02.09.2015, 12:55 Uhr

Schwandorferin belegte in Hamburg Platz 3 Kaum zu glauben: Diese Miss ist eigentlich als Junge auf die Welt gekommen

Foto: privatFoto: privat

Kimberly Weigl aus Schwandorf ist stolz: Am Sonntag, 23. August, belegte die 20-Jährige in Hamburg bei einer Miss-Wahl für Transsexuelle den dritten Platz. Doch um so selbstbewusst und glücklich durchs Leben zu gehen, musste sie einen langen und steinigen Weg hinter sich bringen, um im richtigen Körper anzukommen.

SCHWANDORF/HAMBURG "Ich bin zwar als Junge auf die Welt gekommen, aber ich habe schon im Kindergarten gemerkt, dass ich anders bin", erzählt sie dem Wochenblatt. Denn statt wie andere Jungs mit Autos zu spielen, wollte sie immer mit den Mädchen mit Puppen spielen. Doch sie wollte nicht nur mit Mädchen spielen, sie wollte auch so sein wie sie und begann Mädchenklamotten zu tragen.

Mit 15 Jahren begann die Hormontherpie

Auch ihre Eltern weihte sie bald ein, dass sie sich im falschen Körper fühle: "Schon mit zwölf Jahren habe ich es meinen Eltern gesagt", berichtet sie. Dass ihre Eltern sie auf ihrem langen Weg vom Sohn zur Tochter unterstützt haben, dafür ist sie ihnen heute sehr dankbar. Denn um die Pubertät aufzuhalten, begann sie bereits ab 15 Jahren mit einer Hormontherapie, mit 18 Jahren begannen die Operationen, die sie weiblicher aussehen ließen. Heute sagt sie ganz selbstbewusst: "Ich habe mich immer schon als Frau gefühlt". Deshalb zögerte sie auch nicht lange, als sie von einer Bekannten gefragt wurde, ob sie an der ersten Miss-Wahl für Transsexuelle in Hamburg teilnehmen möchte.

"Die Menschen waren aufgeschlossen und haben sich über uns gefreut"

Tags zuvor trafen sich die neun Anwärterinnen auf den Titel dann in Hamburg und nach einem Fotoshooting in der Stadt machten sie Werbung für die nicht ganz gewöhnliche Miss-Wahl am nächsten Tag und zogen natürlich die Blicke auf sich: "Die Menschen waren aufgeschlossen und haben sich über uns gefreut", berichtet die 20-Jährige. Am Tag der Miss-Wahl wurde es dann ernst, die Choreografie wurde eingeprobt und die "falschen" Frauen von Stylisten herausgeputzt. Der berühmt-berüchtigte "Zickenterror" blieb aus, berichtet Kimberly. "Ich war super nervös vor so großem Publikum aufzutreten", erzählt sie. Schließlich waren zwischen 200 und 300 Leute ins "Pulverfass" gekommen, einer Travestie-Cabaret-Bar.

Das Dirndl kam in Hamburg an

Und wie bei einer "richtigen" Miss-Wahl gab es verschiedene Durchgänge, einmal im Abendkleid, einmal im Bikini und in einem "Fantasy-Outfit". Da musste Kimberly nicht lange überlegen, als waschechte Bayerin schmiss sie sich natürlich ins Dirndl, um ihre Heimat zu vertreten. Eine Jury, die aus Schauspielern, Promi-Friseuren und der „Miss International Transsexual“ bestand, wählte sie schließlich auf den dritten Platz. „Ich bin super zufrieden mit dem dritten Platz, schließlich waren die anderen alle viel älter und erfahrener“, strahlt Kimberly. Und auch ihre Mutter, die sie nach Hamburg begleitete, war richtig stolz auf ihre Tochter. Doch diese Miss-Wahl war nicht nur zum Spaß, sie sollte auch zeigen, dass sich Transsexuelle nicht verstecken brauchen: "Die Botschaft ist, der Welt zu zeigen, dass auch Transsexuelle bildhübsche Frauen sind".

Kimberly hat große Pläne

Und die Schwandorferin scheint Gefallen daran gefunden zu haben, sie schmiedet schon Pläne, an der "Miss International Transsexual" in Thailand teilzunehmen, die sogar im Fernsehen ausgestrahlt wird.


0 Kommentare