05.05.2014, 13:19 Uhr

Sieben Konzerte Regensburger Domspatzen absolvieren USA-Tournee mit großem Erfolg

Foto: Regensburger DomspatzenFoto: Regensburger Domspatzen

Bei sieben Konzerten in Tempe/Arizona, New York und Washington D.c. trafen die Sänger der Regensburger Domspatzen bei ihrer USA-Tournee auf ein begeistertes Publikum.

REGENSBURG Besuch in der Regensburger Partnerstadt Tempe/Arizona vom 22. bis 26. April Am Dienstag, 22. April, flogen die Regensburger Domspatzen zu ihrer dritten USA-Tournee. Nach 1984 und 1987 folgten die Domspatzen diesmal wiederum der Einladung der Regensburger Partnerstadt Tempe in Arizona und flogen von München über Washington D.C. nach Phoenix in Arizona, wo der Chor vom Städtepartnerschaftsverein Tempe unter der Leitung des rührigen Vorsitzenden Richard G. Neuheisel und seinem Arbeitsstab, an der Spitze Olivia Valdez und Angie Thornton, schon am Flughafen von Phoenix sehr herzlich empfangen wurde.

Für Domkapellmeister Roland Büchner, der den Chor leitet und der seit 20 Jahren an der Spitze der Domspatzen-Institution steht, ging damit ein lang gehegter Traum in Erfüllung, denn er selbst war bisher noch nicht in den Vereinigten Staaten von Amerika. Sowohl die 34 Knaben- und 22 Männerstimmen als auch die sieben Betreuer der Domspatzen, Domkapellmeister Roland Büchner, Chorpräfekt Michael Schuster, Chortheologen Christian Hambsch, der ehemalige Präfekt und Sänger Josef Pollinger sowie Chormanager Christof Hartmann und Gudrun Reindlmeier, Lehrerin am Musikgymnasium für Englisch, Religion und Psychologie wurden von Gastfamilien aufgenommen. Auch Dompropst Prälat Dr. Wilhelm Gegenfurtner, Vorsitzender der Domspatzenstiftung, und Oberbürgermeister Hans Schaidinger, die es sich nicht nehmen ließen, den Chor zu begleiten, waren private Gäste des Regensburger Förderkreises.

Für den Aufenthalt ihrer Regensburger Gäste hatte sich das Tempe-Team zahlreiche Highlights ausgedacht. Es wurde ein Ausflug in den Botanischen Garten, wo auch ein herrlicher „Schmetterlingspark“ und die Glasbläserkunst von Chihuly erfreuten organisiert und als besonderer Höhepunkt der Besuch des Grand Canyon. Schließlich konnten die Sänger die hervorragende Sportabteilung der Arizona State University im Bereich Football besichtigen und auch das einzigartige Musik-Instrumenten-Museum (MIM) und sich bei einer Pool-Party abkühlen. Einmalig war das Konzert im "Shrine of the Ages" am Grand Canyon. Beim Festkonzert im „Tempe Center for the Arts“ brachten die Domspatzen das Publikum zu standing ovations.

Präsident Richard Neuheisel von der Sister Cities Corporation von Tempe betonte bei seiner Begrüßung, "A dream comes true", denn seit vielen Jahren habe man diesen berühmten Chor der Domspatzen schon in Tempe präsentieren wollen. Der Vertreter der Stadt Tempe erklärte, man habe den 23. April als „Domspatzen Day“ in Tempe deklariert und Regensburgs Oberbürgermeister Hans Schaidinger stellte fest, dass er sich außerordentlich freue, auf seiner letzten großen Dienstreise „den wohl besten Botschafter unserer .2000-jährigen Donaustadt begleiten zu dürfen“. Am Ende des Aufenthaltes stellten Präsident Richard Neuheisel und Domkapellmeister Roland Büchner gemeinsam fest, dass in diesen wenigen Tagen wohl neue Freundschaften für das Leben geschlossen wurden. Mit großer Wehmut machten sich die Domspatzen auf den Weg zum zweiten Teil ihrer Reise, nachdem sie sich von ihren Gastfamilien mit "Amazing grace" verabschiedeten.

