28.12.2012, 11:07 Uhr

LED-Hersteller streicht die Segel Licht aus bei Optogan in Landshut

Foto: StolzenbergFoto: Stolzenberg

Das russische Märchen in Landshut hat kein Happy End. LED-Hersteller Optogan meldet Insolvenz an. Das High-Tech-Sterben am ehemaligen Hitachi-Standort setzt sich fort.

LANDSHUT Der russische LED-Hersteller Optogan, der sich am Standort des in Landshut ebenfalls pleite gegangenen Unternehmens LFoundry vor etwa einem Jahr angesiedelt hatte und das groß inszenierte – einschließlich Pressekonferenz im Rathaus und Besuch des Bayerischen Wirtschaftsministers – streicht die Segel. Jetzt wurde Insolvenzantrag gestellt.

Der Grund: Für das Unternehmen ist es günstiger, die für die LED-Produktion notwendigen Chips auf dem Weltmarkt einzukaufen, als sie selbst zu produzieren. Damit bleibt in Landshut maximal – wenn überhaupt – noch der Vertrieb erhalten. In Petersburg betreibt Optogan ein großes Werk.

Sicher ist auf alle Fälle, dass aus dem Ausbau des Landshuter Ablegers als High-Tech-Werk für die LED-Produktion mit der Schaffung vieler hochqualifizierter Jobs nichts werden wird. Der Landshuter Optogan-Standort, der einer finnischen Firma gehört, die wiederum eine Optogan-Tochter ist, hat momentan etwa 40 Mitarbeiter, deren Zukunft jetzt ungewiss ist.

Fast scheint es so, als stünde der Standort unter einem schlechten Stern, seit sich der Halbleiter-Produzent Hitachi aus Landshut zurückgezogen hat. Sowohl der Hitachi-Nachfolger Renesas, als auch die nachfolgende LFoundry GmbH floppten. Jetzt also der LED-Hersteller Optogan, der sich in LFoundry-Räumlichkeiten eingemietet hatte.

Man darf gespannt sein, welches High-Tech-Uternehmen als nächstes sein Glück im Landshuter Westen versucht. Der Zug für die Halbleiter-Produktion ist aber wohl für immer abgefahren.

Unser Bild zeigt Vertreter der Firma Optogan, Wirtschaftsminister Martin Zeil (2. v. li.) und OB Hans Rampf (re.) bei der Eröffnung des Standortes.


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