13.11.2017, 14:27 Uhr

Eskalation in Falkenfels Unzufrieden mit der Unterbringung: Jugendliche Flüchtlinge zerstören Wohnheim und Polizeiauto


In einem Wohnheim für unbegleitete minderjährige Flüchtlinge im Landkreis Straubing-Bogen ist es am vergangenen Wochenende zu einem Großeinsatz der Polizei gekommen.

FALKENFELS In einem Wohnheim für unbegleitete minderjährige Flüchtlinge in der Gemeinde Falkenfels (Lkr. Straubing-Bogen) ist es am vergangenen Wochenende zu einem Großeinsatz der Polizei gekommen.

Am Samstagnachmittag war die Situation in der Unterkunft im Ortsteil Hirschberg völlig eskaliert: Vier Bewohner zerstörten Inventar und Teile des Gebäudes, unter anderem soll eine Küche und weitere Räumlichkeiten zerstört worden sein. Bei den jugendlichen Tätern handelt es sich um einen 15-jährigen und drei 16-jährige afghanische Asylbewerber. Sie werden in dem Heim betreut, weil sich ihre Erziehungsberechtigten nicht in Deutschland befinden. Die Randalierer hatten sich nach Wochenblatt-Informationen für ihre Zerstörungstour mit Ketten und Holzlatten ausgerüstet.

Ein Großeinsatz der Polizei mit mehreren Streifenwagen war die Folge, zudem wurden weitere Rettungskräfte, wie die örtliche Feuerwehr, alarmiert. Drei Täter flüchteten in einen angrenzenden Wald, nachdem sie die Windschutzscheibe eines vor der Unterkunft parkenden Streifenfahrzeugs der Polizei eingeworfen hatten. Nach Anforderung weiterer Einsatzkräfte konnten die Randalierer am Abend in dem Waldstück gestellt und festgenommen werden. Ein weiterer mutmaßlicher Täter wurde in seinem Zimmer festgenommen. Die Teenager wurden über Nacht in polizeilichen Gewahrsam genommen. Nach Rücksprache mit der Staatsanwaltschaft Regensburg wurden sie nach Abschluss der polizeilichen Maßnahmen aus dem Gewahrsam entlassen.

Da die Unterkunft in Falkenfels infolge der Randale vorerst unbewohnbar ist, wurden die Jugendlichen durch das zuständige Jugendamt auf andere Unterkünfte verteilt. Der angerichtete Sachschaden beträgt nach momentanem Stand insgesamt ca. 20.000 Euro. Auslöser für die Zerstörungswut war nach ersten Aussagen der Jugendlichen die „Unzufriedenheit mit der Unterbringungssituation“. Personen wurden nicht verletzt.


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