Für die Domspatzen wurde sehr deutlich sichtbar, wie sehr die Städtepartnerschaft zwischen Tempe/Arizona und Regensburg lebt. Vor allem auch die Anwesenheit des Regensburger Oberbürgermeisters Hans Schaidinger war ein sichtbares Zeichen dieser lebendigen Beziehung. Auch für Tempe war es ein großes Ereignis, die Domspatzen als den führenden Kulturbotschafter der Stadt bei sich zu haben. Die Beziehung zwischen den Partnerstädten ist sehr eng, die Aufnahme durch die Gastfamilien war sehr herzlich. New York und Washington D.C. vom 27. April bis zum 4. Mai Am Sonntag um 5.15 Uhr landete die Boeing 737 von United Airlines überpünktlich auf dem Flughafen Newark. Da der Chor für zwei Tage mitten in Manhattan in der Nähe des Times Square sein Quartier hatte, bekamen die Sänger schon bei der Anfahrt einen wunderbaren Blick auf die Skyline der Millionen-Metropole. Nach der Mitgestaltung beim Gottesdienst der deutschsprachigen Gemeinde in St. Pauls am Vormittag besuchte der Chor gleich den berühmten Bryant Park und den Central Park sowie die St. Patrick’s Cathedral, die gegenwärtig renoviert wird. Dennoch war es möglich, dass der Chor zwei Gesänge von Palestrina und Duruflé zur Ehre Gottes vortragen konnte. Für die Sänger bedeutete diese Möglichkeit eine besondere Auszeichnung, da gegenwärtig keine Konzertauftritte möglich sind, wie der zuständige Dompropst Robert Ritchie betonte. Er zeigte sich sehr beeindruckt von den Gesängen an dem Tag, an dem auch in der New Yorker Kathedrale der Heiligsprechung der beiden Päpste gedacht wurde. Anschließend blieb noch genügend Zeit, die faszinierende City auf eigene Faust in kleinen Gruppen zu erkunden.

Auch der Montag blieb einem Besichtigungsprogramm vorbehalten. Zunächst stand ein beeindruckender Besuch bei den Vereinten Nationen auf dem Programm, wo der deutsche Mitarbeiter Dr. Franz Baumann beim Generalsekretariat der UNO den Schülern für Fragen zur Verfügung stand. Auf einer wunderbaren Stadtrundfahrt lernten die Schüler zahlreiche bekannte Sehenswürdigkeiten kennen. Den Abschluss dieses Tages bildete der Aufenthalt in dem beeindruckenden 9/11 Memorial auf Ground Zero. Die weiteren Tage blieben dann wieder Auftritten als musikalischer Botschafter der Stadt Regensburg vorbehalten. Konzerte im Deutschen Generalkonsulat und im Bryant Park zur Eröffnung der Open-Air-Saison in New York sowie im Auditorium der Deutschen Schule New York in White Plains wurden von den Zuhörern begeistert aufgenommen. Kulturattaché Jakob von Wagner drückte seine Bewunderung über das straffe Programm der Sänger auf ihrer USA-Reise aus. Der Schulleiter der Deutschen Schule New York dankte den Domspatzen für ihr Kommen und betonte „so voll war der Saal noch nie“. Kurzbesuche unternahm Domkapellmeister Roland Büchner mit einer kleinen Chorgruppe sowohl bei „Invest-on-Bavaria“, der Vertretung des Bayerischen Wirtschaftsministeriums in der Lexington Road, wie auch im Hauptquartier von UNICEF, da ja die Domspatzen als UNICEF-Junior-Botschafter in den vergangenen Jahren über 60.000,00 Euro eingesungen haben. Dort durften die Sänger auch das Notfall-Center kennenlernen.

