23.05.2014, 14:31 Uhr

Gesundheit Teddyklinik soll Kindern die "Angst vor den weißen Kitteln nehmen"

Foto: Michael HopperFoto: Michael Hopper

"Mein Einhorn hat Bauchschmerzen", wenn man diese Sätze hört, weiß man, dass die Teddyklinik im Krankenhaus der Barmherzigen Brüder wieder geöffnet hat. Von Donnerstag bis Samstag, 22. bis 24. Mai, soll so den Kindern im Vorschulalter wieder die Angst vorm Arzt und dem Krankenhaus genommen werden.

REGENSBURG Es ist wirklich ein schönes Bild, wenn man all die Kinder mit ihren verarzteten Kuscheltieren im Garten des Krankenhauses Barmherzige Brüder sieht. Die Teddyklinik findet in diesem Jahr bereits zum neunten Mal statt, organisiert wird sie von den Medizinstudenten, Zahnmedizinstudenten und Pharmazeuten der Universität Regensburg.

Mehr als 100 Studenten sind über die drei Tage verteilt im Einsatz, um die kranken Kuscheltiere zu verarzten. Die beiden ersten Tage sind den Kindergärten vorbehalten, sogar bis aus München kommen bereits Kindergärten in die Teddyklinik – insgesamt waren es allein an den ersten beiden Tagen 900 Kinder. Am Samstag ist die Teddyklinik von 10 bis 15 Uhr für Familien geöffnet. 

Kinder sollen Angst vorm Arzt abbauen

"Wir wollen den Kindern die Angst vor den weißen Kitteln nehmen", erklärt Vinzenz Völkel, Medizinstudent im sechsten Semester. Auch Chefarzt Prof. Dr. Hugo Segerer von der KUNO-Klinik für Kinder- und Jugendmedizin des Krankenhauses Barmherzige Brüder, Klinik St. Hedwig, kommt bei der Teddyklinik ins Schwärmen: "Bewundernswert, dass Medizinstudenten Jahr für Jahr die Organisation stemmen – mein Respekt!" Und Prof. Dr. Segerer erzählt, dass die Teddyklinik wirklich Erfolg hat. "Manchmal kommen Kinder in die Klinik und sagen sie haben keine Angst mehr, weil sie schon in der Teddyklinik waren", berichtet der Chefarzt. 

Fast wie im richtigen Krankenhaus

Die "Behandlung" der erkrankten Kuscheltiere ist an die tatsächliche Klinikroutine angelehnt. Zuerst werden die erkrankten Kuscheltiere angemeldet, dann muss kurze Zeit im Wartezimmer gewartet werden. Im Anschluss geht es zur Untersuchung in die Zelte. Je nach der Erkrankung werden die Kuscheltiere dann spielerisch geröntgt, in Narkose versetzt oder vielleicht sogar operiert. Und wie im echten Leben gibt es im Anschluss "Medikamente" in der Teddyklinik, wie Gummibären, Obst oder Saft. 

Erste Hilfe kann Leben retten

Neu in diesem Jahr ist ein Teddy-Erste-Hilfe-Kurs in diesem Jahr. Dort lernen die Vorschulkinder auf spielerische Weise, welche erste Hilfe sie im Ernstfall ergreifen können. So wird zum Beispiel an einem Spieltelefon ein "richtiger Notruf" geübt – eine Übung, die im Ernstfall Leben retten kann. Als Belohnung dürfen sich die Kinder einen Krankenwagen von innen anschauen, um so die Angst abzubauen, denn was man kennt, fürchtet man im Ernstfall nicht mehr so. 

Medizinstudenten lassen sich von der Begeisterung anstecken

"Ich finde es wichtig, Kinder ranzuführen, das ist auch für uns eine gute Übung", sagt Medizinstudent Völkel zu seiner Motivation teilzunehmen. "Es ist schön, sich von der Begeisterung der Kinder anstecken zu lassen", erzählt Antonia Pausch, die ebenfalls im sechsten Semester Medizin studiert. Auch nächstes Jahr wollen die Studenten wieder dabei sein, um den Kindern spielerisch die Angst vor dem Arzt zu nehmen. 


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