17.03.2017, 15:12 Uhr

Kultur Nachlass des Künstlers Kurt von Unruh geht an die Stadt Regensburg über

Foto: Stadt Regensburg/Stefan EffenhauserFoto: Stadt Regensburg/Stefan Effenhauser

Der Erwerb des gesamten Nachlasses des Künstlers Kurt von Unruh ist ein Quantensprung für die Bestände der Museen der Stadt Regensburg, insbesondere der Städtischen Galerie im Leeren Beutel.

REGENSBURG Am Freitag, 17. März, übergaben Mitglieder der Familie von Unruh bei einem kleinen Festakt im Alten Rathaus den Nachlass des Künstlers an die Stadt. Dieses Konvolut beinhaltet circa 7.000 Skizzen- sowie Tagebücher, grafische Blätter und Gemälde, die unter anderem Porträts, Landschaften und auch Illustrationen zu Theaterstücken seines Bruders Fritz von Unruh zeigen.

Es ist ein großes Glück, dass dieser Schatz gehoben werden konnte und nun auch in Zukunft einer konservatorischen und vor allem wissenschaftlichen Aufarbeitung zugeführt wird, die der Künstler mehr als verdient hat.

Kurt von Unruh war von 1952 bis zu seinem Tod 1986 in Roding ansässig, sein Name ist jedoch untrennbar mit der Stadt Regensburg verbunden, ebenso wie Willi Ulfig, Otto Baumann oder auch Rupert D. Preissl. Eine Ausstellung im Jahr 1949 in der damals noch so genannten "Städtischen Kunsthalle" in Regensburg, initiiert durch Walter Boll, sollte Kurt von Unruh im ganzen ostbayerischen Raum bekannt machen. Er folgte nie den Stilströmungen der Kunst, welche gerade en vogue waren, sondern schuf seine eigenen Farben und Formen, die sich über die Jahrzehnte hinweg immer wieder wandelten. Gerade das macht sein Werk so spannend und vielseitig. 1914 meldete sich Kurt von Unruh, 1894 in Hannover geboren, freiwillig an die Front, eine Erfahrung, die ihn, wie viele andere seiner Künstlergenossen, für den Rest seines Lebens prägen sollte. Als ein wichtiges Zeugnis dessen konnten einige seiner Tage- sowie Skizzenbücher aus dieser Zeit mit dem Nachlass erworben werden. Sie stellen ein besonders wertvolles künstlerisches wie auch zeitgeschichtliches Kleinod dar. Seine bevorzugten Motive waren unter anderem das Karwendelgebirge, welches er ab dem Jahr 1919 immer wieder abbildete und für das er bis heute auch berühmt ist. Oder auch das Regental, das sein Spätwerk begleitete. Viele Preise und Ehrungen krönen sein künstlerisches Schaffen, so zum Beispiel im Jahr 1974 die Albertus-Magnus-Medaille der Stadt Regensburg, im Jahr 1977 der Kulturpreis der Stadt Regensburg oder auch im Jahr 1984 das Bundesverdienstkreuz 1. Klasse.

Die Sichtung und Aufnahme des Nachlasses von Kurt von Unruh konnte glücklicherweise noch in Zusammenarbeit mit seinem mittlerweile verstorbenen Sohn Credo von Unruh erfolgen, der wertvolle und unwiederbringliche Informationen zum künstlerischen Schaffen sowie zu den bevorzugten Sujets seines Vaters lieferte und damit das Vorhaben der Stadt Regensburg tatkräftig unterstütze.


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