14.02.2013, 11:05 Uhr

Park & Ride? Nur mit viel Glück Ärger um die Pendler-Parkplätze

Die Moosburger ärgern sich darüber, dass rund um ihren Bahnhof alles zugeparkt ist. Können Parkgebühren Abhilfe schaffen?

MOOSBURG Wenn die Moosburger tagsüber rund um den Bahnhof einen Parkplatz suchen, haben sie sehr oft schlechte Karten, weil alles vollgeparkt ist. Mit dieser Situation sind viele verständlicherweise mehr als unzufrieden. So auch Karl Schattleitner. Wenn er mit der Bahn nach München fahren will, muss er bis Fröttmaning sein Auto nehmen, es dort stehen lassen, um dann in die U-Bahn umzusteigen. „So sieht unser P+R-System aus!“, sagt er frustriert. In Fröttmaning koste ein Platz im Parkhaus einen Euro pro Tag, und somit seien immer genügend Stellplätze für Pendler frei. In Moosburg hingegen sei das Parkhaus noch immer eine „kostenlose Garage für Anrainer“. Eigentlich sollte es ja auch hier schon seit Januar kostenpflichtig sein, seinen Wagen im Parkhaus abzustellen.

Auch auf der Bürgerversammlung in Moosburg Ende Januar war das Thema Parkplatznot deshalb auf der Tagesordnung. „Ab 7.30 Uhr bekommen die Bahnfahrer keinen Parkplatz mehr“, beschwerte sich Franz Josef Bachhuber, Moosburger und Kreisvorsitzender der Piratenpartei, und nahm die Stadt in die Pflicht, für Abhilfe zu sorgen. Doch Bürgermeisterin Anita Meinelt will sich den Schwarzen Peter nicht zuschieben lassen. Es könne nicht sein, dass die Verantwortung für die Pendler an Moosburg hängen bleibe. Denn viele der auf den Pendlerparkplätzen abgestellten Autos haben ein Landshuter Kennzeichen. Zum einen, weil das Parken rund um den Moosburger Bahnhof kostenlos ist, zum anderen, weil ab Moosburg das günstige MVV-Ticket genutzt werden kann. „Wir haben bereits 750.000 Euro für das Parkdeck ausgegeben“, so die Bürgermeisterin. Rund 310 Parkplätze seien im Bahnhofsbereich neu geschaffen worden.

Eine Entspannung der Situation ist aber nicht in Sicht. Vor allem, weil die MVV von dem Problem der „Weiterwanderer“ weiß, sich jedoch auch nicht zuständig fühlt. „Wir kennen das, dass viele Pendler die günstigere Zahlgrenze mit dem Auto anfahren“, so MVV-Geschäftsführer Alexander Freitag.

Hinrich Groeneveld, der Vorsitzende der Freien Wähler Moosburg, teilt die Meinung Schattleitners, dass Parkgebühren erhoben werden sollten. Die Stadt Moosburg sei verpflichtet, den Pendlern das Parken vor dem Bahnhof zu ermöglichen, aber die Pendler könnten nicht erwarten, dass das völlig umsonst sei. Es seien Gebühren geplant, voraussichtlich ein Euro für das Parkhaus und 50 Cent pro Tag für die offenen Stellplätze. Laut der Bürgermeisterin wird die Gebührenerhebung für das Parkdeck nun voraussichtlich im März anlaufen.

Bachhuber hingegen spricht sich in jeder Hinsicht gegen Parkgebühren aus. Die Anwesenheit von „Dauerparkern“ ist für ihn kein Argument, denn es ließe sich ja leicht prüfen, wer nachts noch auf dem Parkplatz stehen würde. Das Parkplatz-Problem wird sich seiner Ansicht nach weiter verschärfen, da mehr Baugebiete entstünden und außerdem durch die Sportplätze Parkmöglichkeiten wegfallen. Besonders unverständlich ist für ihn die Aussage der Bürgermeisterin, dass die Stadt hier nicht verantwortlich sei.

Bevor Parkgebühren erhoben werden, solle man erst einen anderen Weg gehen: „Man kann sich doch zusammensetzen, beispielsweise mit der Bahn oder dem MVV, der Regierung von Niederbayern oder dem Landshuter Bürgermeister“, sagt er. Außerdem müsse man lernen, grenzübergreifend zu denken und aufhören, die Pendler aus den Nachbarlandkreisen verantwortlich zu machen. Da er selbst die Bahn täglich nutze, sei ihm das Thema eine Herzensangelegenheit. Es müsse eine nachhaltige Lösung geschaffen werden. Von Parkgebühren erwartet er nichts Gutes: „Wenn es die ersten Strafzettel gibt oder wenn die Pendler abends das Parkhaus verlassen und es sich an der Ausfahrt staut“, zum Beispiel.


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