10.11.2017, 16:11 Uhr

Neugestaltung Neue Visionen für Simbach – Rahmenplan beschlossen


Fachplaner stellen Pläne für die Neugestaltung der Innstadt vor.

SIMBACH AM INN Im Rahmen der letzten Stadtratssitzung wurde für die weiteren Maßnahmen zur Beseitigung der Flutschäden nach dem Jahrtausendhochwasser einstimmig ein Rahmenplan beschlossen. Im Rahmenplan „Simbach - östliche Stadtmitte“ wurde nun ein Konzept durch die Fachplaner vorgestellt, das die Stadtreparatur und den Stadtumbau in den betroffenen Gebieten konkretisiert und gezielte Handlungsempfehlungen vorlegt.

„Es geht auch um die Grundlage für weitere Fördergelder“, erklärte Bürgermeister Klaus Schmid, der zugleich klarmachte, dass keine Detailfragen beschlossen werden, sondern es nur um die Grundlage für weitere Planungsmaßnahmen und um einen Konzeptplan für die Stadt geht.

In Zusammenarbeit mit Stadtplaner Erwin Wenzl und weiteren Fachbehörden wurden nun in der Sitzung die Ergebnisse vorgestellt. Neben den Mitgliedern des Stadtrates nahmen auch eine große Anzahl von Simbacher Bürgern an der Sitzung teil.

Laut Wenzl soll durch konkrete Einzelmaßnahmen am Ende eine Wertschöpfung für die Stadt entstehen, damit sie am Ende besser dasteht als zuvor. Nachdem der Simbach künftig einen größeren Wasserdurchfluss erhalten soll, wurden alle neun Simbach-Brücken geprüft.

Hier sieht man nun vor, dass die „Rialtobrücke“ am Bürgerhaus, die Brücke am Schulzentrum, an der Linden-, Passauer- und Bachstraße sowie am Kreuzberger Weg einem Ersatzbau weichen sollen. Ferner soll das Eisenbahnviadukt der ehemaligen Rottalbahn über den Simbach abgerissen werden.

Wenzl sprach auch die neuen Verkehrswege an. So ist eine Verlängerung der Bachstraße auf östlicher Seite des Simbachufers unter Einbeziehung der Lindenstraße bis zum Kreuzberger Weg geplant. Zudem wurde auch an die Radfahrer gedacht. Hier soll ein neuer Rad- und Fußwegtunnel auf der Innstraße durch eine zusätzliche Bahnunterführung gebaut werden.

In Kooperation mit der Stadt Braunau ist auch am ehemaligen Grenzübergang eine Integration von Fahrradwegen angedacht. Durch die Verbreiterung des Simbachs bietet sich auch die Integration eines durchgehenden Grünraums, der sich vom Inn im Süden bis über die B12 zum Hügelgebiet im Norden entlang des Bachlaufs erstreckt an.

Hier informierte Landschaftsarchitektin Andrea Gebhard. Ziel der Gestaltung der grünen Mitte sind die Erlebbarkeit des Baches, die Erholungswirkung des durchgängigen Grünraums und die Integration in das Stadtgefüge, erklärte die Landschaftsarchitektin. So könnten Schulkinder von der Innenstadt bis zum Schulzentrum im Grünen gehen.

Zudem würden Spiel- und Aufenthaltsbereiche mitten im Stadtzentrum zum Verweilen einladen. Der Streckenverlauf wurde in die drei Teilbereiche Bachlandschaft, Erholungslandschaft und Stadtpark unterteilt.

Weitere Handlungsempfehlungen gab es von Verkehrsplaner Ulrich Glöckl, der unter anderem als Teil einer Vorzugslösung den Ausbau der Lagerhausstraße favorisierte. Hierzu müssten Kurvenradien optimiert und Engstellen ausgebaut werden, um den Verkehr aus Braunau nach Simbach-West optimal abzuleiten.

Im Bereich der Innenstadt sieht Glöckl nur mehr zwei Brückenbauwerke über den Simbach vor. Diese sollten in der Passauer Straße und bei der Verlängerung des Kreuzberger Weges erfolgen.

Angedacht ist auch eine Temporeduzierung in der Innstraße auf 30 Kilometer in der Stunde. Zudem soll künftig der Ersatz für die „Rialtobrücke“ nur noch für den Fuß- und Radfahrverkehr genutzt werden.

Um den Einzelhandel zu verbessern schlug Wirtschaftsgeograf Prof. Dr. Werner Gamerith die Schaffung eines gemeinsamen Erscheinungsbildes vor. Dies konnte durch die Erneuerung von Fassaden und einer einheitlich gestaltete Schaufenster erreicht werden. Wünschenswert wäre die Ansiedlung von neuen attraktiven Geschäften mit Magnetfunktion.

Zudem sollte das Angebot in der Stadt für Bekleidung und Geschenkartikel erhöht werden. Gamerith forderte auch ein neues Konzept für den Kirchenplatz und mehr Veranstaltungen in der Innenstadt mit Musik und Kunst.

Nach den Ausführungen der Fachplaner wurde der vorgelegte Rahmenplan einstimmig beschlossen.


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