt, zahlreiche Behinderungen für Anwohner sorgten für Unmut. Zudem gab es eine weitere Triathlon-Veranstaltung kurze Zeit vor der Challenge, auch das sorgte für Kopfschütteln.

Vehement gegen die Challenge hatte sich auch die CSU im Stadtrat positioniert. In einer Erklärung von Ende September hieß es wörtlich: Die CSU-Fraktion sieht die Leistungen, wie sie dem Stadtrat damals versprochen wurden, seitens der Challenge-Firma nicht erfüllt: „Die Kosten, der Verwaltungsaufwand und vor allem die Belastung der Anwohner und der Geschäftsleute stehen in keinem Verhältnis zum Ergebnis der Challenge“, kritisierte Jürgen Eberwein, Sprecher der CSU im Sportausschuss. Die Stadtverwaltung habe auf Nachfrage der CSU bereits zugegeben, dass der Challenge-Marathon nicht den versprochenen Erfolg gebracht habe. Bürgermeisterin Maltz-Schwarzfischer wolle den Vertrag dennoch nicht kündigen. Ihre Begründung: Weil keine Pflichten der Challenge-Betreiber definiert sind, können auch keine Pflichten verletzt werden, hieß es damals von der CSU. Pikant: Offenbar fiel es der Namensgeberin Challenge leichter, den Vertrag vorzeitig zu kündigen, als der Stadt Regensburg.

Und das ist das Interview, das offenbar die Trennung auslöste:


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