09.05.2012, 11:23 Uhr

Das neue Sexverhalten der Deutschen Seitensprung - vertraglich geregelt

Das Zukunftsinstitut in Kelkheim hat es herausgefunden: Das Sexleben der Deutschen wir immer komplizierter, die Liebes- und Lebensmodelle immer vielfältiger. Und: So ist es nicht selten, dass im Ehevertrag auch das Recht auf den Seitensprung aufgelistet wird

DEUTSCHLAND Nach der sexuellen Revolution in den 1960-er Jahren folgt heute die sexuelle Liberalisierung: Demnach ist der Seitensprung längst vom Ruch des Verwerflichen oder Verbotenen befreit, der Umgang mit der eigenen Sexualität wird in der Gesellschaft immer freier. Das Sittenbild in Deutschland wird immer differenzierter - die Fragen von Moral und Anstand werden einerseits zwar mehr, andererseits aber auch einfach zu beantworten: mehr und mehr setzt sich das Recht auf die erotische Selbstentfaltung durch.

Festgehalten wurde dieser Trend vom Zukunftsinstitut im hessischen Kelkheim, das in seinem Monatsmagazin „Trend Update" die neue Vielfalt von Geschlechterrollen, Partnerschaft und Sex vorstellt.

Laut Zukunftsinstitut war die Entwicklung schon seit Jahren vorhersehbar. Während nämlich der Mann mehr und mehr aus der Versorgerrolle herausrutsche, würden sich die Geschlechter mehr und mehr auf Augenhöhe begegnen. Die Rollen der Geschlechter haben sich demnach gewandelt, die „Machtstellung" der Männer ist längst gebrochen. „Damit wird deutlich, dass die Unterschiede der Geschlechter nicht so fundamental sind, wie Evolutionsbiologen, Mario Barth und andere „Backlasher” sie behaupten, dass Männer genauso über ihre Gefühle reden können und Frauen durchaus einparken", heißt es in Trend Update. 

Und so lösen sich auch die traditionellen Partnerschafts-Modelle auf. An deren Stelle rücken laut Zukunftsinstitut feste Partnerschaften mit mehreren Sexualpartnern, Sex nach Terminkalender oder Partnerschaft, die völlig auf Sex verzichten. Und wenn es sein muss, wird das alles vertraglich geregelt - klare Regeln also, wann, wo, wie und gegebenenfalls wie oft man gemeinsam in die Kiste hüpft. Also: Individuell ausgehandelte Arrangements ersetzen die tradierten Vorstellungen von Partnerschaft, so erwarten es die Zukunftsforscher.

Irgendwo zwischen Freundschaft und Liebe gebe es ebenfalls Spielraum: Unverbindlicher Sex, wenn es die Gelegenheit erlaubt, oder einfach nur pure Lust ohne jegliche Verpflichtung. Auch hier sollen die Möglichkeiten künftig fließender werden.

Befeuert werden diese Trends durch das Internet, so das Zukunftsinstitut. Denn so ausgefallen Neigungen und Interessen auch sein mögen, hier findet man den richtigen Partner wesentlich einfacher, als auf realem Boden. Fast 8 Millionen Deutsche sind bereits auf Online-Paar-Agenturen vertreten. Gerade hier werde dafür gesorgt, dass die sich die richtigen Leute leichter treffen und bestimmte Vorlieben erfüllt werden können.

Kurz und knapp: Es wird interessant. Dass dabei die kirchlichen Vorstellungen von Moral und Sitte immer mehr in den Hintergrund gedrängt werden, das wird den Menschen der Zukunft wahrscheinlich nicht interessieren. Denn die persönliche, private Selbstentfaltung und Freiheit wird mehr und mehr zum wichtigsten Gut des Menschen.


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