11.03.2016, 13:46 Uhr

Ermittlungen Polizei kann Schleuser verhaften – ist er Mitglied einer international agierenden Bande?

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Bereits am Donnerstag, 3. März, haben Ermittlungsbeamte der Bundespolizeiinspektion Waldmünchen am Dienstort in Furth im Wald einen gesuchten Schleuser verhaftet.

FURTH IM WALD Der 51-jährige Ungar steht im dringenden Verdacht als Mitglied einer international agierenden Bande mehrere Personen über verschiedene Landesgrenzen hinweg ohne die jeweils erforderlichen ausländerrechtlichen Genehmigungen geschleust zu haben.

Nach den bisherigen Ermittlungen hat der Ungar im April 2015 zusammen mit zwei weiteren ungarischen Staatsangehörigen in einem von ihm geführten Fahrzeug zwei Syrer und zwei Iraker nach Deutschland geschleust. Für die Schleusung bezahlten die vier Männer jeweils mindestens 800 Euro.

Auf dem Parkplatz Schloßberg an der Bundesautobahn A93 endete allerdings die Reise, da Kräfte der Autopolizeistation Schwandorf das Fahrzeug und die Insassen einer Kontrolle unterzogen. Die weitere Sachbearbeitung übernahm dann die zuständige Bundespolizeiinspektion Waldmünchen.

Auf Weisung der Staatsanwaltschaft setzten die Beamten den Beschuldigten, nach Zahlung einer Sicherheitsleistung in Höhe von 500 Euro, zunächst auf freien Fuß. Die Erkenntnisse aus den Vernehmungen, der Auswertung der Mobiltelefone und des Navigationsgerätes sowie die Recherchen in sozialen Netzwerken führten allerdings zu weiteren Ermittlungsansätzen. Auf einer Facebook-Webseite warb die Schleuserorganisation beispielsweise sowohl um Helfer als auch für die Dienstleistung "Internationale Personenbeförderung". Auch Erkenntnisse über Geldtransfers konnten so gewonnen werden.

Die Verdachtsmomente gegenüber dem 51-jährigen Ungarn hatten sich im Verlauf der Ermittlungen so verdichtet, dass die Staatsanwaltschaft Amberg Ende Januar 2016 Haftbefehl wegen gewerbs- und bandenmäßigen Einschleusens von Ausländern erließ.

Obwohl der Gesuchte mittlerweile untergetaucht war, konnte der Haftbefehl jetzt vollstreckt werden. Als der Ungar am Donnerstag sichergestellte Asservate abholen wollte, übergaben die Ermittler zwar kurzfristig die Beweismittel, eröffneten aber gelichzeitig den gegen ihn vorliegenden Haftbefehl. Noch am gleichen Tag erfolgte die Vorführung vor den Haftrichter und anschließend die Einlieferung in die JVA Amberg.

Da auch andere Dienststellen der Bundespolizei ähnlich gelagerte Feststellungen machten und sich abzeichnete, dass man auf die Spur ein großangelegten Schleusungsorganisation gekommen war, hat die Bundespolizeiinspektion Kriminalitätsbekämpfung in München die weiteren Ermittlungen gegen die Schleuserorganisation übernommen.


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