14.07.2017, 10:02 Uhr

Brände Nach Inferno von London: Wie sicher sind Regensburgs Hochhäuser?

Klein-Manhattan in Königswiesen-Nord: Gibt es auch in Regensburg brandgefährliche Hochhäuser wie in London? Die Stadt hat noch keinen Überblick. Foto: Staudinger (Foto:Schmid)Klein-Manhattan in Königswiesen-Nord: Gibt es auch in Regensburg brandgefährliche Hochhäuser wie in London? Die Stadt hat noch keinen Überblick. Foto: Staudinger (Foto:Schmid)

Die Stadt Regensburg hat noch keinen Überblick darüber, ob es auch in Regensburg Hochhäuser gibt, die brandgefährlich sind. Nach dem Drama im Grenfell-Tower in London ist die Angst groß, immerhin entstand der zur selben Zeit wie die Hochhäuser in Königswiesen.

REGENSBURG Der Brand des Grenfell Towers kostete 80 Menschen das Leben. Die wärmegedämmte Fassade hatte aus dem Hochhaus eine Todesfalle gemacht. Seither blicken in vielen Städten Feuerwehren und Stadtverwaltungen ängstlich auf ähnliche Gebäude: Kann so etwas auch bei uns passieren? Wir haben bei der Stadt nachgefragt. Der Grenfell Tower wurde Anfang der 70er Jahre gebaut – genau die Zeit, als die „Neue Heimat“ in Königswiesen-Nord ebenfalls Hochhäuser hochzog und Regensburgs Klein-Manhattan entstand. Die Antwort der Stadt auf die Frage, ob es auch in Regensburg solche Gebäude gibt, ist schmallippig: „Leider können wir Ihre Fragen momentan nicht beantworten. Wir sind gerade dabei, uns einen Überblick über genau diese Fragen zu verschaffen“, heißt es von der Stadt. Mit 7.000 Wohnungen stellt die städtische Tochter Stadtbau GmbH einen Big Player auf dem Regensburger Wohnungsmarkt dar. Brandschutz-Sanierungen wie in der Kurt-Schumacher-Straße stoßen allerdings nur dann auf breites öffentliches Interesse, wenn ein Mieter sich weigert, auszuziehen. Doch wie groß ist der Sanierungsbedarf wirklich?

„Manche Gebäude sollte man genauer ansehen“ Stadtbau-Chef Joachim Becker: „Wir haben alle mit großem Schrecken die Katastrophe von London verfolgt“, sagt der Stadtbau-Chef im Gespräch mit unserer Zeitung. „Das wurde auch in verschiedenen Kreisen mit der Wohnungswirtschaft diskutiert“, so Becker weiter. Nach der Sanierung in der Kurt-Schumacher-Straße gibt es derzeit nur ein Gebäude der Stadtbau, das möglichst bald im Hinblick auf den Brandschutz saniert werden muss: Es handelt sich dabei um die Alfons-Beyerer-Straße 2 hinter Infineon. „Dort sind derzeit noch fünf von mehr als 50 Mietparteien, für die wir noch eine zufriedenstellende Lösung finden müssen, dann kann die Sanierung beginnen“, so der Stadtbau-Chef. Becker weist darauf hin, dass bei Gebäuden in Bayern zumeist Stein- oder Glaswolle als Isoliermaterial verbaut wurde, nicht Styropor wie beim Hochhaus in London. Oftmals aber seien Gebäude mit Asbest-Verschindelung versehen, das Problem ist laut Becker, dass diese an einer Holzlattung angebracht sind. „Problematisch ist auch, dass gerade Bauweisen, die in Mode kommen, gefährlich sein können“, sagt Becker. Immer mehr Gebäude werden etwa in Holzbauweise gebaut. „Wenn man Stein verwendet, ist das Risiko eines Brandes natürlich viel geringer“, so Becker weiter. In Regensburg begeht die Feuerwehr ganz selbstverständlich immer wieder Gebäude, um den Brandschutz zu überprüfen. Doch immer wieder stoßen Hinweise der Stadtbau auf Unverständnis, dass man seinen Kinderwagen oder den Rollator nicht im Gang abstellen darf, weil das ein Fluchtweg im Brandfall ist. „Es gibt keinen akuten Anlass, sich in Regensburg Sorgen zu machen, dass so etwas wie in London auch hier passiert. Aber es gibt durchaus Gebäude, mit denen man sich sehr kritisch beschäftigen sollte“, schließt Becker.


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