12.08.2010, 00:00 Uhr

Bürger bei Landrätin Protest gegen Hühnerfarm

Rund 450 Einwände von Bürgern gegen die geplante Hühnerfarm mit 300.000 Legehennen wurden an die Landrätin übergeben.

MALGERSDORF/PFARRKIRCHEN er Widerstand der Malgersdorfer Bürger gegen die geplante Hühnerfarm mit 300.000 Legehennen hat sich formiert (wir berichteten). Mittlerweile zählt das Aktionsbündnis „Gesunde Umwelt“ fast 300 Mitglieder. Etwa 70 Malgersdorfer äußerten bei einem Besuch bei Landrätin Bruni Mayer nicht nur ihren Unmut in Form von Plakaten, sondern Bruni Mayer nahm auch fast 450 Einwendungen von Bürgern gegen die Hühnerfarm und eine Unterschriftenliste entgegen. „Stoppt diesen Wahnsinn!“, „Malgersdorf braucht keine Hühnereier“, „Das Landratsamt hat jetzt das Sagen – und es wird doch keine Zusage wagen?“, „Es reicht die Deponie im Westen – soll nun ein Hühnerstall uns ganz verpesten?“: Mit Plakaten empfingen die Malgersdorfer Bürger Bruni Mayer vor dem Landratsamt, die den angemeldeten Besuch dann aber in den Großen Sitzungssaal geleitete, wo sonst der Kreistag tagt. Sie sei in einer Zwickmühle, gestand Landrätin Bruni Mayer ein: „Als Privatperson bin ich absolut gegen solche Großanlagen.“ Doch da sei auch noch die rechtliche Seite: „Wir werden seitens des Landratsamtes alles ausloten, was nur geht, um diese Anlage zu verhindern, aber ich kann ihnen heute nicht versprechen, dass wir die Anlage nicht genehmigen“, so Bruni Mayer. Denn das Problem sei, dass die Möglichkeiten des Landratsamtes gering seien, da die Genehmigung nach Bundesgesetzen geregelt werde, an die sich das Landratsamt zu halten habe. „Die große Politik gibt uns da wenig Schützenhilfe, wie wir solche Anlage verhindern können“, betonte die Landrätin. Sie sei lieber ehrlich, auch wenn ihr das oft das Genick gebrochen habe, „aber ich will noch in den Spiegel schauen können“, stellte Bruni Mayer klar. 2. Vorsitzender Josef Sedelmeier vom Aktionsbündnis „Gesunde Umwelt“ hob nochmals zwei Punkte hervor, warum die Malgersdorfer das Projekt ablehnen: Zum einen sehe der Regionalplanung das Kollbachtal, in dem Malgersdorf liegt, als Vorhaltegebiet, in dem die Natur besonders zu schützen sei. Zum anderen fürchte er als Bienenzüchter um seine Völker, die durch Feinstaub und Ammoniak-Belastung schwer geschädigt werden könnten. „Ein Sprichwort sagt, dass wenn die Biene erstmal stirbt, hat der Mensch nur noch eine Generation zu leben“, mahnte er. Die Malgersdorfer Besucher fragten sich vor allem, warum es sich bei der geplanten Hühnerfarm um ein privilegiertes Projekt handeln soll. „Haben wir Bürger und unsere Natur denn überhaupt kein Recht?“, fragten sich einige. Landrätin Bruni Mayer sagte zu, einen Brief samt der ihr überbrachten Einwände an den Bundesumweltminister zu senden und auch den bayerischen Umwelt- und den Landwirtschaftsminister in dieser Angelegenheit um Hilfe zu bitten. Bis zum 16. August können die Bürger Einspruch einlegen. Am 28. September findet ein Erörterungstermin statt, bei dem die Einwände dann zur Sprache kommen.


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