17.11.2016, 11:32 Uhr

Autoklau-Trick und vergiftete CDs: So werden wir im Internet vera…

Foto: PrivatFoto: Privat

Mythen im Internet: „Kettenbriefe“ über soziale Netzwerke: reine Angstmacherei!

NIEDERBAYERN „Seien Sie vorsichtig und wachsam, es kommt sicherlich auch bald zu uns. Nach Frankreich erreicht diese Methode nun Deutschland und Österreich. Achten Sie auf Zettel auf der Heckscheibe Ihres Autos. Dies ist die neue Methode für Kfz-Diebstahl (dies ist kein Witz!).“ – Nachrichten wie diese verbreiten sich jüngst auch über internetfähige Handys mit Diensten wie Whatsapp – mit dem dringenden Zusatz: „Bitte senden Sie diese Nachricht an alle Ihre Freunde!!!!! TEILEN!!! TEILEN!!!“

Genau das sollte man, auch auf Empfehlung von Günther Tomaschko vom Polizeipräsidium Niederbayern, aber nicht tun, sondern solche Meldungen gleich löschen. Denn es handelt sich doch um „Witze“, wenngleich auch schlechte. Tomaschko: „Solche Meldungen werden nur verbreitet, um Leute zu verängstigen!“

Denn die angebliche neue Auto-Diebstahlmasche ist keine, wie Tomaschko für den Bereich des Polizeipräsidiums Niederbayern bestätigt: Kein einziger solcher Fall sei bekannt!

In den ständig weiterverbreiteten Internet-„Kettenbriefen“ wird behauptet, dass „der Autodieb wie aus dem Nichts“ auftauche, wenn man aussteige, um den Zettel zu entfernen: „Er springt in Ihr Auto und fährt los. Sie stehen da und er fährt mit hoher Geschwindigkeit davon.“

Und es wird noch schlimmer: – soweit die Mär via Handy-/Internet-Nachricht.„Und wissen Sie was? Ich wette, Ihre Brieftasche oder Geldbörse sind noch im Auto. So, jetzt hat der Autodieb Ihr Auto, Ihre Adresse, Ihr Geld, Ihre Schlüssel. Ihr Haus und Ihre Identität sind ihm ausgeliefert! Per Handy ruft er seine Komplizen an, die sofort beginnen Ihr Haus / Ihre Wohnung auszuräumen, während Sie bei der Polizei nur den Autodiebstahl melden.“

Polizeisprecher Tomaschko weiß sogar von einem Kollegen, der einen vermeintlich konkreten Hinweis auf solch einen Fall bekommen habe, bei einem Discounter in einem Ort, der aber gar nicht existiere!

„Soziale Medien“ wie Facebook und Whatsapp bieten sich zum schnellen Verbreiten solcher Lügenmärchen, neudeutsch „Hoax“ (engl. für Jux, Scherz, Schabernack; auch Schwindel) hervorragend an.

Schon vor einem Jahr gab es sehr spezielle, auf den Flüchtlingszustrom in Passau gemünzte, hartnäckige Falschmeldungen: Angebliche Schüsse an der Grenze zu Österreich bei Achleiten – in den sozialen Netzwerken machte sofort die Runde, die Polizei hätte auf Flüchtlinge geschossen. In Wirklichkeit stammten die Schüsse lediglich von einem Jäger, bestätigte später auch der neue „Social Media“-Beauftragte des Polizeipräsidiums Niederbayern, Michael Emmer.

Ein weiterer Passauer „Fall“, der sich so nie ereignet hatte, aber der in den sozialen Netzwerken als „real“ verbreitet wurde: Eine halbnackte Frau war aufgefunden worden. Schnell hatte sich im Netz das Gerücht breitgemacht, die Frau sei von Flüchtlingen vergewaltigt worden. Dabei war sie einfach nur stark betrunken, wie die Polizei später bestätigte (PaWo berichtete).

Neueste „Horrormeldung“, die vor allem via Whatsapp von einem Smartphone zum nächsten rasend schnell die Runde über diverse Netzwerke macht: vergiftete CDs in Briefkästen! Im Rheinland, so berichtet u. a. der „Kölner Express“ seien tatsächlich CDs wie die abgebildeten in Briefkästen aufgetaucht. Jedoch nicht vergiftet, sondern lediglich mit Koran-Versen besprochen!


0 Kommentare