27.03.2015, 15:23 Uhr

Innenminister Joachim Herrmann sichert hohe Förderung für den Landkreis zu Endlich eine Lösung beim Kreisverkehr Bärndorf

Staatsminister Joachim Herrmann (Mitte) durchschlägt mit (v.l.) MdL Josef Zellmeier, Landrat Josef Laumer, Vizelandrat Franz Xaver Eckl und Bürgermeister Franz Schedlbauer den »gordischen Knoten« Kreisverkehr Bärndorf. Foto: pmStaatsminister Joachim Herrmann (Mitte) durchschlägt mit (v.l.) MdL Josef Zellmeier, Landrat Josef Laumer, Vizelandrat Franz Xaver Eckl und Bürgermeister Franz Schedlbauer den »gordischen Knoten« Kreisverkehr Bärndorf. Foto: pm

Bei der Forderung nach Errichtung eines Kreisverkehrs in Bärndorf bei Bogen ist jetzt eine Lösung in Sicht.

BÄRNDORF/BOGEN Auf Vermittlung des Laberweintinger Landtagsabgeordneten Josef Zellmeier fand am Mittwochabend im Münchner Maximilianeum ein Gespräch mit Staatsminister Joachim Herrmann statt. Josef Laumer, Landrat des Landkreises Straubing-Bogen, Vizelandrat Franz Xaver Eckl und Bogens Bürgermeister Franz Schedlbauer waren angereist, um die mittlerweile zehn Jahre alte Forderung nach Errichtung eines Kreisverkehrs bei Bärndorf in die Tat umzusetzen. 

Eingangs schilderte MdL Josef Zellmeier die langjährigen Bemühungen um einen Kreisverkehr bei Bärndorf. Bereits kurz nach seiner ersten Wahl in den Landtag vor zwölf Jahren wurde er mit der berechtigten Forderung der Bürger konfrontiert. Grund war die Häufung der zum Teil schweren Verkehrsunfälle an der viel befahrenen Kreuzung. Auch Geschwindigkeitsbegrenzungen, die Einengung der Einmündungsbereiche und die Errichtung einer Unterführung für Fußgänger und Radfahrer brachten nicht die notwendige Entspannung der Verkehrssituation. Bürgermeister Franz Schedlbauer verwies auf die letzte Bürgerversammlung vor wenigen Tagen, wo von den Teilnehmern massiv die Errichtung des Kreisverkehrs gefordert wurde. Durch die zunehmende Konzentration von Verbrauchermärkte direkt neben der Kreuzung und das momentan entstehende Gewerbegebiet werde das Verkehrsaufkommen nochmal steigen. Wenn man diese aktuelle Entwicklung einbeziehe, dann sei ein Kreisverkehr der vom Bauamt Passau bevorzugten Ampellösung deutlich überlegen. Landrat Josef Laumer wies auf die Sitzung des Verkehrssicherheitskreises am 10. März 2005 hin, bei der vom damaligen Leiter des Bauamtes, Robert Esterl, die Errichtung eines Kreisverkehrs als durchaus sinnvolle Lösung bezeichnet wurde. Auch im Kreistag wurde dies mehrfach gefordert, weshalb sein Vorgänger Alfred Reisinger und er selbst sich dafür eingesetzt hatten. Als Begründung nannte er die Zahl von zehn Unfällen in den letzten fünf Jahren mit zwei Schwer- und acht Leichtverletzten direkt an der Kreuzung. Wegen der Nähe zur Autobahnanschlussstelle Bogen, wo sich auch ein Unfall mit Schwerverletzten ereignet hat, wird die gesamte Strecke bis zur Autobahnauffahrt Bogen für den Zeitraum von 2012 bis 2014 offiziell als Unfallhäufungslinie geführt, mit einem Aufkommen von insgesamt zwölf Unfällen, bei denen es vier Schwer- und 20 Leichtverletzte gab. Der Kreisverkehr würde auf dem gesamten Abschnitt für eine echte Reduzierung der Geschwindigkeit sorgen, so Laumer.

Stellvertretender Landrat Franz Xaver Eckl erinnerte an die parteiübergreifenden Aktivitäten der letzten Jahre, darunter den Antrag der Freien Wähler vom 27. Februar 2014 zur Errichtung des Kreisverkehrs, die von der CSU organisierten Ortstermine, zuletzt mit Staatssekretär Gerhard Eck am 12. Januar 2015 und die schließlich von FDP-Stadtrat Ralf Kietzke durchgeführte Demonstration am 26. Januar 2015, bei der sich unerwartet viele Bürger beteiligt hatten. Die Meinung der Bevölkerung sei völlig klar: Der Kreisverkehr erhöhe die Sicherheit, bremse die Geschwindigkeit und vermindere den Rückstau. Die Erfahrung zeige, dass er zudem wartungsarm sei und damit laufende Kosten gegenüber einer Ampel einspare.

Innenminister Joachim Herrmann und Ministerialrat Manfred Jung von der Obersten Baubehörde analysierten zuerst die Situation: Die Staatsstraße 2139 stelle die Verbindung des Industriegebietes Straubing-Sand und der B8 zur Autobahn A3 dar. Sie habe deshalb mit 6000 Kraftfahrzeugen eine hohe Verkehrsbelastung und zudem einen starken Anteil an Schwertransporten. Auch die sich kreuzende Kreisstraße SR 3 habe mit 3500 Fahrzeugen ein überdurchschnittliches Verkehrsaufkommen. Deshalb seien die Voraussetzungen sowohl für eine Ampel wie auch für einen Kreisverkehr gegeben.

Unter Einbeziehung der neuen Entwicklungen durch die Entstehung des Gewerbegebietes und die Zunahme der Verbrauchermärkte habe er für die Forderungen aus dem Landkreis Straubing-Bogen durchaus Verständnis, so Herrmann. Allerdings sei der Kreisverkehr finanziell aufwändiger als die Ampellösung und deshalb im Budget des Bauamtes Passau derzeit nicht umsetzbar. Deshalb bot er dem Landkreis die Errichtung des Kreisverkehrs in Sonderbaulast an. Auf Vorschlag von MdL Zellmeier sicherte er dazu eine hohe 75-prozentige Förderung des Freistaats zu. Durch die Kreuzung von Staats- und Kreisstraße müsse der Landkreis in jedem Fall mitzahlen, betonte der Landtagsabgeordnete abschließend, deshalb sei die Übernahme des Baus durch die Landkreisverwaltung eine gute Lösung. 


0 Kommentare