07.11.2017, 14:48 Uhr

Der Landkreis will 2018 10 Millionen mehr. Gemeinden entsetzt: Kreisumlage steigt

Der Landkreis fordert eine enorm erhöhte Umlage von den Gemeinden. (Foto: ar)Der Landkreis fordert eine enorm erhöhte Umlage von den Gemeinden. (Foto: ar)

Die Erhöhung ist für die Gemeinden im Landkreis kaum zu stemmen.

ERDING Der Umlagesatz soll auf 51,1 Prozent steigen – das bedeutet satte fünf Prozent mehr als noch 2017. Kreiskämmerer Helmut Helfer hatte diesen Ausgangspunkt für die Haushaltsberatungen errechnet. Als erstes diskutierte am Montag der Ausschuss für Bildung und Kultur seinen Teiletat – und stimmte zu. Obwohl die Erhöhung der Kreisumlage kritisch gesehen wurde, wurde über Einsparungen nicht konkret debattiert.

Gegen die Erhöhung stimmten nur die Bürgermeister aus Finsing und Isen von den Freien Wählern, die die Gemeinden schlichtweg überfordert sahen. Sehr deutlich wurde der Isener Bürgermeister Siegfried Fischer, der der Erhöhung der Kreisumlage um zehn Millionen Euro definitiv nicht zustimmen will, da für seine Gemeinde dadurch die Ausgaben für die Umlage um mehrere hunderttausend Euro steigen werden. Damit sei für Isen kein gesetzmäßiger Etat aufzustellen. Das bedeutet für Fischer auch gleichzeitig, dass er dem Landkreis-Etat für Schulen und Kultur nicht ohne Einsparungen zustimmen kann. Daher schlug der FW-Kreisrat vor, die Verwaltung mit Einsparungen von 15 bis 20 Prozent zu beauftragen. Die betreffenden Einzel-Haushaltspläne seien im Vergleich zu 2017 um 151.000 Euro gesunken, antwortete der Kämmerer. Michael Oberhofer (CSU) bekräftigte, dass gerade für die Schulen bereits dringend nötige Investitionen eingeplant seien, wie beispielsweise die Mensa-Erweiterung des Korbinian-Aigner-Gymnasiums für 1,7 Millionen Euro oder die Modernisierung des Friseurtrakts an der Berufsschule für 695.000 Euro, so dass also an anderer Stelle zu sparen sei.

Der Gesamthaushalt 2018 steigt laut Landrat Bayerstorfer um 17 Millionen auf knapp 188 Millionen Euro an. Grund für die Anhebung der Kreisumlage seien drei „Sondereffekte“. Zunächst müsse der Landkreis annähernd 3,8 Millionen Euro mehr an Bezirksumlage abführen. Weiter kostet das Leasing des Kreismusikschulgebäudes die Schlussrate von 2,9 Millionen Euro. Und schließlich beträgt das Defizit des Klinikums Landkreis Erding 1,3 Millionen Euro mehr als bislang und liegt 2018 bei 2,8 Millionen Euro.


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