21.09.2010, 12:58 Uhr

Air-Race-Vizeweltmeister Hannes Arch gehört zu den besten Flugakrobaten Er riskiert Kopf und Kragen

Pirouetten, Steilflug, Loopings: Wer dem Salzburger Flugakrobat Hannes Arch zuschaut, der braucht starke Nerven und einen guten Magen.

SALZBURG Er ist ein echter Magier der Lüfte: Hannes Arch aus Salzburg, Kunstflug-Pilot und amtierender Vizeweltmeister des Red Bull Air Race, feiert am Mittwoch dieser Woche seinen 43. Geburtstag. Mit waghalsigen Flugshows, Brückenunterfliegungen und Teilnehmer des Air Race ist er derzeit gefragt wie nie. Als Liebhaber des Extremsports hat sich der gebürtige Steirer bereits vor seiner Karriere als Flugakrobat geoutet.

Als durchaus konkurrenzfähiger Skifahrer in seiner Jugend begann Arch im Alter von 16 Jahren mit dem Drachenfliegen. Danach folgte Paragliding; er arbeitete dabei als Testpilot und machte Tausende von Paragliding-Flüge in aller Welt. Nächster Schritt war das Base-Jumping. Auch hier absolvierte er Hunderte von Sprüngen. Er bestieg den Eiger über die Westflanke und sprang dann von der Eiger Nordwand. Mit seiner Edge 540 flog er vor 10.000 Zuschauern unter der Mozart-Brücke in Salzburg hindurch – nur wenige Meter über der Salzach. Als routinierter Hubschrauber-Pilot war Arch Aviation-Manager und Renndirektor in der Red Bull Air Race Organisation, bevor er selbst ins Cockpit wechselte. Salzburg ist seine Heimatstadt, aber der österreichische Abenteurer hatte sein Zuhause bereits in vielen Ländern der Welt, so auch in der Schweiz und den USA, wo er immer noch viel Zeit verbringt.

Seit 2007 ist der staatlich geprüfte Berg- udnd Skiführer der erste Teilnehmer an der Red Bull Air Race Serie, nachdem er sich im Oktober 2006 in Phoenix/Arizona in der Qualifikationsrunde durchsetzen konnte. Bei dem Luftrennen der Superlative müssen die Piloten mit ihren leichten, bis zu 400 km/h schnellen wendigen Maschinen zwischen riesigen aufblasbaren Pylonen einen gesteckten Kurs möglichst schnell abfliegen und die vorgeschriebenen Manöver korrekt ausführen. Aufgrund der engen Kurven wirken auf die Piloten dabei kurzfristig mehr als die zehnfachen Erdanziehungskräfte (10 bis 12 G). Aufgrund der fliegerischen Präzision und Geschwindigkeit sind bei den Manövern ein Höchstmaß an Konzentration und körperlicher Belastbarkeit gefordert.

Kam Arch in seinem ersten Air Race-Rennen im April 2007 in Abu Dhabi nicht über die Qualifikation hinaus, so kämpfte er sich in den Folgejahren beständig nach vorn, verbesserte Ausrüstung, Technik und Flugstil, so dass er seinen Einsatz 2008 erstmals mit dem Weltmeister-Titel krönen konnte. Im Jahr 2009 errang er immerhin vier Podestplätze und wurde damit Vizeweltmeister hinter Paul Bonhomme. Von den sechs heuer ausgetragenen Flugrennen konnte Arch vier Siege für sich herausholen. Aufgrund des Höchstmaß an Können und der körperlichen Strapazen ist die Schar der Piloten, die beim Air Race teilnehmen können, sehr beschränkt: Nur knapp mehr als ein Dutzend der erfahrendsten Top-Piloten gehen bei dem weltweit ausgetragenen Rennen überhaupt an den Start.  Arch fliegt bei seinen Rennen eine 340 PS starke und 530 Kilogramm schwere Zivko Edge 540, die eine Höchstgeschwindigkeit von 426 km/h erreicht.


0 Kommentare