Die letzten drei Tage führten den Chor dann nach Washington D.C. Mit Unterstützung der Deutschen Botschaft und der Deutschen Schule Washington D.C. fanden beeindruckende Konzertauftritte in der Deutschen Schule wie auch in der Washington National Cathedral, der sechstgrößten Kirche der Welt nach der Einzeichnung im Petersdom zu Rom, statt. Der Chor hatte nicht nur die besondere Aufgabe bei der Eröffnung des zeitgleich stattfindenden Flower Marts (Blumenmarkt mit zahlreichen Gestecken in der Kathedrale) mitzuwirken, sondern er brachte auch 30 Minuten weltliche Musik am Samstagvormittag zu Gehör und gestaltete am Nachmittag ein Festkonzert in der riesigen Kathedrale im Rahmen dieser Benefizaktion, an dem auch der stellvertretende Botschafter der Bundesrepublik Deutschland, Dr. Ackermann, teilnahm. Schließlich sang der Chor noch bei der Vorabendmesse um 17.30 Uhr in der St. Matthias-Kirche, der Kathedrale von Washington D.C., bei der auch Dompropst Dr. Wilhelm Gegenfurtner konzelebrierte. Sowohl die zahlreichen Konzerte aber auch das Singen bei Gottesdiensten und der Abschluss mit der Gestaltung des Gottesdienstes in der katholischen Kathedrale St. Matthias in Washington D.C. zeigten die große Bandbreite des musikalischen Repertoires der Domspatzen.

Nach der Rückfahrt zum Flughafen Newark am Sonntag starteten die kleinen und großen Sänger am Abend mit einer Boeing 767 und landeten um 8 Uhr in München. In Regensburg trafen die Sänger am Montag um 10.15 Uhr ein.

Eindrücke Dompropst Prälat Dr. Wilhelm Gegenfurtner, der den Chor auf der gesamten Reise begleitete, stelle fest, dass durch die Erziehungsarbeit bei den Domspatzen die Sänger ganzheitlich gebildet werden. Vor allem bei den Gastfamilien haben sie große Begeisterung hervorgerufen. Die soziale Kompetenz, die sich die Sänger auch auf diesen Reisen erwerben, ist ein Schatz für das Leben. Höhepunkt unter den vielen Ereignissen war sicherlich ganz am Schluss der Gottesdienst in der katholischen Kathedrale St. Matthias, bei der Dompropst Dr. Gegenfurtner konzelebrierte. Vielen Sängern war der Dompropst bekannt durch die jährliche Aufnahmefeier und dadurch wird eine intensive Beziehung zum Dom und den maßgeblichen Personen aufgebaut.

Dompropst Dr. Wilhelm Gegenfurtner konnte am Ende der Reise feststellen: „Mit 60 Domspatzen 14 Tage unterwegs zu sein, zeigt mir das exzellente musikalische Niveau des Chores mit ihrem Domkapellmeister und lässt mich erleben, wie hervorragend die ganzheitliche Erziehung zum Tragen kommt. Chor und Musik sind hierfür eine wichtige Grundlage. Die Domspaten sind auch Lausbuben, aber das Domkapitel und die Diözese Regensburg können sehr stolz auf diese Einrichtung sein. Es wird auch stets deutlich, dass die Sänger die christliche Haltung verinnerlichen“.

Domkapellmeister Roland Büchner stellte fest, dass man sehr wohl gespürt habe, dass die Amerikaner auch unsere Musik mögen, nicht nur die populäre Musik, sondern auch Romantiker wie Mendelssohn und Rheinberger, aber auch den Renaissance-Komponisten Palestrina. Ganz toll war der Kontakt auch mit den Kindern der Deutschen Schulen mit den Domspatzen, vor allem in New York. Die Domspatzen hatten den ganzen Vormittag die Möglichkeit miteinander den Unterricht zu besuchen und einen engerer Kontakt, zum Beispiel auch beim gemeinsamen Mittagessen zu bekommen. Unsere Schüler konnten hier ihren Blick erweitern und die deutschen Familien haben stets die tolle Erziehung und Selbstorganisation der Schüler gelobt. Tiefgreifendes Erlebnis war für den Domkapellmeister das Naturschauspiel am Grand Canyon, die Wüsteneindrücke von Tempe und das unglaubliche Grün von Maryland. Die Gegensätze in den 14 Tagen seien sehr heftig und würzendeshalb eine solche Reise. Der Chor hatte eine gute Mischung aus geistlichem Repertoire und gefälligen weltlichen Stücken, „Amazing grace“ und „Swing durch die Welt“ sowie „The lion sleeps tonight“ kamen besonders gut an. Die Bühnenpräsenz des Chores war auf den Punkt da, obwohl die Reise durchaus auch anstrengend war. Es war ein super tolles Team in einer guten Mischung, wo jeder intensiv mitgeholfen hat, dass es eine schöne Reise wurde. Auch der Dompropst war stets mit dabei die Gruppe zu führen.


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