29.10.2015, 11:37 Uhr

Aufregung in Langquaid Katzenfreunde haben Angst – werden Köder mit Rattengift ausgelegt?

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In Langquaid ist die Welt noch in Ordnung – in dem beschaulichen Markt kennt jeder jeden und selbst Katzen können frei herumlaufen. Doch dieses Idyll hat seit Kurzem Risse bekommen, seitdem mehrfach Katzen aus unerklärlichen Gründen gestorben sind. Die Tierfreunde Patricia Hahn und Maria Reitinger haben einen schrecklichen Verdacht: Sie befürchten, dass jemand ihre Katzen geschlagen und ihnen Rattengift verabreicht hat.

LANGQUAID Der Kater Timber von Frau Hahn war ein guter Esser, "ein kleiner Dicker" erzählt Frau Hahn aus Langquaid. Doch plötzlich war alles anders – der elf Monate alte Kater fraß nicht mehr, wirkte apathisch und war wie ausgewechselt. "Er war nie weit weg, aber auf einmal wollte er nicht einmal mehr das Grundstück verlassen", erzählt sie immer noch sichtlich mitgenommen. "Er sah so schlecht aus!", so Frau Hahn.

"Der Verdacht liegt nahe, dass jemand die Katzen vergiftet!"

Weil schon früher häufiger Katzen aus unerklärlichen Gründen plötzlich starben, hatte sie sofort den Verdacht, dass ihr Kater Rattengift gefressen hat. In der Tierklinik in Schierling wurde eine Fraktur am Brustbein festgestellt und auch hier hatte man den Verdacht auf Rattengift. Doch trotz der Behandlung war es zu spät, Timber starb nur wenige Tage später am 13. Oktober. Ähnlich erging es auch Nachbarn wie Frau Reitinger, auch sie hat bereits eine Katze auf diese Weise verloren: "Der Verdacht liegt nahe, dass jemand die Katzen vergiftet!". Eine weitere Nachbarin, die mittlerweile allerdings weggezogen ist, soll sogar drei Katzen auf diese Weise verloren haben.

Die Tiere verbluten innerlich

"Da ist jemand, der will, dass die Tiere verrecken", mutmaßt Tierliebhaberin Hahn. Denn Rattengift wirke langsam, die Tiere würden langsam innerlich verbluten. "Wir haben nicht nur Angst um die verbliebenen Tiere, sondern man wird völlig paranoid und verdächtigt selbst Nachbarn, die man seit Jahren kennt", gibt Hahn zu. Besonders beunruhigend sei das, weil es sich dort um ein Wohngebiet mit Kindern handelt, deshalb seien möglicherweise auch Kinder in Gefahr, warnt Frau Reitinger. "Vielleicht stören einen Nachbarn die Tretminen", mutmaßt Frau Hahn.

"Tierquälerei ist eine Straftat!"

Die beiden Nachbarinnen wollen aufrütteln und einen etwaigen Tierquäler warnen: "Tierquälerei ist eine Straftat!" Denn eine Katze sei nicht nur ein Tier, sondern ein Familienmitglied, betonen die Langquaiderinnen. "Eine Katze gehört zur Familie und ist ein Spielkamerad für die Kinder – das war ein Drama für die ganze Familie", erzählt Frau Hahn von ihrem Verlust.

Tiere auf Veränderungen beobachten

Tierärztin Hannelore Riedl von der Tierklinik Schierling, die den Kater Timber vor seinem Tod behandelt hat, möchte sich nicht hundertprozentig festlegen, ob es sich wirklich um Rattengift gehandelt habe. Sie kennt zwar selbst mehrere solche Fälle aus dieser Gegend, aber da eine Blutuntersuchung ausblieb, könne sie es nicht hundertprozentig bestätigen. Sie gibt Katzenfreunde den Tipp, auf Veränderungen zu achten, denn wenn Katzen auf einmal nicht mehr fressen und apathisch wirken, dann sei meist Rattengift im Spiel: "Wenn die Tiere schnell behandelt werden, kann man sie in einigen Fällen retten, doch oft ist es schon zu spät."

"Es soll keine Panik entstehen"

Und selbst wenn es sich um Rattengift gehandelt habe, könnten die Katzen auch – ohne böse Absicht – Rattengift aufgenommen haben, das zum Beispiel bei Bauernhöfen ausliegt. Als Tierärztin weiß sie, dass Katzen viele Kilometer zurücklegen können, vor allem wenn es sich um einen unkastrierten Kater wie Timber handeln würde. Der Verdacht, jemand würde Katzen bewusst vergiften, sei schnell ausgesprochen, die Tierärztin mahnt jedoch an, dass das nicht gut für das Miteinander sei: "Es soll keine Panik entsehen!" Ob wirklich ein Tierquäler in Langquaid sein Unwesen treibt, muss deshalb offen bleiben – es schadet allerdings nicht, seinen Stubentiger auf Veränderungen zu beobachten.


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