22.09.2010, 13:46 Uhr

Bundeswehrreform Politiker für Erhalt der Bayerwald-Kaserne

Politik und Militär kämpfen für Erhalt des Bundeswehrstandortes Regen

REGEN Wie groß die Verbundenheit von Stadt und Bundeswehr in Regen ist, haben Politiker und Vertreter der Bundeswehr vor kurzem beim 50. Jubiläum von Regen als Garnisonsstadt gezeigt. Zusammen wollen sich beide Seiten nun nach Kräften für den dauerhaften Erhalt des Bundeswehrstandortes Regen einsetzen. „Wir werden aus militärischer und aus ziviler Sicht alles in die Waagschale werfen, um den Standort auch nach einer möglichen Bundeswehrreform zu sichern“, betonten die hochrangigen Militärs und Politiker.

Sie ziehen an einem Strang. Das zeigten Bürgermeisterin Ilse Oswald und Oberstleutnant Markus Kreitmayr, der Kommandeur des Regener Panzergrenadierbataillons 112, bei den Feiern. Bei der derzeitigen Standortdiskussion können sie auch auf die Hilfe der überregionalen Politiker und Militärs zählen: Der Bayerische Landwirtschaftsminister Helmut Brunner machte klar, dass Regen in der Vergangenheit oft unbeschadet und gestärkt aus Umstrukturierungen bei der Bundeswehr hervorgegangen sei. „Wir würden mehr verlieren als einen Standort mit 1000 Menschen. Ein Teil unseres Herzens würde bei einer Schließung der Regener Kaserne herausgerissen“, betonte Helmut Brunner. Auch wenn die Technik voranschreite, bräuchte die Bundeswehr weiterhin genügend personelle Kapazitäten - beispielsweise für die Hilfe bei Katastrophen „Die Bundeswehr ist auch Hilfsorganisation, der Standort Regen bedeutet ein Stück Sicherheit für den Bayerischen Wald“, machte der Bayerische Landwirtschaftsminister klar. Er sicherte Stadt und Bundeswehr seine Unterstützung zu: „Ich werde alles dafür tun, dass Regen auch in 50 Jahren noch stolze Garnisonsstadt ist.“

„Die Schlagkräftigkeit der Bundeswehr muss erhalten bleiben“, forderte auch Bundestagsabgeordneter Ernst Hinsken (CSU). Die Bundeswehr sollte außerdem dort bleiben, wo sie am meisten Ansehen genieße. „Und Regen war und ist bei den Soldaten seit jeher ein begehrter Standort, die Bundeswehr ist hier in die Bevölkerung eingebunden wie kaum irgendwo sonst“, verdeutlichte Ernst Hinsken.

Auch aus militärischer Sicht gibt es viele Argumente, die für den Erhalt des Bundeswehrstandortes Regen sprechen. „Die militärische Führung weiß etliche gute Gründe“, betonte Brigadegeneral Manfred Hofmeyer. Seiner Meinung nach gebe es keine vernünftigen Gründe, ein gestandenes Bataillon aufzulösen, um woanders ein neues aufzubauen. „Wir werden für den Erhalt des Standortes kämpfen und vom Militärischen her alles in die Waagschale werfen“, versprach Brigadegeneral Manfred Hofmeyer. Er zeigte sich überzeugt, dass die Stadt das Selbe aus ziviler Sicht tun werde, und gab sich zuversichtlich: „Gemeinsam werden wir unser Ziel hoffentlich erreichen“, meinte der Brigadegeneral.

Eine Garantie für den Standort Regen gab Christian Schmidt, Staatssekretär im Bundesverteidigungsministerium, nicht. „Es werden aber auch noch keine Standorte in Frage gestellt“, erklärte er. Hoffnung, dass es in Regen auch in einigen Jahren noch eine Kaserne geben wird, machte er in seiner Rede durchaus. „Sicherheit fällt auch in Zukunft nicht vom Baum. Gerade Kampftruppen wie die Panzergrenadiere müssen eher gestärkt als geschwächt werden“, sagte Schmidt. Die Panzergrenadiere würden beispielsweise in Afghanistan und bei vielen anderen Einsätzen gebraucht, aber längst nicht nur dort. Bei der Bundeswehrreform gehe es zudem nicht um bloße Verkleinerung, sondern um eine Verbesserung. „Auch im Katastrophenschutz kommen wir ohne die Bundeswehr nicht aus“, betonte der Staatssekretär.


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