01.02.2013, 18:41 Uhr

"Scherbenhaufen" Nach Nabburger Klinik-Aus: SPD attackiert Asklepios und MdL Zeitler

Nach dem Aus für das Nabburger Krankenhaus haben die SPD-Mandatsträger aus dem Landkreis Schwandorf schwere Kritik am Betreiber-Unternehmen Asklepios sowie am CSU-Landtagsabgeordneten Otto Zeitler geübt.

LANDKREIS "Tief bestürzt, aber auch äußerst verärgert müssen wir die Ankündigung der Asklepios zur Kenntnis nehmen, das Nabburger Krankenhaus zu schließen", äußerten sich am Freitag MdB Marianne Schieder (Bild oben) und MdL Franz Schindler. Am Donnerstag hatte Asklepios die Schließung der Klinik zum 1. April bekannt gegeben.

"Auf traurige Weise bewahrheiten sich damit all unsere Bedenken, die wir gegenüber dem Verkauf der Kreiskrankenhäuser an den Asklepioskonzern hatten", so das Abgeordneten-Duo weiter. "Von Anfang an war uns klar, dass das vorrangige Interesse der Asklepios darauf zielte, die internistischen Betten von Nabburg nach Lindenlohne zu bringen."

Schieder und Schindler rufen noch einmal den Ablauf des Verkaufs des Krankenhauses im Jahr 2010 in Erinnerung: "Bei der Abwägung der Vor- und Nachteile der beiden Bieterkonzepte war das entscheidende Argument die Beibehaltung des stationären Krankenhausbetriebs in Nabburg, den die Asklepios zusagte, die Bietergemeinschaft Kliniken Nordoberpfalz/Barmherzige Brüder jedoch nicht. Nun fällt dieses Argument weg."

Das Konzept der Bietergemeinschaft habe dagegen den Aufbau einer geriatrischen Rehabilitations-Einrichtung vorgesehen. "Nun haben wir weder das eine noch das andere und was bleibt ist ein Scherbenhaufen", so das Abgeordneten-Duo enttäuscht.

Doch Schieder und Schindler kritisieren nicht nur Asklepios: "Dieser Scherbenhaufen fällt besonders Kreisrat und MdL Otto Zeitler vor die Füße. In persönlichen Verhandlungen verwendete er sich für die Asklepios, die dann eine stationäre Versorgung in Nabburg „zusicherte“. Jetzt wird offenbar, dass diese „Rettungsaktion“ eine Nullnummer und die Versicherungen der Asklepios bestenfalls halbherzig oder leichtfertig gegeben wurden."

Vor diesem Hintergrund fordern die beiden SPD-Politiker Konsequenzen von ihrem CSU-Kollegen Zeitler: "Bereits damals hatten wir – berechtigte – Kritik an diesen selbstherrlichen Nebenverhandlungen geübt und fordern heute Otto Zeitler auf, seine besondere Verantwortung zu übernehmen!"

Hintergrund: Die SPD-Kreistagsfraktion hatte sich 2010 für einen Verkauf an die Bietergemeinschaft der Kliniken Nordoberpfalz und Barmherzige Brüder ausgesprochen und unterlag in der Abstimmung. Für diese Position entscheidend war seinerzeit das von den externen Beratern bescheinigte langfristig tragfähigere medizinische Konzept und die besseren Bedingungen für die Arbeitnehmer.

"Entgegen den Entscheidungen insbesondere der CSU-Fraktion sehen wir uns in unserer Haltung bestätigt, ja bestärkt.", schließen Schieder und Schindler. 


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