11.02.2012, 21:01 Uhr

Bürger und Politiker Hand in Hand Der Landkreis steht gegen die Rechten auf!

Landkreisbürgermeister bei der Demo gegen die Neonazis in Halsbach am 12. Februar 2012: (v.l.) Hollinger,  Daferner, Haugeneder, Steindl, Krebes, Hofauer und Aicher. (Foto: Robert Piffer) Foto: Robert PifferLandkreisbürgermeister bei der Demo gegen die Neonazis in Halsbach am 12. Februar 2012: (v.l.) Hollinger, Daferner, Haugeneder, Steindl, Krebes, Hofauer und Aicher. (Foto: Robert Piffer) Foto: Robert Piffer

Die Bürger setzten mit ihrem stummen Protest ein Zeichen gegen Neonazis in Halsbach.

HALSBACH Rund 500 Halsbacher und Sympathisanten aus dem gesamten Landkreis Altötting haben am Samstag in Halsbach gegen die Umwidmung des ehemaligen Gasthauses Gruber in ein Vereinsheim für Neonazis protestiert. In dem ehemaligen Dorfwirtshauses will sich der von Rechtsextremisten neu gegründeten Verein "Frei Räume" künftig häufiger treffen. Durch den juristischen Winkelzug mit der Vereinsgründung benötigen die Neonazis künftig für ihre Veranstaltungen keine Genehmigung mehr.

Ihren "Erfolg" wollten die Neonazis am Samstag mit einem Konzert von drei Bands aus dem rechtsradikalen Spektrum feiern. Die Halsbacher machten mit ihrer Gegendemonstration jedoch deutlich, dass für Nazis in der kleinsten Gemeinde des Landkreises Altötting kein Platz ist .

Ab Mittag befand sich Halsbach befand sich am Samstag im Belagerungszustand, Alle Zufahrten zum Ort waren von massiven Polizeikräften abgeriegelt. Im Ort selbst hatte die Polizei rund um das ehemalige Gasthaus Gruber einen mit Stahlgittern gesicherten Sperrbezirk errichtet und so die Besucher des Neonazitreffens von den Gegendemonstranten getrennt.

Neben Transparenten mit Aufschriften "Wir wollen keine braune Kultur" oder "Fremdenhass hat in Halsbach keinen Platz" gab es lediglich eine kurze Ansprache von Bürgermeister Pfaffinger. Man setze auf Wunsch des Bürgermeisters auf den stummen Protest. "Weil dies zu Halsbach passt und wir die Erfahrung gemacht haben, dass die Rechtsradikalen damit nicht umgehen können."

Trotz zweistelligen Minusgraden hielt die große Masse der Gegendemonstranten weit über eine Stunde vor dem ehemaligen Gasthaus Gruber aus. Dass die Gemeinde Glühwein und Tee kostenlos ausschenkte, machte den Gegendemonstranten das Ausharren in der Kälte leichter. Zu Ausschreitungen kam es bis zu frühen Abend nicht. In der vorangegangenen Nacht war es allerdings bisher unbekannten Sprayern gelungen, eine Seite das Gasthauses mit einem Schmähspruch zu besprühen, obwohl in Halsbach seit einer Wochen zivile Streifen rund um die Uhr patrouilliert hatten.


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