15.02.2017, 10:03 Uhr

„Eine besondere Situation erfordert besondere Maßnahmen“ MdL Waschler informiert sich über Hochwasserschutz in Obernzell

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Der Hochwasserschutz treibt die Marktgemeinde Obernzell weiter um, vor allem den Markt selbst und die Ortschaft Erlau betreffend.

OBERNZELL / ERLAU „Bei der Firma Sumida in Erlau sind wir mit dem Bau der Hochwasserschutz-Mauer relativ weit. Das höchst innovative Unternehmen ist für die gesamte Gemeinde von großer Bedeutung“, betont Bürgermeister Josef Würzinger. Immerhin beschäftigt Sumida mehr als 500 Mitarbeiter, Tendenz steigend. Bei einem Gemeindebesuch von MdL Dr. Gerhard Waschler hat der Bürgermeister einen Zwischenbericht bezüglich der Hochwasserschutzmaßnahmen gegeben und das Gespräch gleichermaßen zum Dank genutzt: „Wir wissen was unsere Mandatsträger im Zusammenhang mit einer Förderung von nunmehr 75 Prozent der Kosten für Hochwasserschutzmaß- nahmen geleistet haben“, so Würzinger.

Dennoch habe man mit großen finanziellen Herausforderungen zu kämpfen: Den Beteiligtenbeitrag der Marktgemeinde von 40 Prozent für die Schutzmauer entlang der Erlau habe man sich mit Sumida geteilt – „hier ist die Marktgemeinde mit rund 1,2 Millionen Euro beteiligt. Das ist für uns zwingend notwendig, denn wir wollen Sumida schließlich hier am Ort behalten.“ Hinzu kämen jedoch weitere Hochwasserschutzmaßnahmen im Bereich Erlau-West, Erlau-Ost sowie Edlhof: „Noch liegen uns nicht alle Daten vor, aber allein die ersten Kostenschätzungen zu den Schutzmaßnahmen in Erlau-West liegen bei 10-13 Millionen Euro – diese Zahl war ein Schock!“, so Würzinger. Der Bürgermeister rechnet allein für Erlau-West und -Ost mit Gesamtkosten von rund 20 Millionen Euro – „auch wenn die Beteiligtenleistungen dank eurem Einsatz nochmals um weitere 10 Prozent auf nun 25 Prozent runter gegangen sind, bleiben letztlich immer noch etwa fünf Millionen Euro, die die Gemeinde schultern muss – das ist unmöglich“, wird der Bürgermeister gegenüber MdL Waschler deutlich.

Man benötige hier dringend weitere staatliche Hilfe, denn alleine könne die Marktgemeinde das niemals aufbringen. „Es kann keiner verlangen, dass wir unsere Schulden mehr als verdoppeln. Wir können den Aufwand für den Hochwasserschutz alleine nicht angehen. Da muss ich kapitulieren“, so Würzinger weiter. „Eine besondere Situation erfordert besondere Maßnahmen und es steht außer Frage, dass Obernzell hier mit dem Rücken zur Wand steht“, erklärt MdL Waschler seine Unterstützung.

Gemeinsam wolle man nun nochmals an Heimatminister Söder und Umweltministerin Scharf herantreten. Sorgen bereite der Marktgemeinde außerdem die Situation um den Ecker- und Griesenbach: „Der idyllische Eckerbach ist letzten Sommer zum reißenden Strom geworden und hat große Teile von Obernzell erneut unter Wasser gesetzt – und das nur nach kurzem Starkregen“, so Bürgermeister Würzinger.

Treibgut habe den Rechen am Dükereinlauf verstopft und so die Katastrophe ausgelöst – „Wir sehen die Verbundkraftwerke hier in der Pflicht und werden nun Klage einreichen“, erklärt der Bürgermeister. Schließlich könne man nicht stillsitzen und beim nächsten Regen hoffen, dass schon alles gut gehen werde. Die Verbundwerke seien für die Instandsetzung und Pflege der Rechenanlage verantwortlich: „Das war sicher nicht der letzte Starkregen. Uns bleibt nur der Rechtsweg, irgendwann schwimmt sonst der ganze Markt“, bangt der Bürgermeister. In diesem Zusammenhang kam auch nochmals die Thematik der bezahlbaren Elementarversicherung auf den Tisch, für die der Abgeordnete sich bereits seit einigen Jahren hartnäckig einsetze: „Ein Thema, das das Bohren dicker Bretter verlangt. Nur mit stetigem Druck und intensiven Gesprächen können wir hier etwas erreichen“, werde MdL Waschler erneut das Anliegen mit nach München nehmen. Im Rahmen des Hochwasserschutzes führte Bürgermeister Würzinger zuletzt noch die Problematik durch die starke Verlandungssituation entlang der Donau an: „Die Verlandungsflä- chen werden nicht weniger, was den Hochwasserschutz zunehmend erschwert.“

Die Summe an Maßnahmen und Aufgaben in Zusammenhang mit dem Hochwasserschutz stelle für Obernzell eine große Herausforderung dar – „wir werden die Marktgemeinde nicht allein lassen und nehmen die Sorgen sehr ernst“, spricht Waschler auch für seine Abgeordnetenkollegen Taubeneder und Scheuer.


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