14.09.2017, 08:38 Uhr

Behörden Abgelehnter Asylbewerber soll Prostituierte ermordet haben: Weiterer Fall von Staatsversagen?

Foto: Felix BonnFoto: Felix Bonn

Die Staatsanwaltschaft Regensburg hat am vergangenen Mittwoch einen Bericht des Wochenblatts weitgehend bestätigt, den wir am Dienstagabend online veröffentlicht hatten: Ein 21-jähriger, abgelehnter Asylbewerber aus Mali ist offenbar der Mörder der 33-jährigen rumänischen Prostituierten.

REGENSBURG Oberstaatsanwalt Theo Ziegler und die Kriminalpolizei hatten – wohl auch aufgrund des Wochenblatt-Berichtes – nach ursprünglich sehr großer Zurückhaltung am Dienstag (O-Ton eines Polizeisprechers: „Um von einem Ermittlungserfolg berichten zu können, müssen wir den bestehenden Tatverdacht noch erhärten.“) am Mittwoch schnell eine Medienkonferenz einberufen. Nach Informationen des Wochenblatts hat der Bericht zu großem Aufruhr in der Polizei geführt. Für Irritationen sorgte auch Oberstaatsanwalt Theo Ziegler.

Die Unschuldsvermutung ist in einem Rechtsstaat ein hohes Gut, sie besagt, dass ein Tatverdächtiger so lange als unschuldig gilt, bis er wegen einer Tat verurteilt wurde. „So lange gilt selbstverständlich auch für ihn die Unschuldsvermutung“, so Ziegler in der Pressekonferenz. Der Mann hatte allerdings bereits ein Teilgeständnis abgelegt. Wie das Wochenblatt bereits am Dienstagabend berichtet hatte, fand man bei dem abgelehnten Asylbewerber aus Mali das Handy der 33-jährigen ermordeten Prostituierten. Offenbar hatte der Tatverdächtige das Telefon eingeschaltet, mittels einer speziellen Ortungstechnik der Polizei konnte man das Telefon auch mit einer neu eingelegten SIM-Karte verfolgen. Die geschilderten Tatumstände lassen aufhorchen. So habe Soueymane T. nach Informationen des Wochenblatts Sex mit der Prostituierten gehabt, ihr dafür 50 Euro bezahlt. Dann soll der 21-Jährige die Prostituierte mit seinen bloßen Händen erwürgt haben, sei mit Handy und Bargeld geflohen. Die Staatsanwaltschaft geht offenbar von Mord aus Habgier aus.

Taten werfen fahles Licht auf die Behörden All dies geschah in unmittelbarer Nähe des Wohnorts des Mannes, der in der Erstaufnahmeeinrichtung in der Bajuwarenstraße untergebracht war. Kurz nach der Tat wurde er in eine andere Einrichtung verlegt. Schräg gegenüber dem Gebäude, in der die Prostituierte ihr Appartement hatte, ist das Polizeipräsidium. Offenbar ist selbst die örtliche Nähe der Polizei kein Schutz vor solchen grausamen Gewalttaten.

Auch der Status des Mannes wirft viele Fragen auf. So sei er im März 2017 nach Regensburg eingereist. Vorweisen konnte er nur eine Geburtsurkunde. Sein Asylantrag wurde abgelehnt, doch abschieben konnte man den Mann nicht, weil er noch keinen gültigen Pass hatte.

In der Region ist damit ein weiterer Fall bekannt geworden, der Fragen aufwirft, wie gefährlich die unkontrollierte Einreise von Asylbewerbern in unser Land für die Bevölkerung – ob mit oder ohne Migrationshintergrund – ist. Die Tat reiht sich ein in das Verbrechen von Arnschwang, wo ein achtjähriger russischer Junge von einem 41 Jahre alten Afghanen in der Asylbewerberunterkunft im Juni 2017 getötet wurde, weil er zu laut spielte. Der Mann trug eine Fußfessel, konnte nicht abgeschoben werden, weil er zum Christentum konvertiert war.

Derzeit muss sich außerdem ein pakistanischer Asylbewerber vor Gericht verantworten, weil er am Neujahrsmorgen 2017 eine 46-jährige Frau auf ihrem Weg zur Arbeit überfallen und vergewaltigt haben soll. Ein 32-jähriger Iraker hatte seine 26-jährige Ehefrau im Wohnhaus in Laaber vor den Augen der Kinder erwürgt, weil sie eine Affäre hatte. Der Mann sprach davon, er habe vom „Recht Gebrauch gemacht, seine Ehefrau zu töten.“ Ein 23-jähriger Syrer hatte im März 2017 einen ihm völlig unbekannten Mann am Kassians-platz in Regensburg von hinten angefallen und ihm ein Messer in den Rücken gerammt. Die Ermittlungen der Staatsanwaltschaft sind abgeschlossen, zwischenzeitlich stellten die Ermittler einen Antrag auf ein Verfahren zur Isolierten Sicherungsverfahren beim Landgericht. Die dem Antrag zugrundeliegende Tat lautet auf versuchten Mord (wir berichteten).


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