06.09.2017, 14:25 Uhr

Tag des offenen Denkmals Burghauser Burg bietet gratis Gästeführungen

Foto: Burghauser Touristik/Nixdorf (Foto:Schmid)Foto: Burghauser Touristik/Nixdorf (Foto:Schmid)

Motto des Tages ist "Macht und Pracht"

BURGHAUSEN In ganz Europa findet heuer wieder der „Tag des offenen Denkmals“ statt, diesmal unter dem Motto „Macht und Pracht“. Architektur drückt seit jeher den Wunsch der Erbauer und Auftraggeber aus, Schönheit, Wohlstand, weltliche und religiöse Machtansprüche abzubilden. Wo könnte dies in Burghausen besser dokumentiert werden als auf der 1051 Meter langen Burganlage? Die Burghauser Burg stellt mit ihren 1051 Metern die weltlängste Burganlage dar. Sie besteht aus sechs für sich abgeschlossenen Höfen, die durch Tore, Gräben und Zugbrücken gesichert waren. Burghausen gilt als Musterbeispiel einer Abschnittsburg. Durch die Höhenlage auf einem Bergrücken kam ihr große strategische Bedeutung zu. Ab 1255 ließ Herzog Heinrich von Bayern-Landshut große Teile der Hauptburg errichten. Aus jener Zeit stammen die Elisabethkapelle, der Kern des Palas, der Mittelteil der Kemenate und die Außenmauern der Dürnitz. Spätestens im 14. Jahrhundert hatte die Burganlage ihre heutige Ausdehnung erreicht. Der Ausbau zu einer mächtigen und prächtigen Burganlage erfolgte unter dem niederbayerischen Herzog Georg dem Reichen (reg. 1479-1503). Unter dem Eindruck der Türkengefahr ließ er die Burganlage in militärischer Hinsicht ausbauen: durch Verstärkung der Burgmauern, Staffelung der Toranlagen, Verbesserung des Verteidigungssystems im Außenbereich und durch den Bau von Geschütztürmen. Für den legendären Reichtum der „reichen Herzöge“ entstanden die Schatzkammer, die Hedwigskapelle sowie das Georgstor. Diese immense Bautätigkeit verdeutlicht den Willen Herzog Georgs zur Macht und seinen ausgeprägten Sinn für Repräsentation. 1475 hatte Herzog Georg die polnische Königstochter Hedwig in einer prunkvollen Hochzeit zu Landshut geheiratet. Hedwig lebte bis zu ihrem Tod 1502 auf der Burg Burghausen. Ein Hofstaat von über 100 Personen diente der Herzogin, ihren beiden Töchtern und dem Herzog, der regelmäßig von Landshut zu Besuch kam. Herzogin Hedwig führte hier ein äußerst annehmliches Leben mit Jagden, Turnieren und Festen. Die Burghauser Burg war im Spätmittelalter ein bedeutender Fürstenhof. Gästeführer führen am Sonntag, 10. September 2017, um 10 Uhr und um 14. 30 Uhr kostenlos über die mittelalterliche Burghauser Burganlage unter dem Thema „Macht und Pracht“. Treffpunkt: Curaplatz am Eingang der Burg.


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