23.05.2017, 13:39 Uhr

Versuch bei der Feuerwehr Pentling Sicher durch die Grillsaison: Warum Spiritus keine gute Idee ist!

Foto: Ratisbona Media (Foto:Schmid)Foto: Ratisbona Media (Foto:Schmid)

Laut der Deutschen Gesellschaft für Verbrennungsmedizin ereignen sich in Deutschland durchschnittlich 4.000 Grillunfälle pro Jahr. Glücklicherweise gehen viele glimplflich aus, doch leider erleiden einige Betroffene leichte bis mittelschwere Verbrennungen.

PENTLING Statistisch gesehen landet jeder achte Grillunfall mit schweren Verbrennungen in einem der deutschen Verbrennungszentren. Über die Hälfte aller Unfälle werden durch die Verwendung von flüssigen Brandbeschleunigern, wie etwa Benzin oder Spiritus, verursacht. Komme diese mit dem heißen Grill oder der glühenden Kohle in Berührung, kommt es zur schlagartigen Entzündung. Die Folgen: Stichflammen, die bis zu mehrere Meter Höhe erlangen können oder sogar Explosionen. Betroffen sind meist alle umstehenden Personen, bei denen hauptsächlich der Bauch, die Arme und die Oberschenkel in Gefahr sind. Kinder sind besonders gefährdet, da sie auf Grund ihrer Körpergröße auf Augenhöhe zum Grill stehen. Außerdem können bei Kindern wie Erwachsenen durch das Einatmen der heißen Gase Verbrennungen der oberen, im schwersten Fall auch der unteren Atemwege auftreten (Inhalationstrauma).

Peter Liebl von der Feuerwehr Pentling rät: "Es gibt verschiedene Möglichkeiten, den Grill anzuzünden. Es gibt flüssige Grillanzünder, es gibt diese Anzündwürfel oder im Profibereich wird auch manchmal mit Gasflamme angezündet. Den flüssigen Grillanzünder sollte man auf die Kohle oder die Briketts aufbringen, kurz einziehen lassen und dann am besten mit einem Stabfeuerzeug oder aus sicherer Entfernung dann anzünden. Aber wenn das gut eingezogen ist, kommt es in der Regel zu keiner Stichflamme mehr. Bei Anzündhilfen sollte man darauf achten, das sie der DIN EN 1860-3 entsprechen oder eben das GS-Prüfzeichen vom TÜV tragen; dann ist man auf jeden Fall auf der sicheren Seite."

Auch in unserem Test – zusammen mit der Freiwilligen Feuerwehr Pentling – sieht man die Folgen von Benzin und Spiritus. Kaum treffen die Flüssigkeiten auf die heißen Kohlen, steigen riesige Stichflammen in den Himmel. Wir führen den Test aus sicherer Entfernung durch. Zudem trägt der Feuerwehrmann seine Schutzkleidung, damit es zu keinen Verletzungen kommt. Zwei seiner Kameraden stehen mit Schlauch und Feuerlöscher bereit.

Feuerwehr muss zu Grillunfall ausrücken Auch im Gemeindebereich Pentling kam es in den letzten Jahren zu einem Grillunfall, wie Peter Liebl weiß: "Da war der Gasschlauch undicht und da haben die Flammen dann aus dem Gasschlauch geschlagen. Da muss man natürlich auch darauf achten, das die Anschlüsse richtig fest sitzen und auch die entsprechenden Sicherheitsvorschriften, die beim Grillen normalerweise beiliegen, beachten. Das war eigentlich ganz einfach zum lösen. Wir haben die Gasflasche zugedreht und somit waren auch die Flammen aus. Aber die Personen, die da gegrillt haben, haben sich natürlich nicht mehr da ran getraut, wenn da Flammen raus schlagen. Da ist es für die normal Bevölkerung auch nicht zu raten da noch groß irgendetwas zu unternehmen." Und deshalb rät die Feuerwehr: "Wenn es zu einem Brand kommt, wählen Sie die 112. Hilfe ist dann schnell vor Ort."


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