17.09.2015, 17:41 Uhr

Politik Altlandrat Volker Liedtke informiert die Jusos zur Arbeit des Bezirkstages

Foto: Jusos im StädtedreieckFoto: Jusos im Städtedreieck

"Bei uns wird nicht mit parteipolitischen Giftpfeilen geschossen", so beschreibt Volker Liedtke das Arbeitsklima im obersten Entscheidungsorgan des Bezirkes Oberpfalz, dem Bezirkstag. Bereits seit 2008 gehört der Altlandrat diesem Gremium an.

BURGLENGENFELD Einen "wahrscheinlich fehlenden Unterhaltungswert" sieht der langjährige Schwandorfer Landrat auch als Grund dafür, dass der Bezirkstag im Unterschied zu anderen kommunalpolitischen Gremien in der öffentlichen Wahrnehmung ein Schattendasein führt. Diesen Umstand nahmen die Jusos im Städtedreieck für ihre jüngste Diskussions- und Informationsveranstaltung zum Anlass und befassten sich mit Thema „Der Bezirkstag – das unbekannte Gremium unserer Politik".

"Wir wollen die Arbeitsweise dieses 'kommunalen Parlaments' ergründen und uns darüber informieren", so Vorsitzender Peter Wein in seiner Begrüßung. Ein Jahresetat von rund 580 Millionen Euro und 2300 Beschäftigte in Bezirkseinrichtungen: Mit diesen beiden Zahlen unterstrich Liedtke zu Beginn seines Referats die enorme Leistungsfähigkeit des Bezirkes Oberpfalz, dessen Tätigkeitsschwerpunkt im Bereich "Soziales" liege. "Wir setzen uns vor allem für die Belange von Menschen ein, die nicht auf der Sonnenseite des Lebens stehen." Dass es sich hierbei nicht nur eine vielfach bemühte Floskel handelt, wurde beim Blick auf die Struktur der bezirkseigenen Kliniken deutlich. So betreiben die "Medizinischen Einrichtungen des Bezirkes Oberpfalz" (medbo) als größtes Unternehmen des Bezirkes insgesamt sechs Krankenhäuser. Neben dem Bezirksklinikum Regensburg etwa auch Einrichtungen in Cham, Amberg oder Regensburg. Die Aufgaben der Häuser reichen von den Fachgebieten Psychiatrie, über Neurologie bis Forensik. Großen Zulauf habe in den vergangenen Jahren insbesondere der Bereich der Kinder- und Jugendpsychiatrie erfahren.

Neben ambulanter und stationärer Behandlung zeichnet der Bezirk aber auch für die finanzielle Unterstützung sozial benachteiligter Personengruppen verantwortlich. Beispielweise leiste er Eingliederungshilfen für körperlich und geistig behinderte Menschen oder gebe die sogenannte "Hilfe zur Pflege". All dies seien Themen, die wenig Raum für parteipolitische Auseinandersetzung böten, gleichwohl jedoch von enormer Wichtigkeit seien, da sich die Betroffenen oftmals nicht selbst helfen könnten oder keine Interessenvertretung hätten. "Der Bezirkstag ist die Lobby der sozial Schwächeren", betonte der Sozialdemokrat. Darüberhinaus engagiert sich der Bezirk im Bereich der Kultur. Das Freilandmuseum Neusath-Perschen bei Nabburg, stehe beispielsweise in der Trägerschaft des Bezirkes und habe sich in den vergangenen Jahren zu einem wahren Tourismusmagneten entwickelt. Auch die Verteilung von Fördergeldern zur Erhaltung oberpfälzischen Kulturgutes laufe über den Bezirkstag.

Als weiteres Tätigkeitsfeld machte Liedtke den Bereich „Natur und Umwelt“ aus. Als Fischereibeauftragter des Bezirkstages ist ihm dabei die Zukunft der berufsmäßigen Teichwirtschaft ein großes Anliegen. Hier sei die Oberpfalz, vor allem wegen ihrer gewässerreichen Landkreise Tirschenreuth und Schwandorf, bayernweit führend, betonte der Bezirksrat. Nicht zuletzt aufgrund dieser besonderen Verbindung zwischen Bezirk und Landkreis Schwandorf, bereite Liedtke die Arbeit als Bezirksrat große Freude. Er werde diese „weiterhin mit großen Engagement für die Oberpfalz“ ausführen.

In seinem Schlusswort dankte Peter Wein dem Altlandrat und verwies bereits auf die nächste Diskussions- und Informationsveranstaltung der Jusos im Städtedreieck hin. Am Freitag, den 30. Oktober um 19 Uhr wird SPD-Europaabgeordneter Ismail Ertug im Restaurant "Jozef" zum Thema "Europa auf dem Scheideweg" referieren. "Alle interessierten Bürgerinnen und Bürger sind auch dazu recht herzlich eingeladen", so Wein zum Abschluss.


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