31.08.2017, 15:13 Uhr

Treffen im Landratsamt in Dingolfing Integration von Flüchtlingen: Behörden und Organisationen tauschen sich aus

Tauschten in einem Fachgespräch Erfahrungen aus: der Leiter des Sachgebiets »Soziales und Senioren« am Landratsamt Anton Ritter (links), Bildungskoordinator Sebastian Wimmer und der Leiter des Ausländeramts Rupert Walk. Foto: Landratsamt (Foto:Schmid)Tauschten in einem Fachgespräch Erfahrungen aus: der Leiter des Sachgebiets »Soziales und Senioren« am Landratsamt Anton Ritter (links), Bildungskoordinator Sebastian Wimmer und der Leiter des Ausländeramts Rupert Walk. Foto: Landratsamt (Foto:Schmid)

Die Integration von Flüchtlingen stellt Beschäftigte von Behörden und ehrenamtliche Helfer gleichermaßen vor große Herausforderungen. Den vielfältigen Aufgaben stehen oftmals geringe Personalressourcen gegenüber. Mitarbeiter verschiedener Behörden und Organisationen haben sich auf Einladung von Landrat Heinrich Trapp zu einem Informationsgespräch im Landratsamt in Dingolfing getroffen.

DINGOLFING-LANDAU An der Runde beteiligten sich die tangierten Fachstellen im Landratsamt (die Sachgebiete Ausländerwesen, Jugendamt und sozialer Dienst, Soziales und Senioren sowie die Bildungskoordination für Neuzugewanderte) sowie externe Fachstellen wie die Agentur für Arbeit, das Jobcenter, die Caritasverbände Isar/Vils und Dingolfing-Landau, die Freiwilligenagentur sowie Vertreter des Kreisverbandes des Bayerischen Roten Kreuzes.

Die Akteure, die in den unterschiedlichsten Lebenslagen mit Flüchtlingen zu tun haben, sollten sich im Rahmen dieses Treffens austauschen können, so Landrat Heinrich Trapp in seiner Begrüßung. Es gelte außerdem herauszufinden, wo in der Zusammenarbeit noch „Sand im Getriebe sitzt“, so der Landrat.

Zunächst hatte Bildungskoordinator Sebastian Wimmer das Wort. Er gab einen Überblick über die Schwerpunktthemen der gleichen Veranstaltung des Vorjahres und kommentierte jeweils die Entwicklungen innerhalb des vergangenen Jahres dazu. Die Aufgabenschwerpunkte hätten sich teilweise verändert. Trotzdem seien die angespannte Wohnsituation, die berufliche Integration und die Wanderungsbewegungen über Landkreisgrenzen nach wie vor Thema.

Erstmals haben Vertreter des BRK an der Veranstaltung teilgenommen. Waren sie bisher hauptsächlich in der humanitären Hilfe für Flüchtlinge tätig, so haben sie nun eine zunächst auf drei Jahre begrenzte Förderung für einen Ehrenamtskoordinator durch die „Aktion Mensch“ erhalten. Vor Kurzem konnte Klaus Lermer, der jahrelange Erfahrung in der Sozialarbeit beim BRK hat, diese Stelle antreten. Er möchte unter dem Leitsatz „Hilfe zur Selbsthilfe“ das Ehrenamt stärken und neue ehrenamtliche Kräfte akquirieren. Seine Person sowie seine Pläne und Ziele für die nächste Zeit brachte er der Runde in einer Präsentation näher.

In einer anschließenden offenen Diskussionsrunde konnten viele aktuelle Themen angesprochen werden. Ein Grundgedanke dieser Veranstaltung ist es auch, Gelegenheit zur weiteren Vernetzung mit anderen Fachstellen herzustellen. Bei unterschiedlichsten Themenpunkten tauchten des Öfteren die manchmal unüberwindbaren kulturellen Hürden auf, welche nicht nur die Fachstellen, sondern auch Ehrenamtliche vor große Herausforderungen stellen. „Wir haben ein breites Unterstützungsangebot in allen Lebenslagen bei uns im Landkreis, die Inanspruchnahme beruht aber auf Freiwilligkeit, niemand kann dazu gezwungen werden“, wusste Stefan Pritscher, Asylsozialberater der Caritas zu berichten. Dem pflichteten alle Beteiligten bei.

Eine weitere große Herausforderung sei die Integration ausländischer Frauen. Hier gelte es, kulturelle Hürden abzubauen und Vertrauen in die Betreuungsangebote vor Ort zu schaffen.

Die Kooperation der am Informationsgespräch Beteiligten sowie vieler weiterer Akteure im Bereich der Integrationsarbeit ist eine wichtige Voraussetzung für das Gelingen dieser Aufgabe. Aus diesem Grund wurde der Vorschlag einer Etablierung dieser Runde in ähnlicher Form in engeren Zeitintervallen begrüßt. Die Beteiligten setzen sich zum Ziel, den Informationsfluss untereinander unter Beachtung des Datenschutzes zu verbessern.


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