13.11.2017, 13:37 Uhr

Ausbildungsstart 35 Azubis aus Fluchtherkunftsländern im Landkreis

(Foto:pm)(Foto:pm)

Derzeit absolvieren 35 junge Erwachsene aus Flucht-herkunftsländern eine Ausbildung bei IHK-Betrieben im Landkreis Mühldorf, 15 von ihnen haben die Lehre zum Start des neuen Ausbildungsjahres im September begonnen.

SCHWINDEGG/MÜHLDORF Das geht aus der aktuellen Statistik der IHK für München und Oberbayern hervor. Die meisten Azubis aus Fluchtherkunftsländern kommen aus Afghanistan (15) und Somalia (4).

IHK-Mitgliedsunternehmen, die Geflüchtete in Ausbildung übernehmen möchten, können sich seit über einem Jahr zur Beratung an ein eigenes Integrationsteam der IHK wenden. Unternehmen im Raum Mühldorf unterstützt Integrationsberate-rin Marie-Cathérine Rausch. Sie berät sie zu allen praktischen, rechtlichen und interkulturellen Fragen, aber auch zu Anerkennungsverfahren sowie Förder- und Begleitmöglichkeiten.

„Die Unternehmen sind grundsätzlich sehr aufgeschlossen, wenn es um die In-tegration geflüchteter Menschen in Ausbildung und Arbeit geht. Sowohl bei den Betrieben als auch bei den Geflüchteten gibt es jedoch große Unsicherheiten, vor allem aufgrund der vielen bürokratischen Hürden. Genau hier setzen wir als Berater mit unserer Expertise und unserem breiten Netzwerk an“, fasst Rausch ihre bisherigen Erfahrungen zusammen. Die Nachfrage der Unternehmen nach qualifizierter Beratung, so Rausch weiter, habe in den letzten Monaten spürbar zugenommen. Das IHK-Integrationsteam wurde im Rahmen des Integrations-pakts Bayern, den die bayerische Staatsregierung 2015 mit der Wirtschaft in Freistaat geschlossen hatte, aufgebaut.

Schwerpunkte in den Beratungsgesprächen mit den Betrieben sind die rechtli-chen Aspekte zur so genannten „3 plus 2 Regelung“ und zum Arbeitsmarktzu-gang. Weitere häufige Herausforderungen sind vor allem im ländlichen Bereich Sprachförderangebote und Nachhilfemöglichkeiten.

Im Sinne einer bürokratischen Entlastung für Betriebe, Geflüchtete und Berufs-schulen fordert die IHK eine Stichtagsregelung. Allen Flüchtlingen, die sich be-reits in Deutschland befinden sowie beruflich qualifiziert oder in einer Ausbildung sind, soll ein gesicherter Aufenthalt über das Zuwanderungsgesetz ermöglicht werden, ohne einer vorherigen Rückkehr in ihr Heimatland.

Ingrid Obermeier-Osl, IHK-Vizepräsidentin und Vorsitzende des Regionalaus-schusses Altötting-Mühldorf, ist überzeugt: „Für die Wirtschaft bedeutet die Auf-nahme von Geflüchteten eine große Kraftanstrengung. Allein der Spracherwerb und die kulturelle Einbindung verlangen den Unternehmen in jedem Einzelfall viel Ausdauer und Geduld ab. Deshalb können wir als Wirtschaft und Gesellschaft zu Recht stolz sein auf die Leistung der Betriebe, ihrer Ausbilder und Mitarbeiter. Dieser Einsatz ist essentiell, um Flüchtlinge erfolgreich durch Arbeit und Ausbil-dung in unseren Alltag zu integrieren“.

Unternehmen aus dem Landkreis, die an einer Beratung interessiert sind, errei-chen Marie-Cathérine Rausch telefonisch unter (089) 5116-2055 oder per Email an rausch@muenchen.ihk.de. Für die Auswertung der Statistik wurden unter anderem die Nationalitäten der Haupt-Fluchtherkunftsländer laut Bundesamt für Migration und Flüchtlinge (BAMF) analysiert. Der Aufenthaltsstatus der Auszubil-denden wurde dabei von der IHK nicht erfasst.


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