22.08.2015, 19:52 Uhr

Politik Bunt, schrill – und politisch: Regensburg feierte den CSD 2015

Foto: Michael HopperFoto: Michael Hopper

Wenn in Regensburg CSD gefeiert wird, dann wird es bunt auf den Straßen und in den Gassen: rosa Puschelmantel, Frauen, die eigentlich Männer sind, in schrillen Kostümen – und zwischendrin Otto Normalbürger, der manchmal etwas skeptisch schaut, aber dann doch mit einem Lächeln den beiden Männern nachschaut, die sich gerade in den Arm genommen und geküsst haben.

REGENSBURG Das ist der CSD in Regensburg, bunt, schrill, voller Spaß und Energie. Und so war der Haidplatz  auch 2015 gut gefüllt. Vereine, Parteien und Initiativen waren gekommen, um zu informieren. Und vor allem, um ein Zeichen zu setzen. Für mehr Akzeptanz, für mehr Toleranz, für mehr Gleichberechtigung. Denn: "Auf den Menschen kommt es an", so das Motto des CSDs 2015 in Regensburg. Auch das Wochenblatt war wieder als Medienpartner dabei.

Wolfgang klein von der Regensburger Schwulen- und Lesbeninitiative (Resi) betonte, dass sich das Engagement gelohnt hat, "die Akzeptanz ist gewachsen". In Deutschland habe es viele Fortschritte gegeben, das Klima sei toleranter geworden. Trotzdem sei man noch nicht frei von Diskriminierung, es müsse die volle Gleichstellung in allen Lebensbereichen geben. "Schwules und lesbisches Leben gehört nicht an den Rand der Gesellschaft", so Klein. Nicht Homosexualität sei das Problem, sondern Homophobie.

Der Oberbürgermeister der Stadt Regensburg, Joachim Wolbergs, hatte diesmal (aus urlaubsgründen) Bürgermeisterin Gertrud Maltz-Schwarzfischer entsandt. Diese erinnerte in ihrem Grußwort an den 28. Juni 1969: Damals standen in der New Yorker Christopher Street im Stadtviertel Greenwich Village Homosexuelle Opfer von Polizeiwillkür auf und zeigten offen ihren Widerstand. Daran erinnert der Christopher Street Day, der CSD. In Regensburg geschah dies 2015 bereits zum 20. Mal."Fröhlich, bunt, schrill und liebenswert", so sei der CSD in Regensburg. Man setze ein Zeichen für die ganze Stadtgesellschaft.

"Wir akzeptieren uns so, wie wir sind", sagte Maltz-Schwarzfischer. Deshalb sei es wichtig, dass auch in Deutschland gleiche Rechte gelten. "Irland hat es uns vorgemacht, das macht uns Mut", so die Bürgermeisterin. Die Politik in Berlin müsse sich daran ein Beispiel nehmen, sie müssten die Gesetze den Lebenswirklichkeiten anpassen.

Viele Hundert Menschen, homosexuell und heterosexuell, feierten gemeinsam mit einer bunten Parade, politischen Statements und viel Musik. Damit aber ist der CSD noch nicht zu Ende: Am Abend wird weitergefeiert in den Bars und Clubs der Stadt!


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