30.10.2013, 14:04 Uhr

„Schönrederei der Manager" FWG gegen Olympiabewerbung

Foto: PrivatFoto: Privat

„Keine Verbesserung der Infrastruktur, sondern Mehrbelastung für die Bürger!"

FREILASSING Auf dem Bild (v.l.): Fritz Braun, Florian Löw und Bert Enzinger.

Mit deutlichen Worten widerspricht der Bürgermeisterkandidat der Freien Wähler dem amtierenden Rathauschef, der in einer Pressekonferenz sagte, dass Freilassing eine bessere Infrastruktur mit der Winterolympiade 2022 erwarten darf. „Wir Ortsbewohner werden ersticken im Verkehr und im ohrenbetäubenden Fluglärm, da in diesen Bereichen eine deutliche Zunahme zu erwarten ist.“, mahnte Florian Löw. Weiter betonte er, dass er keineswegs gegen olympische Wettkämpfe sei. „Viele unserer Bürger können sich bereits heute ein Wohnen und Leben in Freilassing nicht mehr leisten. Die Austragung würde die Situation in Freilassing noch verschärfen“, verdeutlichte Löw, weshalb er gegen eine Bewerbung sei.

„Wir bitten unsere Mitglieder, die einzelnen Für und Wider einer Kandidatur zu den Olympischen Winterspiele 2022 in unserer Region sehr genau zu prüfen, bevor sie in die Abstimmungskabine gehen.“, sagte Bert Enzinger. „Und lasst Euch nicht von der Schönrederei und den Vorteilsanpreisungen der Manager und Politiker beeinflussen.“, fuhr der Vorsitzende der FWG Heimatliste Freilassing fort.

Der Landkreis Berchtesgadener Land habe bereits zwei vergebliche Bewerbungen für Olympische Winterspiele hinter sich, die dem Steuerzahler eine nicht unerhebliche Geldsumme ohne Gegenwert hinterließen. „Ich befürchte ebenso wie Florian Löw eine unerträgliche Zunahme des Flugverkehrs um den Flughafen Salzburg.“, erklärte Bettina Östreich-Grau, die als Vorsitzende des Schutzverbandes gerade gegen eine Mehrung der Flugbewegungen kämpft. „Und diese Zunahme werden wir nicht mehr weg bekommen.“

Ebenso gab der Fraktionssprecher der Freien Wähler zu bedenken, was eigentlich Freilassing für einen Nutzen habe. „Ich sehe für unsere Bürger keinen greifbaren Gewinn, sondern eigentlich nur Nachteile.“, äußerte Fritz Braun. „Und wir können unseren Bürgern diese Mehrbelastungen einfach nicht zumuten, zumal nicht gesagt werden kann, wie die Situation im Jahr 2022 aussieht.“

Das Berchtesgadener Land sei geprägt von Naturschönheiten und Wanderzentren: „Wollen wir diesen unseren Reichtum aufs Spiel setzen? Massive Eingriffe in unsere Region durch Vorantreiben und Umsetzen bisher strittiger Hotel- und sonstiger Projekte im Landkreis werden die Folge sein. IOC Knebelverträge und das Problem, dass die Lebenshaltungskosten im Landkreis weiter steigen werden, muss man kritisch hinterfragen. Der olympische Gedanke wird immer mehr der Geschäftemacherei geopfert. Unserer Region geht es wirtschaftlich nicht schlecht. Arbeiten wir lieber an unseren Problemen vor der Haustüre."

All diese Fragen stellten sich die Mitglieder der Vorstandschaft der Freien Wähler. Das Ergebnis sei für sie klar. „Wir wünschen uns aber, dass sich unsere Freunde selbst ein Bild machen und eine eigene Entscheidung treffen.“, stellte Bert Enzinger heraus. „Eines jedoch bitten wir unsere Anhänger, dass sie am 10. November zur Abstimmung gehen und ihre Stimme zum Wohle unser aller einsetzen.“


0 Kommentare