13.08.2010, 09:38 Uhr

Sieben Verletzte Brand in einem Hotel

Am Freitag Morgen brach im Keller eines Hotels in Geiersthal ein Brand aus – 136 Menschen mussten evakuiert werden, sieben wurden verletzt. Die Brandursache: Wäsche entzündete sich selbst

GEIERSTHAL Aus bislang noch ungeklärter Ursache kam es am Freitagmorgen gegen 04.00 Uhr im Wäschelager im Keller eines Hotels in Geiersthal im Landkreis Regen zu einem Brand. Das zwar lokal begrenzte Feuer entwickelte allerdings eine sehr starke Rauchentwicklung, die eine vollständige Evakuierung des Gebäudes nötig machte. Ein Großaufgebot an Einsatzkräften der Polizei, aller umliegenden Feuerwehren und der Rettungsdienste waren vor Ort und arbeiteten eng zusammen. Die 136 evakuierten Menschen - einschließlich der Familie und Eigentümer des Hotels - wurden vorübergehend in einer nahegelegenen, rund 100 Meter entfernten Turnhalle untergebracht und dort von Helfern des BRK betreut. Die Evakuierungsmaßnahmen wurden größtenteils durch Kräfte der Feuerwehren unter Einsatz von Atemschutz durchgeführt. Bei dem Feuer erlitten insgesamt sieben Personen Verletzungen durch Rauchgasinhalation, vier von ihnen mussten stationär ins Krankenhaus Viechtach eingeliefert werden. Bei den Verletzteten handelt es sich um Personen aus den Landkreisen Regen und Deggendorf. Zur Brandursache gibt es derzeit noch keine Hinweise, das Feuer war in einem Wäscheraum im Keller ausgebrochen. Der Fall wird ermittlungsmäßig am heutigen Tage von der letztlich zuständigen Kripo und Staatsanwaltschaft in Deggendorf übernommen. Am Einsatzort war ein Großaufgebot mit fast 200 Kräften vertreten, sieben umliegende Feuerwehren waren vor Ort. Vier Notärzte und 40 weitere Helfer von Hilfsdiensten bemühten sich um die Verletzten und die Evakuierten. Der Bürgermeister der Gemeinde und ein Vertreter des Landratsamtes Regen machten sich vor Ort ein Bild der Lage. Am Morgen konnte ein Großteil der Gäste dann bereits wieder zurück ins Hotel. Lediglich 10 Zimmer mussten aufgrund der hohen Rauchgasbelastung noch weiter gesperrt bleiben, dürften aber im Laufe des heutigen Tages ebenfalls wieder beziehbar werden. Kriminalpolizei und Staatsanwaltschaft Deggendorf hatten zur Klärung der Brandursache auch einen Gutachter des Bayerischen Landeskriminalamtes in München in die Ermittlungen eingebunden und vor Ort geholt. Der Experte stellte nach umfangreichen Untersuchungen eine eindeutige Brandursache fest: Wäscheselbstentzündung. Diese seltene Möglichkeit, die es aber auch schon in anderen Fällen gab, tritt dann ein, wenn fett- und ölverschmutzte Kleidung bzw. Reinigungstücher gewaschen, maschinell getrocknet und danach komprimiert sowie gelagert werden. Unter Eintritt noch weiterer hinzukommender Umstände kann es dann tatsächlich unter dieser seltenen Konstellation zu einer Selbstentzündung der Textilien kommen. Die vier stationär eingelieferten Verletzten konnten inzwischen wieder aus der Klinik entlassen werden, es handelt sich um Hotelangestellte. Eine dreiköpfige Familie aus Baden-Württemberg (Ehepaar mit einer Tochter) musste in der Nacht vor Ort ambulant behandelt werden. Der Sachschaden wurde jetzt erhöht geschätzt und beläuft sich nach neuesten Einschätzungen auf rund 75.000 Euro. Vor Ort laufen momentan durch die Kripo-Ermittler umfangreiche Vernehmungen von Zeugen.


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